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WM-Qualifikation Brasilien am Ziel, Argentinien in Not

06.09.2009 ·  Der Rekordweltmeister ist 2010 bei der WM in Südafrika dabei. Perfekt machte Brasilien die Qualifikation ausgerechnet durch einen 3:1-Erfolg beim ungeliebten Nachbarn Argentinien. Dort wachsen nun die Zweifel an Nationaltrainer Maradona.

Von Tobias Käufer, Rosario
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Zauberhafter hätte der Rekordweltmeister sein Zwischenziel nicht erreichen können: Mit einem hohen Maß an Fußballkunst und Fußballstrategie sicherte sich Brasilien am Samstagabend (Ortszeit) als erste südamerikanische Mannschaft die Qualifikation für die Fußball-WM 2010 in Südafrika – und das mit einem 3:1-Sieg beim ungeliebten Nachbarn Argentinien. Für die Mannschaft der als Trainer noch unerfahrenen Fußball-Ikone Diego Maradona könnte nach der bitteren Niederlage in Rosario drei Spieltage vor Schluss der südamerikanischen WM-Qualifikationsrunde nun sogar ein Horrorszenario Wirklichkeit werden: Argentinien muss mehr denn je um die Teilnahme an der WM bangen (siehe auch: Qualifikation: Brasilien und Ghana fahren zur WM - Portugal zittert).

Im Stadion „Gigante de Arroyito“ erteilten die Brasilianer den Argentiniern eine Lehrstunde in puncto Spielorganisation und taktisches Verhalten. „Wir haben teuer bezahlt“, gestand Maradona nach der Partie und flüchtete sich in Durchhalteparolen: „Jetzt müssen wir eben am Mittwoch in Paraguay gewinnen.“ In Asunción droht den in der Südamerika-Qualifikation unter Maradona auswärts noch sieglosen Argentiniern bei einer weiteren Niederlage der Absturz aus den ersten vier, für die WM-Qualifikation benötigten Rängen. Die nur zwei Punkte schlechter dastehenden Verfolger Kolumbien (in Uruguay) und Ecuador (in Bolivien) haben vermeintlich leichtere Aufgaben zu bewältigen.

In Rosario, rund drei Autostunden von Buenos Aires entfernt, begannen die Argentinier zwar engagiert, doch ohne erkennbares spielerisches Konzept. Vor allem der beim FC Barcelona zum Weltstar aufgestiegene Lionel Messi versuchte mit seinen Tempodribblings die vom ehemaligen Münchner Lúcio glänzend organisierte brasilianische Hintermannschaft immer wieder in Gefahr zu bringen. Doch Messi blieb in der Offensive meist auf sich allein gestellt, weil sein Sturmpartner Carlos Tevez von Manchester City einen schwachen Tag erwischte und das argentinische Mittelfeld keine Ideen produzierte.

„Die technische Qualität unseres Teams hat den Ausschlag gegeben“

Der brasilianische Trainer Carlos Dunga reagierte auf die erwartete Anfangsoffensive der Gastgeber mit einer defensiven Ausrichtung und vertraute ganz auf die meist von Kaká eingeleiteten Konter. Der Neuspielmacher von Real Madrid genoss über die gesamte Spielzeit Freiheiten wie nur selten im Ligabetrieb. Mit einem Doppelschlag von Luisão (24.) und Luis Fabiano (30.) leitete der fünfmalige Weltmeister seinen Triumph schon frühzeitig ein.

Die Gegentore offenbarten zugleich die gesamte argentinische Misere: Argentiniens alternde Stars wie Gabriel Heinze, Javier Zanetti oder Juan Sebastián Verón sind nicht mehr in der Lage, den modernen Hochgeschwindigskeitsfußball über neunzig Minuten durchzuhalten. Selbst nach dem sehenswerten Anschlusstreffer von Jesús Dátolo (65.) per Distanzschuss ging kein Ruck mehr durch die Reihen der „Albiceleste“, die nur zwei Minuten später abermals durch Luis Fabiano den entscheidenden Tiefschlag zum 1:3 hinnehmen mussten. „Die technische Qualität unseres Teams hat den Ausschlag gegeben“, lobte Dunga. Und Kaká, der Spieler des Tages, schwärmte: „Wir haben ein wunderbares Spiel gemacht, das Team hat mit Intelligenz gespielt.“

Während sich Brasilien über die vorzeitige Qualifikation für das WM-Turnier freuen durfte, wächst in Argentinien derweil der Frust über Maradonas bislang dürftige Vorstellung. Dessen Trainerbilanz in der WM-Qualifiaktion ist verheerend: Dem 1:6-Debakel in Bolivien, der 0:2-Schlappe in Ecuador und der bitteren Heimniederlage gegen Brasilien stehen nur die beiden Pflichtsiege in den Heimspielen gegen Venezuela (4:0) und Kolumbien (1:0) gegenüber.

„Uns bleiben nur noch drei Spiele, um das Bild zu korrigieren“

Die Fans haben dem als Spieler abgöttisch verehrten Fußballidol offenbar bereits das Vertrauen entzogen. In einer Blitzumfrage der Tageszeitung „Clarín“ glaubten bereits siebzig Prozent nicht mehr an eine direkte Qualifikation der Argentinier für die WM in Südafrika. Käme es so, bliebe nur noch die Hoffnung auf Rang fünf und damit die Play-off-Spiele um den letztmöglichen WM-Platz gegen den Vierten der Nordamerika-Mittelamerika-Karibikzone.

„Uns bleiben nur noch drei Spiele, um das Bild zu korrigieren“, kommentiert „Clarín“. Vieles deutet darauf hin, dass die Entscheidung über das argentinische Los in dieser WM-Qualifikationsrunde im traditionsreichen Río-de-la-Plata-Duell am letzten Spieltag beim Nachbarn Uruguay (14. Oktober) fallen wird. Es dürfte auch für die Zukuft des Trainers Diego Maradonas ein Finale sein (siehe auch: Trainer Maradona: Der Zauber verblasst und Kommentar: Maradonas Sorgen).

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