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Wettskandal Milan S. knapp zwei Stunden auf freiem Fuß

 ·  Der Wettskandal sorgt weiter für Verwirrungen: Gastronom Milan S. aus dem Berliner Café King, in dem Robert Hoyzer verkehrte, ist am Montag wenige Stunden nach seiner Freilassung wieder in Haft genommen worden.

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Um die Freilassung des in den Fußball-Wettskandal verwickelten Milan S. hat es am Montag in Berlin ein dubioses Verwirrspiel gegeben. Zunächst war der mitbeschuldigte Kroate gegen Zahlung einer Kaution auf Weisung der Haftrichterin des Amtsgerichts auf freien Fuß gesetzt worden. Nur knapp zwei Stunden später mußte er nach einer Entscheidung des Landgerichts wieder in die Untersuchungshaft zurückkehren. Daraufhin meldete sich der Wirt des Café King freiwillig bei dem Gericht, das nun über die weitere Haft befinden muß.

„Damit hat er wohl glaubwürdig den Eindruck widerlegt, das akute Fluchtgefahr besteht“, erklärte der Anwalt von Milan S., Johannes Eisenberg. Gegen Mittag hatte Michael Grunwald, der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, bestätigt, daß die Haftrichterin des Amtsgerichts Tiergarten das Mitglied der „kroatischen Wettgruppe“ gegen die Zahlung einer Kaution von 40.000 Euro aus der Untersuchungshaft in Moabit entlassen hatte. Der Haftbefehl gegen Milan S. bleibe jedoch weiter bestehen, hieß es aus der Staatsanwaltschaft, die zugleich Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt hatte.

Kuriose Tatsachen

Nachdem Milan S. trotzdem auf freien Fuß gelassen wurde, wandte sich die Staatsanwaltschaft an das Landgericht, das die Haftverschonung bis zu einer Entscheidung wieder aussetzte. Daraufhin stellte sich der Kroate dem Gericht. So kam es zu der kuriosen Tatsache, daß sich Milan S. am Montag für weniger als zwei Stunden auf freiem Fuß befand. Nach wie vor in Untersuchungshaft sitzen auch seine durch Schiedsrichter Robert Hoyzer mitbelasteten Brüder ein.

Als Grund für die Freilassung, die nur von kurzer Dauer war, hatte Anwalt Eisenberg die geringfügige Verwicklung seines Mandanten genannt. Das Amtsgericht sei davon ausgegangen, daß der Kroate nur an Wetten auf drei Spiele der Zweiten Fußball-Bundesliga beteiligt war, die von Schiedsrichtern sportregelwidrig gepfiffen wurden.

„Verzögerung heraufbeschworen“

Bereits in der Vorwoche hatte das Amtsgericht trotz vorangegangener Haftverschonungs-Entscheidung eine sofortige Haftentlassung abgelehnt, nachdem die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt hatte. Das Amtsgericht hatte zugleich angeordnet, daß Milan S. bis zur Entscheidung über diese Beschwerde in Untersuchungshaft bleiben müsse. Die Staatsanwaltschaft hatte nach jener Entscheidung Anlaß gesehen, den Haftbefehl zu erweitern.

„Damit hat die Staatsanwaltschaft eine Verzögerung heraufbeschworen, obwohl das im Lichte der Haftverschonung der viel stärker beschuldigten Schiedsrichter Robert Hoyzer und Dominik Marks gar nicht nötig gewesen wäre“, kommentierte Eisenberg.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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