12.02.2005 · Der Hamburger SV wird für das manipulierte Pokalspiel gegen Paderborn mit insgesamt zwei Millionen Euro entschädigt, das Spiel nicht wiederholt. Der Verein und der Deutsche Fußball-Bund einigten sich auf einen Vergleich.
Der Hamburger SV wird für das im Zuge des Wettskandals manipulierte Pokalspiel gegen Paderborn mit insgesamt zwei Millionen Euro entschädigt. Der Verein und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einigten sich am Freitag auf Anregung des DFB-Sportgerichts in Frankfurt am Main auf einen Vergleich.
Demnach erhält der HSV eine Zahlung von 500.000 Euro sowie die Einnahmen aus einem Länderspiel, das im Oktober in Hamburg gegen Japan oder China stattfinden soll. Im Laufe der Verhandlung um das vom früheren Referee Robert Hoyzer verschobene Pokalspiel war deutlich geworden, daß eine Rückkehr des HSV in den aktuellen Pokalwettbewerb rechtlich kaum durchzusetzen ist. Zumindest nicht bis zum DFB-Pokal-Finale am 28. Mai in Berlin.
„Manche Konflikte lassen sich irdisch nicht lösen“
Nach der Beweisaufnahme in der DFB-Zentrale in Frankfurt hatte Koch nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger den Vorschlag eines Vergleichs in der Verhandlung öffentlich gemacht und Regreßforderungen gegen Hoyzer nicht ausgeschlossen.
„Wenn wir sportlich den DFB-Pokal 2005 zu einem sachgerechten Ablauf verhelfen wollen, sollte man überlegen, ob ein Vergleich nicht sinnvoll ist. Es wäre eine Lösung, wenn sich der HSV damit abfindet, aus dem DFB-Pokal ausgeschieden zu sein. Manche Konflikte lassen sich irdisch nicht lösen, weil die Zeit einfach weiter gelaufen ist“, sagte Koch und verwies damit darauf, daß der DFB-Pokal bereits bis zum Viertelfinale fortgeschritten ist und die immer weiter laufenden Prozesse einen dunklen Schatten auf den Pokalsieger 2005 werfen würden.
HSV nicht kompromißbereit
Zunächst schien sich der HSV gegen einen Vergleich zu sperren. Hamburgs Anwalt Christoph Schickhardt sprach „im Namen der Spieler“ und forderte abermals die Wiedereingliederung in den Pokal. „Wir wollen gegen den Sieger des Viertelfinals Freiburg gegen Bayern um den Einzug in das Halbfinale spielen. Wir bevorzugen auf jeden Fall die sportliche Lösung. Das sind wir der Mannschaft und den Fans schuldig“, hatte Schickhardt argumentiert.
Zwanziger räumt Pannen ein
Zwanziger hatte zuvor bei der Aufklärungsarbeit rund um den Wett- und Manipulationsskandal „eine ganze Reihe von Pannen“ zwischen dem DFB und Wettanbieter Oddset eingeräumt. Das Verhältnis zu dem WM-Sponsor sei dadurch aber keineswegs überschattet, sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident. „Es besteht nach der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft kein Zweifel, daß Oddset die Kriminalpolizei eingeschaltet hat“, so der 59jährige. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hatte dies kürzlich in Frage gestellt.
Zwangspause für Jansen
Der im Manipulationsskandal ebenfalls beschuldigte Schiedsrichter Jürgen Jansen wird derweil vorerst wohl keine Spiele leiten. „Der Einsatz von Schiedsrichtern ist nicht Aufgabe des Kontrollausschusses. Aber wenn ein Ermittlungsverfahren wegen bandenmäßigen Betrugs läuft, ist es aus Fürsorgepflicht nicht sinnvoll, einen Schiedsrichter vor 60.000 Leuten pfeifen zu lassen“, sagte Horst Hilpert. Er hatte den Essener Referee zuvor gemeinsam mit DFB-Chefjustiziar Goetz Eilers und dem per Telefon zugeschalteten Zwanziger zweieinhalb Stunden in der DFB-Zentrale vernommen.
Nähere Angaben wollte er aber nicht machen: „Wir haben außer dem Sportgerichtsverfahren auch ein Kriminalverfahren. Die Staatsanwaltschaft äußert sich nicht detailliert zu laufenden Ermittlungsverfahren. Und das Sportgericht ist so klug, dies zu übernehmen.“ Jansen verließ das DFB-Gebäude in Begleitung seines Anwalts Stephan Reiffen ebenfalls nur mit einem knappen Kommentar. „Ich habe bereits alles auf der Pressekonferenz gesagt“, erklärte der 44jährige eine Woche nach seinem öffentlichen Auftritt. Vorwürfe gegen seine Person, Spiele manipuliert zu haben, hatte der der Unparteiische in Passau zu entkräften versucht.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |