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Wahl der „Weltfußballer“ Prinz und Ronaldinho wieder die Besten

20.12.2005 ·  Er ist der unumstrittene „König“ des Weltfußballs: Drei Wochen nach seiner Wahl zu Europas Fußballer des Jahres wurde Ronaldinho auch zum weltbesten Kicker gekürt. „Weltfußballerin des Jahres“ ist Birgit Prinz - bereits zum dritten Mal in Folge.

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Ronaldinho ist der unumstrittene „König“ des Weltfußballs. Drei Wochen nach seiner Wahl zu Europas Fußballer des Jahres wurde der Brasilianer am Montag vom Weltverband Fifa auch zum weltbesten Kicker gekürt.

Zweiter bei der Wahl zum „Weltfußballer des Jahres“ wurde der englische Nationalspieler Frank Lampard vom FC Chelsea vor dem Kameruner Samuel Eto'o (FC Barcelona). Ronaldinho erhielt die Fifa-Auszeichnung nach 2004 bereits zum zweiten Mal.

Prinz: 90 Tore in 144 Spielen

Bei den Frauen vollbrachte Birgit Prinz, was noch keiner Fußballerin vor ihr gelungen ist: Die 28jährige Angreiferin wurde zum dritten Mal hintereinander als „Weltfußballerin“ ausgezeichnet. Für die Wahl hatten die Trainer und Kapitäne der Nationalteams sowie Repräsentanten der Profi-Kicker in aller Welt ihre Stimmen abgegeben.

Welt- und Europameisterin Prinz, die ihre Titelsammlung im Sommer als Spielführerin des DFB-Teams mit dem Gewinn des EM-Championats und der deutschen Meisterschaft mit dem 1. FFC Frankfurt aufstockte, setzte sich dabei gegen die Brasilianerin Marta und Shannon Boxx aus den Vereinigten Staaten durch. Bei der Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres war Birgit Prinz am Sonntag abend Vierte geworden (siehe auch: Die besten Sportler 2005: Uschi Disl und Ronny Ackermann). In 144 Länderspielen für Deutschland hat die Stürmerin insgesamt 90 Tore erzielt.

Ballack auf dem elften Platz

Bei den Frauen landeten die deutschen Nationalspielerinnen Renate Lingor (170) und Sandra Minnert (97) auf den Plätzen fünf und sieben.

Bei den Männern war Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack als einziger Deutscher nominiert und landete mit 64 Punkten auf dem elften Platz. Als bisher einziger Deutscher entschied Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus bei der Wahl 1991 die Abstimmung für sich.

Beneideter Wundersturm

Ronaldinho ist erst der dritte Spieler, den die FIFA mehr als ein Mal als „Weltfußballer“ auszeichnete. Bisher gelang dies nur seinem Landsmann Ronaldo (1996, 1997 und 2002) sowie dem Franzosen Zinedine Zidane (1998, 2000 und 2003). Ronaldinhos Hunger nach Erfolg ist nach den Ehrungen längst noch nicht gestillt. „Die Auszeichnungen spornen mich an, noch besser zu werden“, sagte der 25jährige kürzlich. „Jetzt möchte ich mit Barça die Champions League gewinnen, dann den Titel in Spanien verteidigen und mit Brasilien Weltmeister werden.“

Der Ballkünstler bildet bei „Barça“ mit Eto'o einen Wundersturm, um den alle Welt die Katalanen beneiden. In der spanischen Liga erzielte das Duo in 16 Spielen allein 25 Treffer, mehr als praktisch jedes Team in der Primera Division. In Europa können nur die Bremer Miroslav Klose und Ivan Klasnic mit 24 Toren noch mithalten.

Im Privatjet nach Barcelona zurück

Eto'o hat zuweilen den Eindruck, seine Leistungen an der Seite Ronaldinhos würden nicht genügend geschätzt. „Wäre ich Brasilianer oder Argentinier, hätte man mich längst zum Fußballer des Jahres gemacht“, beschwerte sich der Kameruner unlängst. Er widersprach aber dem Verdacht, auf Ronaldinhos Ruhm neidisch zu sein. „Eifersüchtig auf Ronnie? So ein Quatsch!“, empörte sich Eto'o. „Wenn er etwas gewinnt, freue ich mich mit ihm.“

Zum Feiern hatten die beiden Stürmer keine Zeit. Direkt nach der Fifa-Ehrung mußten Ronaldinho und Eto'o im Privatjet nach Barcelona zurückfliegen. Dort sollten sie am Dienstag schon wieder zum Spiel gegen Celta de Vigo antreten.

Bis 2010 gebunden

Beide Ausnahmekicker gelangten eigenartigerweise nicht durch eine gezielte Transfer-Strategie, sondern eher durch Zufall zu Barça. Ronaldo de Assis Moreira, so sein Geburtsname, war bei den Katalanen eigentlich nur zwei Wahl. Clubchef Joan Laporta wollte David Beckham holen, aber der Engländer ging lieber zum Erzrivalen Real Madrid.

Eto'o hatte ebenfalls für die Madrilenen spielen wollen. Aber die „Königlichen“ verkannten das Talent des Afrikaners. Sie ließen ihn über RCD Mallorca nach Barcelona wechseln. Die Katalanen zahlten für Ronaldinho und Eto'o insgesamt 60 Millionen Euro Ablöse. Heute betragen die vertraglich festgelegten Ablösesummen 275 Millionen Euro. Beide Kicker haben sich bis 2010 an Barça gebunden.

Welt-Fußballer des Jahres

1991 Lothar Matthäus (Deutschland/Inter Mailand)
1992 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1993 Roberto Baggio (Italien/Juventus Turin)
1994 Romario (Brasilien/FC Barcelona)
1995 George Weah (Liberia/AC Mailand)
1996 Ronaldo (Brasilien/FC Barcelona)
1997 Ronaldo (Brasilien/FC Barcelona-Inter Mailand)
1998 Zinedine Zidane (Frankreich/Juventus Turin)
1999 Rivaldo (Brasilien/FC Barcelona)
2000 Zinedine Zidane (Frankreich/Juventus Turin)
2001 Luis Figo (Portugal/Real Madrid)
2002 Ronaldo (Brasilien/Inter Mailand-Real Madrid)
2003 Zinedine Zidane (Frankreich/Real Madrid)
2004 Ronaldinho (Brasilien/FC Barcelona)
2005 Ronaldinho (Brasilien/FC Barcelona)

Welt-Fußballerin des Jahres

2001 Mia Hamm (USA)
2002 Mia Hamm (USA)
2003 Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt)
2004 Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt)
2005 Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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