Im Zusammenhang mit dem Manipulations-Skandal im deutschen Fußball ist gegen einen zweiten Schiedsrichter Haftbefehl erlassen worden. Dominik Marks wurde nach Mitteilung der Berliner Staatsanwaltschaft bereits am Mittwoch vor seiner Wohnung in Berlin verhaftet.
Marks bleibt in in Untersuchungshaft. Dies entschied eine Ermittlungsrichterin am Berliner Amtsgericht Tiergarten am Donnerstag nachmittag. Als Begründung wurde dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr genannt.
Sportgericht weist Fürth-Einspruch ab
Am Abend wies das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Einspruch der Spielvereinigung Greuther Fürth gegen die Wertung des mit 0:1 verlorenen Zweitligaspiels beim MSV Duisburg ab. Die Partie war am 26. September 2004 von Robert Hoyzer, einem der Hauptbeschuldigten im Wettbetrugsskandal, geleitet worden.
Die Fürther hätten nicht den erforderlichen Nachweis erbracht, daß die Begegnung von Hoyzer tatsächlich manipuliert worden sei, hieß es in der Urteilsbegründung. „Eine konkrete Spielablaufmanipulation hat nicht stattgefunden“, sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Rainer Koch (Poing). Das Gremium stützte sich im wesentlichen auf die Aussagen von Hoyzer vor der Berliner Staatsanwaltschaft und bei seiner Vernehmung durch Koch. Fürths Anwalt Horst Kletke kündigte unmittelbar nach der Verhandlung Berufung beim DFB-Bundesgericht an.
„Bandenmäßiger Betrug“
Der 29jährige Schiedsrichter Marks von Lok Stendal stehe unter dem Tatverdacht des „gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betruges in drei Fällen“ und „der versuchten Verabredung von Verbrechen und Geldwäsche“, erklärte der Pressesprecher des Generalstaatsanwaltes, Michael Grunwald, am Donnerstag. Marks hat bisher alle Vorwürfe bestritten. Die zuständige Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Tiergarten entscheidet nun, ob Untersuchungshaft angeordnet wird.
Marks soll laut Staatsanwaltschaft 2004 an der Manipulation von drei Fußballspielen beteiligt gewesen sein, auf deren Ergebnisse der mitbeschuldigte Ante S. Wetten abgeschlossen hatte. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht das von Marks geleitete Zweitligaspiel Karlsruher SC - MSV Duisburg (0:3) am 3. Dezember, für das er angeblich 30.000 Euro erhalten haben soll. Die von Marks gepfiffene Regionalliga- Partie Hertha BSC/Amateure - Arminia Bielefeld/Amateure (2:1) vom 11. August 2004, bei der 6.000 Euro geflossen sein sollen, war vom DFB-Sportgericht am 3. März wegen erwiesener Manipulation annulliert und neu angesetzt worden. Der BWL-Student war am 15. Februar vom DFB wegen des Vorwurfes der Verabredung zur Manipulation gesperrt worden.
Richterin entscheidet über Untersuchungshaft
Der dringende Tatverdacht gegen Marks folgt laut Staatsanwaltschaft aus den „glaubhaften Angaben Robert Hoyzers, die mit weiteren objektiven Beweismitteln in Einklang stehen“. Der im Mittelpunkt der Affäre stehende Schiedsrichter Hoyzer war am 12. Februar wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen und nach weiteren Geständnissen am 25. Februar wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Am 28. Januar waren vier mutmaßliche Drahtzieher des Wettbetrugs in einem Berliner Café festgenommen worden, gegen drei wurde Haftbefehl erlassen.