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Wettgeheimnisse Wunschergebnis per Zufall?

30.11.2009 ·  Die ersten Geständnisse in Deutschland bringen langsam Licht ins Dunkel des Wettskandals. Doch die Ausmaße der Manipulationen bleiben unüberschaubar.

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Die ersten Geständnisse in Deutschland bringen langsam Licht ins Dunkel des Wettskandals. Doch die Ausmaße der Manipulationen bleiben unüberschaubar. Der unter Verdacht stehende frühere Profi des VfL Osnabrück, Marcel Schuon, hat nach Angaben seines Anwalts bei der Staatsanwaltschaft Bochum ausgesagt und eine Verabredung mit seinem Auftraggeber gestanden. Sein Klub, der Drittligaverein SV Sandhausen hat sich daraufhin nach Informationen der „Rhein-Neckar-Zeitung“ in Heidelberg mit sofortiger Wirkung von Schuon getrennt.

Patrick Neumann, suspendierter Kapitän des Fußball-Regionalligisten SC Verl, hatte bereits zuvor die Annahme von 500 Euro für zwei manipulierte Spiele zugegeben. „Die bisherigen Aussagen von Herrn Neumann waren eine Vorleistung“, sagte Neumanns Anwalt Lutz Klose am Montag. Er habe Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft beantragt.

Die Wettschulden wurden erlassen

Schuon, der offenbar Wettschulden hatte, war von einem Auftraggeber angesprochen worden. „Zur Manipulation ist es aber nicht gekommen“, sagte Anwalt Siegfried Kauder. Schuon habe während der Partie gegen den FC Augsburg (0:3) in der vergangenen Saison gemerkt, „dass er als Mittelfeldspieler alleine nichts ausrichten könne“. Da allerdings dennoch das gewünschte Ergebnis eingetreten sei, seien Schuon von seinem Auftraggeber die Wettschulden erlassen worden. Damit habe sich der Spieler der „Verbrechensabrede“ schuldig gemacht, sagte Kauder.

Mit seiner fristlosen Kündigung habe der Klub auf die Verstrickung des Innenverteidigers in den Wettskandal reagiert, berichtet das Blatt in der Dienstag-Ausgabe. „Schon der Versuch ist strafbar“, sagte Sandhausens Klubpräsident Jürgen Machmeier laut „Rhein-Neckar-Zeitung“: „Wir distanzieren uns von dieser Sache, wollen mit dem Wettskandal nichts zu tun haben, deshalb war die Kündigung der einzige logische Schritt.“ Nach rechtlicher Beratung sah der Sandhäuser Clubchef mehrere Kündigungsgründe vorliegen. Vor einem weiteren Spiel der Saison gegen den 1. FC Nürnberg (0:2) habe Schuons Auftraggeber das abermalige Signal zur Manipulation gesandt, dabei sei allerdings das gewünschte Ergebnis nicht erreicht worden.

Unterdessen hat der europäische Fußball-Verband Uefa Informationen von „Spiegel Online“ in Zusammenhang mit dem Wettskandal den ukrainischen Schiedsrichter Oleg Orijechow suspendiert. Der 42- Jährige soll persönlichen Kontakt zu einem Mitglied der Wettmafia haben. Er sei am Montag aufgrund von Ermittlungen der Anti- Korruptions-Einheit der Uefa zu einer persönlichen Anhörung in die Verbandszentrale nach Nyon geladen worden.

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