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Was macht der Bayern-Star? Poker um Michael Ballack

02.08.2005 ·  Manchester United hat sich im Poker um Michael Ballack möglicherweise einen Vorteil erspielt. Berichten zufolge hat der Klub eine Vorvereinbarung mit dem deutschen Nationalspieler getroffen. Sein Berater dementierte umgehend.

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Im Poker um eine Vertragsverlängerung von Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack beim deutschen Fußball-Meister Bayern München bahnt sich offenbar eine spektakuläre Wende an.

Nach Informationen der englischen Tageszeitung „The Guardian“ (Online-Ausgabe) soll sich der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler mit dem englischen Renommierklub Manchester United über einen Wechsel nach der WM 2006 einig geworden sein. Ballacks Berater Michael Becker bezeichnete den Bericht jedoch als „hoch spekulativ“.

Manchester „bevorzugtes Ziel“

Bereits im Januar 2006 solle Ballack demnach einen Vorvertrag bei „ManU“ unterschreiben und sechs Monate später ablösefrei zum fünfzehnmaligen englischen Meister wechseln, wo er Kapitän Roy Keane beerben soll, berichtete die Zeitung am Dienstag. United-Teammanager Sir Alex Ferguson und Vorstandsboß David Gill sollen mit Ballack ein „Gentleman's Agreement“ erreicht haben, wonach Ballack erklärt habe, daß „ManU“ sein „bevorzugtes Ziel“ sei, hieß es weiter. Laut Fifa-Statuten dürfen Spieler erst ein halbes Jahr vor Vertragsende einen entsprechenden Kontrakt unterzeichnen. Ballacks Vertrag in München läuft bis zum 30. Juni 2006.

Bayerns Vorstandsboß Karl-Heinz Rummenigge wollte nicht zu der Meldung des „Guardian“ äußern. Noch am Montag hatte Manager Uli Hoeneß erklärt, er habe sich auf der fünftägigen Testspielreise des Klubs in der vergangenen Woche in Japan zwar mit Gill unterhalten, „aber nicht wegen Michael Ballack. Es gibt noch nicht mal eine Anfrage für ihn“. Ballacks Berater Michael Becker dementierte am Mittag die Meldung: „Da ist gar nichts dran. Es gibt keinen Vorvertrag und kein Gentleman's Agreement. Es bleibt dabei, unser derzeit einziger Ansprechpartner ist der FC Bayern.“

Beckenbauer will Ballack halten

Am Dienstag hatte sich auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer in die Diskussionen eingeschaltet. „Unterschreib' sofort“, riet Beckenbauer dem Mittelfeld-Star in der „Bild“-Zeitung. Ballack solle „die Gunst der Stunde nutzen“, ehe ihn eine etwaige Verletzung in eine schlechtere Verhandlungsposition bei Bayern München bringe.

Auch den FC Bayern drängte Beckenbauer zum Handeln. „Man sollte alles unternehmen, um ihn bei Bayern zu halten“, sagte Beckenbauer. Ballack habe aber jetzt alle Trümpfe in der Hand, ergänzte Beckenbauer, riet dem Profi aber gleichzeitig, Maß zu halten. „Die Forderungen des Spielers sollten in einem vernünftigen Rahmen liegen - so, daß es sich der FC Bayern leisten kann“, sagte er.

Entscheidung in sechs bis acht Wochen

Eine Entscheidung noch vor dem Bundesliga-Auftakt am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach sei nicht zu erwarten, sagte Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager rechnet in den nächsten sechs bis acht Wochen mit einem Ergebnis. „Dieser Zeitrahmen ist realistisch“, sagte Berater Becker. Felix Magath sieht die Entscheidung wie Beckenbauer bei Ballack. „Es ist an ihm, seine Meinung kund zu tun. Natürlich wollen wir mit ihm weiterarbeiten“, sagte der Trainer in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Fernsehens am Montag abend.

Der FC Bayern hatte Ballack jüngst ein Angebot für eine Verlängerung seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrages bis 2010 gemacht. Der Mittelfeldstar wird auch vom spanischen Spitzenclub Real Madrid umworben.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid/dpa
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