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WM-Auslosung Der Kampf um die Töpfe

01.12.2009 ·  Deutschland dürfte bei der Gruppenauslosung ein Platz im ersten Topf sicher haben, doch die Einsortierung der 32 WM-Teams auf die vier Töpfe ist ein Politikum. Hinter den Kulissen wird in Kapstadt noch mächtig gefeilscht.

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird bei der Auslosung der WM-Gruppen am Freitag (18.00 Uhr/MEZ) in Topf 1 der acht renommierten Top-Teams gesetzt sein. Ein Blanco-Scheck für leichte Gegner im Sommer 2010 ist das aber nicht. Bundestrainer Joachim Löw sieht der Auslosung gelassen entgegen: „Ich habe keine Wunschgegner.“ Hinter den Kulissen wird in Kapstadt kurz vor Verkündung der Lostopf-Einteilung noch mächtig gefeilscht. Die Einsortierung der 32 Mannschaften auf vier Töpfe wird für das WM-Organisationskomitee der Fifa um den kamerunischen Vorsitzenden Isaa Hayatou zu einem Politikum und einem Kampf der Kontinentalverbände um günstige Konstellationen.

Deutschland hat dank des guten Abschneidens bei den letzten beiden WM-Turnieren und der sicher abgeschlossenen Qualifikation den Platz in Topf 1 ebenso sicher wie Gastgeber Südafrika, Titelverteidiger Italien und Rekordchampion Brasilien. Auch Europameister Spanien, der zuletzt wankende Südamerika-Krösus Argentinien und die wieder erstarkten Engländer dürften gesetzt sein. Um den letzten freien Platz im ersten Topf buhlen noch Frankreich, Portugal und die Niederlande.

Töpfe drei und vier nach regionalen Gesichtspunkten - nicht nach Stärke

Das WM-Abschneiden 2002 und 2006, die Weltrangliste und die letzte WM-Qualifikation gelten als Kriterien für die Lostöpfe. Entscheidend wird sein, welches Detail am meisten Gewicht erhält. Frankreich und Portugal zitterten sich zur WM, waren aber 2006 unter den besten vier. Die Niederlande marschierten ungeschlagen Richtung Südafrika, waren aber 2006 schon im Achtelfinale raus und 2002 gar nicht dabei. Nur wer in Topf 2 mit den verbliebenen acht Europäern rutscht, kann am Freitag zum deutschen Gegner werden.

Die eigentliche Gefahr verbirgt sich für die Mannschaft von Joachim Löw aber in den anderen beiden Töpfen. Denn das Setzsystem hat seine Tücken. War früher ein Platz in der besten Trommel die Garantie für leichte Lose, kann es diesmal dennoch schwer werden. Denn der Weltverband um Präsident Joseph Blatter denkt in regionalen Kategorien. Alle fünf verbliebenen Teams aus Afrika kommen wohl mit den drei Südamerika-Vertretern in Topf 3. Die Teams aus Asien, Ozeanien und Nord-/Mittelamerika bilden Topf 4 unabhängig aller Meriten. Somit finden sich unangenehme WM-Kontrahenten wie Mexiko oder die Vereinigten Staaten im vermeintlichen schlechtesten Topf 4 wieder, die stark eingeschätzten Afrikaner von der Elfenbeinküste oder aus Kamerun und Nigeria im Topf 3.

Eine schwere Gruppe mit Portugal, Elfenbeinküste und Mexiko ist ebenso möglich wie eine vermeintlich leichte mit der Slowakei, Algerien und Neuseeland. Die Historie der WM-Auslosungen müsste Löw allerdings Mut machen. Eine wirklich schwere Gruppe hatte die DFB-Auswahl mit Ausnahme der WM 1986 (Dänemark, Schottland, Uruguay) praktisch nie nie. Auch beim heimischen Sommertraum 2006 war mit den Gegnern Costa Rica, Polen und Ecuador die Glücksfee deutsch.

Die möglichen Töpfe für die Auslosung:

Topf 1 (Top-Teams plus Gastgeber): Südafrika, Brasilien, Spanien, Italien, Deutschland, Argentinien, England, Frankreich
Topf 2 (alle weiteren Europäer) Niederlande, Portugal, Dänemark, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Griechenland, Serbien
Topf 3 (alle weiteren Afrikaner und Südamerikaner): Nigeria, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Algerien, Paraguay, Chile, Uruguay
Topf 4 (Teams aus Asien, Ozeanien, Nord- und Mittelamerika): Japan, Südkorea, Nordkorea, Australien, Neuseeland, USA, Mexiko, Honduras

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