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Wettskandal Auch Marks gesteht - Urteile in einer Woche

10.11.2005 ·  Nach Robert Hoyzer hat erstmals auch Schiedsrichter Dominik Marks eingestanden, Geld für die Manipulation von Fußball-Spielen angenommen zu haben. Schon in der kommenden Woche sollen die Urteile gesprochen werden.

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Im Berliner Prozeß um Manipulationen im deutschen Fußball wird voraussichtlich bereits am kommenden Donnerstag das Urteil gegen Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer, seinen Kollegen Dominik Marks sowie die Sapina-Brüder Ante, Filip und Milan gesprochen.

Richterin Gerti Kramer trennte am Donnerstag den Prozeß gegen die fünf Angeklagten ab. Das bisherige Verfahren wird nun am 22. November allein gegen den früheren Profi Steffen Karl weitergeführt, der am Dienstag zuvor alle Manipulations-Vorwürfe abgestritten hatte.

„Wasch mich, aber mach mich nicht naß“

Strittig ist die Abtrennung aus Sicht der Staatsanwaltschaft im Falle von Marks. Dieser hatte zwar zugegeben, insgesamt 27.000 Euro von Ante Sapina erhalten zu haben, eigene Manipulationen aber abgestritten. „Dies ist ein juristischer Slalom unter dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht naß“, erklärte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Fätkinhäuer. Die Kammer lehnte jedoch seinen Antrag ab, auch die Beweisaufnahme im Fall des 30jährigen Stendaler Referees wie bei Steffen Karl fortzuführen.

In seiner Erklärung, die von seiner Anwältin Astrid Koch verlesen wurde, legte Marks am achten Prozeßtag vor dem Landgericht Berlin Wert auf die Feststellung, daß er mit keiner Entscheidung wissentlich den Verlauf von Spielen beeinflußt habe. „Ich wollte das Geld nehmen, aber die Spiele nicht manipulieren“, sagte er. Marks gestand, daß ihn sein damaliger Schiedsrichter-Kollege Robert Hoyzer beim Sommerlehrgang 2004 angesprochen habe, Spiele zu manipulieren. „Das Geld schien verlockend“, sagte Marks und traf sich später mit Hoyzer und „Navigator“ Sapina im Berliner Restaurant „Ciao Ciao“.

20.000 Euro für ein Zweitliga-Spiel

Er sei „neugierig auf das leicht zu verdienende Geld“ gewesen, gab Marks zu. Erst später habe er begriffen, daß er damit „seine gesamte wirtschaftliche Existenz aufs Spiel gesetzt“ habe, sagte Marks, der nun fürchten muß, daß auch seine berufliche Karriere als Wirtschaftsprüfer-Assistent im Falle einer Verurteilung gefährdet ist. 7.000 Euro habe er vor dem Regionalligaspiel Hertha BSC (A) gegen Arminia Bielefeld (2:1/11. August 2004) erhalten, wenige Wochen später noch einmal ein Darlehen über 7.000 Euro. Für die von ihm geleitete Zweitliga-Partie Karlsruher SC - MSV Duisburg (0:3) am 3. Dezember 2004 wurden ihm von Sapina 20.000 Euro gezahlt, die mit dem zuvor erteilten Darlehen verrechnet worden seien.

Beim dem von ihm nicht anerkannten Treffer der Bielfelder Amateure berief sich Marks auf eine aus seiner Sicht unklare Situation und wies die Schuld der Assistentin Inka Müller zu, die nicht reklamiert habe, als er den Treffer verweigerte. Auch beim angeblich unberechtigten Elfmeter für die Hertha-Amateure habe er ein Foul erkannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte nach einem Schiedsgerichts-Urteil das Spiel Hertha (A) - Bielefeld (A) bereits wiederholen lassen und gegen Marks eine Vorsperre ausgesprochen.

Plädoyers am Dienstag, Urteile am Donnerstag

Mit dem Gutachten des Berliner Sucht-Experten Professor Werner Platz wurde am Nachmittag die Beweisaufnahme gegen Hoyzer, Marks und die Sapinas abgeschlossen. Am kommenden Dienstag werden die Plädoyers erwartet, damit könnte am Donnerstag das Urteil erfolgen.

Karl-Anwalt Andreas Bartolomé kündigte an, für den 22. November mehrere Spieler wie die Chemnitzer Torsten Bittermann und Markus Ahlf sowie Trainer Frank Rohde als Zeugen zu laden. „Für uns läuft es nach Wunsch“, bestätigte der Jurist, der nun einige Hilfsbeweisanträge der Staatsanwaltschaft im Fall Marks erwartet. Sollten diese sehr umfangreich sein, könnte auch das Verfahren gegen den Referee noch weitergeführt werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/ddp
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