23.11.2009 · Der DFB hat im Fußball-Wettskandal eine Task Force eingerichtet. Doch sie wird an Grenzen ihrer Tatkraft stoßen. DFB und DFL können nur eine produktive Nebenrolle spielen. Vor allem Polizei und Staatsanwaltschaft sind gefragt. Doch es blühen nur sehr bescheidene Hoffnungen auf Abhilfe.
Von Roland ZornDer Name klingt nach Entschlossenheit, raschem Zupacken, unbedingter Handlungsvollmacht. Tatsächlich aber wird die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Montag installierte Task Force als gebündelte Reaktion auf den neuen Manipulationsskandal im europäischen Fußball immer wieder an Grenzen ihrer Tatkraft stoßen.
Die über illegale Wettbüros in Asien gesteuerten Betrugsgeschäfte stellen zuerst und vor allem eine schwer zu lösende Aufgabe für Polizei und Schwerpunktstaatsanwaltschaften wie die in Bochum dar. Wo es nicht einmal eine gesetzlich greifbare Handhabe gibt, das ausgeuferte Wettgeschäft so wirkungsvoll einzuhegen, dass windigen Profiteuren die Plattform ihrer Machenschaften genommen wird, blühen nur sehr bescheidene Hoffnungen auf Abhilfe.
Wer das weiß, kann auch nicht erwarten, dass etwa der Deutsche Fußball-Bund – der im Rahmen seiner Möglichkeiten nach dem Hoyzer-Skandal viel Richtiges auf den Weg gebracht hat – oder die Deutsche Fußball Liga im neuesten Skandal um fremdbestimmte Fußballbegegnungen mehr als nur eine produktive Nebenrolle spielen können. Bochum ist das Zentrum aller Ermittlungen und nicht Frankfurt, wo die Fußballverbände ihr Domizil haben.
Da es sich um kriminelle Delikte handelt, zu deren Aufdeckung ein Höchstmaß an Diskretion notwendig ist, war es auch vollkommen nachvollziehbar, dass die Staatsanwälte in ihrem Revier bisher nur Vertreter der Europäischen Fußball-Union (Uefa) in ihr Vertrauen zogen. Schließlich wird grenzübergreifend auch auf der Basis von Uefa-Erkenntnissen verdeckt recherchiert und gefahndet. Hier pikiert zu reagieren wie der bisher nicht en detail eingeweihte Dortmunder Ligapräsident Reinhard Rauball geht an der Sache vorbei.
Anders als im Fall des bestechlichen Schiedsrichters Hoyzer schlägt der diesmal vielleicht noch größere Wettskandal auch deshalb keine so hohen Wellen, weil er nicht zuerst innerhalb der DFB-Strukturen aufgedeckt und so auch personalisiert worden ist.
Die neueste Affäre spielt sich noch in Grauzonen ab und rührt von einem Wettmarkt, der längst so unübersichtlich geworden ist, dass Manipulation Tür und Tor geöffnet bleiben dürften. Das macht die Angelegenheit nicht besser, erklärt aber die vergleichsweise überschaubare Aufregung, die dieser Wettbetrug hoch 200 bisher ausgelöst hat.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |