Der ehemalige Bundesliga-Profi Steffen Karl hat erstmals seine Beteiligung am Wett- und Manipulationsskandal eingestanden. „Herr Karl gab bei den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft zu, daß er dem damaligen Cottbuser Schlußmann Georg Koch vor dem Zweitliga-Spiel Cottbus gegen Regensburg eine Summe von 15.000 bis 20.000 Euro angeboten habe, um die Partie zu manipulieren“, sagte Andreas Bartholome, Anwalt des Spielers, dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Im zweiten Fall, bei dem Karl als Spieler des Chemnitzer FC die Regionalliga-Partie gegen den SC Paderborn (0:4) manipuliert haben soll, war Karl nach eigener Aussage nicht verstrickt.
Karl belastet Ante S.
Auch an den telefonischen Einschüchterungsversuchen gegenüber Torwart Koch sei, so Anwalt Bartholome, sein Mandant nicht beteiligt gewesen. Durch die Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft wurde die Verdunklungsgefahr aufgehoben und Karl nach drei Tagen aus der Untersuchungshaft in Berlin-Moabit wieder entlassen.
In seinem Geständnis soll er auch den den möglichen Drahtzieher im Fußball-Wettskandal belastet haben. Dies berichtet der Berliner „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Justizkreise.
Demnach sei Karl von dem Kroaten Ante S. aufgefordert worden, den Torhüter Georg Koch zu bestechen. Karl hat Ante S. offenbar Anfang 2004 in einer Diskothek kennengelernt. Später sollte Karl helfen, junge kroatische Nationalspieler in deutschen Vereinen unterzubringen.