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Wettskandal Verdacht bis hin zur Uefa

24.11.2009 ·  Der Wettskandal liefert tröpfchenweise neue Details und neue Namen. Uefa-Mitarbeiter geraten in Verdacht, der deutsche Regionalligaverein SC Verl suspendiert zwei Spieler.

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Das Treffen der neun bisher vom internationalen Wettskandal betroffenen Fußballverbände schätzt Wolfgang Niersbach, der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), in erster Linie als Informationsveranstaltung ein, „mit dem alle auf den gleichen Wissensstand gebracht werden sollen“. Mit weiteren spektakulären Enthüllungen rechnet Niersbach, der den DFB an diesem Mittwoch am Sitz der Europäischen Fußball-Union (Uefa) in Nyon vertreten wird, nicht. Wohl aber sei denkbar, dass „vielleicht ein Maßnahmenkatalog“ beschlossen werde.

Die Uefa selbst geht dem in englischen Zeitungen geäußerten Verdacht nach, dass Uefa-Mitarbeiter Insiderwissen zu Schiedsrichteransetzungen bei Champions-League- und Europa-League-Partien an angebliche Wettbetrüger weitergegeben hätten. Wer welches Spiel pfeift, wird wie in der ersten und zweiten Bundesliga erst einen Tag vor den Begegnungen bekanntgegeben.

SC Verl und SSV Ulm unter Verdacht

Zu den am vergangenen Freitag von der ermittelnden Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Bochum genannten Ländern Deutschland, Belgien, Schweiz, Kroatien, Slowenien, Türkei, Ungarn, Bosnien-Hercegovina und Österreich können seit Wochenbeginn auch Italien und Griechenland gezählt werden. Nachdem am Montag ein neuer Wettskandal in Italien mit neun Verhaftungen, unter anderen des Präsidenten des Drittligavereins SC Potenza, bekannt wurde, berichteten tags darauf griechische Medien davon, dass dem Fußballverband 14 Spiele unter Manipulationsverdacht gemeldet worden seien. Und in Kroatien wurde am Dienstag ein 38-jähriger Slowene festgenommen, der mit einem in Deutschland ausgestellten Haftbefehl gesucht worden war.

Zu den 200 möglicherweise illegal beeinflussten Fußballspielen, die die Bochumer Ermittler genannt hatten, gehören nach jetzigem Erkenntnisstand 32 in Deutschland ausgetragene Partien von der zweiten Liga an abwärts. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ rückten die Regionalligaspiele des SC Verl gegen Borussia Mönchengladbach II (4:3) und den 1. FC Köln II (0:1) ins Zwielicht. Die Ostwestfalen zogen Konsequenzen und suspendierten zwei Spieler vom Spiel- und Trainingsbetrieb.

Wettgewinne in Höhe von 152.400 Euro

Ebenso steht die Partie zwischen Hessen Kassel und dem SSV Ulm (3:0) unter Verdacht. Der Ulmer Verein musste sich schon Ende vergangener Woche mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass es bei seiner 0:5-Niederlage vor Saisonbeginn gegen Fenerbahce Istanbul nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. In Ulm haben die Spieler inzwischen schriftlich versichert, nichts mit illegalen Wettmachenschaften zu tun zu haben. Der Verein wie auf seiner Internetseite jegliche Verstrickung in den Wettskandal von sich.

Zum besonderen Objekt staatsanwaltschaftlicher Neugier könnte der bosnische Klub NK Travnik werden. Berichten zufolge seien zwei von Wettbetrügern angeheuerte Gastspieler bei Testbegegnungen in der Schweiz gegen den FC Sion (1:4) und Xamax Neuchatel (2:3) eingesetzt worden. Travnik habe die Partien absprachegemäß verloren. Die von Deutschland aus operierenden Wettbetrüger hätten dabei Wettgewinne in Höhe von 152.400 Euro gemacht.

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