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WM-Qualifikation Frankreich träumt schon vom zweiten WM-Titel

13.10.2005 ·  Otto Rehhagel redet mit Ehefrau Beate und Frankreich über den zweiten WM-Titel: Nach der gescheiterten Qualifikation für die WM-Endrunde will „König Otto“ über seine Zukunft als Trainer von Griechenland erst nach Absprache mit dem „Familienrat“ entscheiden.

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Otto Rehhagel redet mit Ehefrau Beate und ganz Frankreich über den zweiten WM-Titel: Nach der gescheiterten Qualifikation für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland will „König Otto“ über seine Zukunft als Trainer von Fußball-Europameister Griechenland erst nach Absprache mit dem „Familienrat“ entscheiden. Die „Grande Nation“ träumt hingegen vom nächsten großen Wurf.

„Jetzt kann es nur ein Ziel geben - den Titel“, erklärte Frankreichs Nationalcoach Raymond Domenech nach dem glücklichen Ende im Fernduell mit der Schweiz durch das 4:0 gegen Zypern und gönnte sich erleichtert ein Gläschen Sekt: „Ich werde ein bißchen feiern, mich ein paar Tage ausruhen und dann mit ganzer Kraft dafür arbeiten, daß sich unser großer Traum erfüllt.“

„Das deutsche Paradies“

Die Medien schlossen die „Equipe Tricolore“ nach dem Sieg in der Gruppe 4 denn auch wieder ins Herz. „Am Ende triumphieren die Helden“, titelte „Le Equipe“, und die Tageszeitung „Le Figaro“ schrieb: „Die 'Blauen' schenken sich das deutsche Paradies.“

Dabei konnten sich die 1998 als Gastgeber und 2002 als Titelverteidiger für die Endrunde gesetzten Franzosen, die zuletzt 1986 eine WM-Qualifikation überstanden hatten, bei den Iren bedanken. Denn ein Tor der Schweizer in Dublin hätte den ehemaligen Welt- und Europameister anstelle der Eidgenossen in die Play-Offs geschickt. Doch so überwog ein Mix aus Jubel und Erleichterung - und der Dank an Rückkehrer Zinedine Zidane.

Kopf und Kapitän Zidane

„Zidane hat gezeigt, daß er ein großer Spieler ist. Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Er ist unser unumstrittener Kopf und Kapitän“, sagte Ludovic Giuly, der zum 4:0-Endstand traf. Zuvor hatte der dreimalige Weltfußballer Zidane den Torreigen eröffnet. Nach dem Sieg erklärte Verbands-Boss Jean-Pierre Escallettes den Vertrag von Domenech für bis 2008 verlängert und beendete damit jegliche Spekulationen um den Coach.

Rehhagel erbat sich nach dem Scheitern unterdessen Bedenkzeit und will vor seiner Entscheidung zunächst eine „Familienkonferenz“ mit Ehefrau Beate einberufen. „Ich kann mich doch jetzt nicht nur deshalb sofort entscheiden, weil ihr Journalisten eine Meldung haben wollt“, sagte „Rehhakles“ nach dem am Ende bedeutungslosen 1:0 gegen Georgien: „Ich werde das in aller Ruhe mit meiner Familie besprechen.“
Geht es nach dem Verband, den Medien sowie einer Mehrzahl der Griechen, kann Rehhagel auf Lebenszeit als Trainer bleiben. „Keiner will einen Rückfall in die Zeiten vor Rehhagel“, schrieb die Zeitung „Filathlos“: „Die Fans haben ihre Entscheidung getroffen: Wir werden Dich nicht im Stich lassen.“ In einer TV-Umfrage sprachen sich 90 Prozent von 1800 Befragten für einen Verbleib von Rehhagel aus.

„Goldenes Tor“ von Kezman

Den Play-Off-Platz in der Gruppe 2 sicherte sich der WM-Dritte Türkei durch ein 1:0 in Albanien und gab damit auch Dänemark das Nachsehen. Neben den Türken und der Schweiz kämpfen Tschechien, die Slowakei, Norwegen sowie der frühere Europameister Spanien am 12. und 16. November in den Play-Offs um die letzte WM-Chance.

Das Direkt-Ticket am letzten Spieltag sicherten sich hingegen Schweden und Serbien-Montenegro. In Belgrad wurde der Jubel nach dem 1:0 gegen Bosnien-Herzegowina durch das „goldene Tor“ von Mateja Kezman allerdings von Ausschreitungen überschattet. Dabei wurden 17 Personen verletzt, ein Rowdy verlor einen Finger.

In Südamerika wahrte Uruguay durch ein 1:0 gegen Argentinien die Chance auf die Endrunde. Der zweimalige Weltmeister spielt nun in den Duellen gegen den Ozeanien-Sieger Australien eine weitere WM-Fahrkarte aus. Zudem wird es einen weiteren WM-Debütanten geben: In den Play-Offs messen sich auch Trinidad/Tobago als Vierter der Concacaf-Zone und Bahrain.

Qualifizierte Teams für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006:
Teilnehmer 32 - qualifiziert 27
Europa (Gastgeber + 13 Startplätze)
Deutschland, England, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Serbien-Montenegro, Ukraine
(Spanien, Norwegen, Schweiz, Slowakei, Tschechien und Türkei in der Relegation um 3 weitere Plätze)
Asien (4,5 Startplätze)
Iran, Japan, Saudi-Arabien, Südkorea
(Bahrain in der Relegation gegen Nord-/Mittelamerika/Karibik-4. Trinidad und Tobago)
Südamerika (4,5 Startplätze)
Argentinien, Brasilien, Ecuador, Paraguay
(Uruguay in der Relegation gegen Ozeanien-Sieger Australien)
Nord- und Mittelamerika (3,5 Startplätze)
Costa Rica, Mexiko, Vereinigte Staaten
(Trinidad und Tobago in der Relegation gegen Asien-5. Bahrain)
Ozeanien (0,5 Startplätze)
(Australien als Sieger der Kontinental-Zone gegen Südamerika-5. Uruguay)
Afrika (5 Startplätze)
Angola, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Tunesien
Termine Relegation: Auslosung am 14. Oktober, Hinspiele 12. November, Rückspiele 16. November

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid und dpa
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