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WM-Qualifikation : Acht Sekunden für die Ewigkeit

  • -Aktualisiert am

Ernsthafte Vorbereitung in Serravalle: Englands Nationalteam gegen das Team der Olivenbauern, Elektriker und Studenten Bild: REUTERS

Nachdem Gualtieri einst nach acht Sekunden das 1:0 für San Marino gegen England schoss, wurde das T-Shirt „Gualtieri 8 seconds“ zu einem Schlager. Jetzt spielt der Kleinste der Kleinen wieder gegen den Scheinriesen.

          Alle Welt redet darüber, dass es im Fußball keine Kleinen mehr gibt - und die englische Nationalmannschaft macht vor, was das in der Praxis bedeutet. Die Profis bereiten sich mit beispielhafter Ernsthaftigkeit auf das WM-Qualifikationsspiel an diesem Freitag in Serravalle gegen San Marino vor, inklusive eines Films über den Gegner. Andy Scoulding, der für die „Three Lions“ als Leistungsdiagnostiker arbeitet, gelang es, eine zwanzigminütige DVD mit den Stärken und Schwächen San Marinos zu erstellen, obwohl er beklagte, es sei schwer gewesen, bewegte Bilder zu ergattern, bei denen die Kicker aus der Enklave inmitten Italiens im Ballbesitz waren.

          Das allerdings ist nicht verwunderlich: Die besten der nur 1500 organisierten Fußballspieler des Ministaates (32.500 Einwohner) sind hauptberuflich Olivenbauern, Elektriker oder Studenten. Dazu steht in ihrer Länderspiel-Historie bisher nur ein Erfolg in einem Testspiel: das 1:0 gegen Liechtenstein 1994. In Pflichtspielen wartet San Marino noch immer auf einen Sieg, in der WM-Qualifikation für 2014 gar noch auf das erste Tor. In der Weltrangliste steht San Marino gemeinsam mit Bhutan sowie den Turks- und-Caicos-Inseln mit null Punkten auf dem 207. und letzten Platz.

          Immer für besondere Aktionen gut: Englands Torhüter wie Joe Hart ist die aktuelle Nummer 1
          Immer für besondere Aktionen gut: Englands Torhüter wie Joe Hart ist die aktuelle Nummer 1 : Bild: AP

          Dass sich die Engländer auf die Partie in dem kleinen Stadion in Serravalle, dem größten in San Marino mit 5387 Plätzen, so akribisch einstimmen, hat auch mit der Vergangenheit zu tun. 1993 gelang Davide Gualtieri nach exakt 8,3 Sekunden im Qualifikationsspiel gegen England in Bologna das schnellste Tor der WM-Geschichte.

          Dass England dennoch 7:1 siegte, war ein schwacher Trost, zumal das T-Shirt mit der Aufschrift „Gualtieri 8 seconds“, beim schadenfrohen Nachbarn Schottland zu einem richtigen Verkaufsschlager wurde. Übrigens: In jenem Jahr schaffte es das Mutterland des Fußballs nicht, sich für die Endrunde in den Vereinigten Staaten zu qualifizieren.

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