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Mehr Fußball! : Wer gewinnt den Super-U-Confed-Cup?

Das ist das Ding: der Confed Cup Bild: dpa

Deutschlands Fußballern gehen die Gegner aus. Da hilft nur ein neues Wettkampf-Format. Wir hätten da einen Vorschlag. Und eine Prognose, wer den Pott holt. Eine Glosse.

          Das nennt man wohl Liebe auf den letzten Blick. Kaum zeichnet sich ab, dass der Confed Cup abgeschafft wird, haben die Deutschen die Mini-WM schätzen gelernt. Erfolg macht sexy, das gilt auch für Fußballturniere. Und somit kann es nach den Titelgewinnen beim Confed Cup und bei der U-21-EM nur ein Ziel für die deutsche Fußball-Diplomatie geben: Wir brauchen mehr internationale Turniere!

          Christian Palm

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET

          Oder wenigstens das ein oder andere zusätzliche Spiel. Und weil es langweilig wird, die immer gleichen Gegner aus Südeuropa (Spanien) und Südamerika (Chile) zu besiegen, braucht es kreativere Ansätze. So wie diesen: Warum treten nicht einfach der Sieger des Confed Cups und die U-21-Europameister gegeneinander an? Der auf diese Weise ausgespielte Super-U-Confed-Cup könnte die Zeit zum Beginn der Bundesliga-Saison immerhin etwas verkürzen. Und das Finale Deutschland gegen Deutschland hätte das Zeug, den Fußballkaiser ein für alle mal zu widerlegen: Nein, Franz Beckenbauer, Deutschland ist auf Jahre hinaus nicht unschlagbar. Denn eine deutsche Mannschaft wird den Platz als Verlierer verlassen. Aber welche?

          Der Vergleich zwischen den beiden Meister-Teams zeigt, dass das Finale um den Super-U-Confed-Cup durchaus Spannung verspricht. Beide Mannschaften haben gezeigt, wie variabel sie spielen können. Die Trainer Löw und Kuntz haben es geschafft, ihre Teams auf verschiedene Gegner einzustellen. Mal traten sie spielbestimmend auf, mal warteten sie ab. Auch wenn sie unter Druck gerieten, verfielen sie selten in Panik.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Großer Rückhalt der U 21 war Julian Pollersbeck. So lange er den Ball nicht mit dem Fuß spielen musste, machte er so gut wie keinen Fehler. Seine Pendants in der A-Nationalelf können sich da durchaus etwas abschauen. So sicher wie der Neu-Hamburger stand etwa Marc-André ter Stegen nicht immer zwischen den Pfosten.

          Auch die Innenverteidigung der U 21 braucht sich nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Marc-Oliver Kempf und Niklas Stark haben einen extrem stabilen Eindruck hinterlassen. Drei Gegentore in fünf EM-Spielen sind ein guter Arbeitsnachweis. Zumal ihnen nicht erst im Finale extrem starke Gegner über den Weg gelaufen sind. Im Spielaufbau erreichten sie auf der nach oben offenen Hummels-Skala deutlich bessere Werte als ihre älteren Kollegen beim Confed Cup. Der wackelige Mustafi etwa verursachte deutlich mehr Gefühlsausbrüche auf den Sofas der Republik.

          Aber im Angriff haben Jogis Männer mehr Qualität als Kuntz' Jungs: Im zentralen Mittelfeld stimmt die Balance aus dem defensivstarken Rudy und dem furchtlosen Goretzka. Draxler, Stindl und Kimmich haben ihr großes Potential gezeigt und selbstredend mehr internationale Erfahrung als etwa Haberer und Gnabry. Und ein echter Vollstrecker hat sich in der U 21 leider nicht hervor getan. Timo Werner, seines Zeichens Top-Torjäger des Confed Cups, könnte so den entscheidenden Unterschied ausmachen.

          Und noch eine Idee

          Klar, Löws Seniorenmannschaft wäre der Favorit. Aber die Jungstars von Stefan Kuntz hätten durchaus Chancen, ihnen ein Bein zu stellen. Verlängerung und Elfmeterschießen um den Super-U-Confed-Cup wären nicht ausgeschlossen. Denn weder beim Confed Cup noch bei der U-21-EM hat schließlich der Favorit gewonnen. Und am Ende kann ja immer noch der Videobeweis für eine ungeahnte Wendung sorgen.

          Für den Fall, dass Fifa und Uefa diesem Vorschlag für ein neues Spiel-Format nicht folgen, bleibt erst einmal nur eins: Die U-19-EM in Georgien. Und danach vielleicht die Aussicht auf ein deutsch-deutsch-deutsches Dreier-Turnier um die Vorherrschaft des Weltfußballs. Und der Sieger spielt dann gegen all die Topspieler, die Joachim Löw in den Urlaub geschickt hat, statt sie mit nach Russland zu nehmen. Auch keine schlechte Idee. Und ein Kandidat für Fan-Liebe auf den ersten Blick.

          Quelle: FAZ.NET

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