Home
http://www.faz.net/-gtm-757rc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

VfL Wolfsburg Köstner macht Platz - für Schuster

Noch fehlt die Unterschrift unter den Drei-Jahres-Vertrag. Doch dass der ehemalige deutsche Nationalspieler, ein Freund des spanischen VW-Managers Sanz, neuer Trainer des VfL Wolfsburg wird, scheint festzustehen.

© dpa Vergrößern Blick Richtung Wolfsburg: Schuster wird wohl Trainer beim VfL

Seine Belohnung für einen wertvollen Sieg ließ nicht lange auf sich warten. „Ich habe das gerne gemacht und bin auch immer noch gerne in Wolfsburg“, sagte Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner, als seine Abberufung nach gut zwei Monaten schon feststand. Kurz nach dem glücklichen 2:1-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen, mit dem unter Köstners Regie am Mittwochabend der Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals gelang, hatten die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg noch geschwiegen. Aber die Entscheidung war hinter den Kulissen längst gefallen. Am Donnerstagvormittag wurde der Sechzigjährige verabschiedet und in den Status des Wolfsburger Amateurtrainers zurückversetzt.

Köstner soll Platz für einen prominenteren Mann machen, für Bernd Schuster. VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs arbeitet mit Hochdruck daran, den früheren Nationalspieler als Cheftrainer zu den Niedersachsen zu holen. „Es ist richtig, dass Bernd Schuster ein Kandidat ist, aber es müssen alle Rahmenbedingungen stimmen“, sagte Allofs am Donnerstag: „Es gibt verschiedene Dinge zu klären.“ Die Unterschrift unter dem Vertrag, der bis 2015 gelten soll, fehle noch.

Mehr zum Thema

Im Hinhalten, Zögern, Schweigen und Taktieren hat Allofs in den vergangenen Wochen erstaunliche Qualitäten bewiesen. Wie schon rund um seinen eigenen Wechsel von Werder Bremen zum VfL Wolfsburg galt - der neue starke Mann des vom Volkswagen-Konzern bezahlten Klubs gab sich große Mühe, die Dinge zu verschleiern. Allofs ließ mehrere übereinstimmende Medienberichte zunächst unkommentiert, denen zu Folge Schuster in Wolfsburg einen Dreijahresvertrag erhalten soll und damit seine Premiere als Trainer in der Fußball-Bundesliga geben könnte. Die intensiven Verhandlungen mit dem ehemaligen Nationalspieler sind vom Verein aber immerhin bestätigt worden. Weil Köstner sich von der Profimannschaft schon verabschiedet hat, ist davon auszugehen, dass sein Nachfolger noch in dieser Woche vorgestellt wird. „Es ist gut, wenn wir wissen, was kommt. Ich will es auch wirklich wissen“, sagte VfL-Torjäger Bas Dost, dessen Tor in letzter Minute gegen Leverkusen die Wolfsburger ins Viertelfinale gegen den Drittligaklub Kickers Offenbach gebracht hatte.

Bei dem Bemühen des VfL Wolfsburg, für mehr Ruhe, Kontinuität und Erfolg zu sorgen, geht es erstaunlich hektisch zu. „Ich hätte gerne weitergemacht“, sagt Köstner, der bis zuletzt daran geglaubt hatte, die Profimannschaft auch in der Rückrunde noch trainieren zu dürfen. Aber die sportliche Not beim Tabellenfünfzehnten der Bundesliga und die Frustration der Fans sorgen offenbar dafür, dass die Entscheider akuten Handlungsbedarf sehen. Nur noch 10730 Zuschauer hatten in Wolfsburg das Pokalduell mit den schwächelnden Leverkusenern sehen wollen. Das große Interesse des VfL an Schuster wird vor allem dem mit ihm befreundeten VW-Manager Francisco Javier Garcia Sanz zugeschrieben. Er hatte Ende Oktober auch Felix Magath mitgeteilt, dass man sich von ihm trenne und danach den Kontakt zu Allofs gesucht.

Welche Qualität hat Trainer Schuster?

Es lässt sich bisher nur erahnen, dank welcher Qualitäten der zuletzt arbeitslose Schuster das Anforderungsprofil des VfL Wolfsburg erfüllen sollte. Der 52-jährige Fußballlehrer verfügt über viel Erfahrung im spanischen Fußball, hat dort vier verschiedene Klubs trainiert und Real Madrid 2008 sogar zum Titel geführt. Seinem jüngsten Engagement bei Besiktas Istanbul, das im März 2011 wegen Mangels an Erfolg endete, ließ Schuster Auftritte als Experte im Auftrag deutscher Fernsehsender folgen.

Seit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vor dreieinhalb Jahren hat der VfL sechs verschiedene Trainer beschäftigt und ist trotz millionenschwerer Investitionen in seine Mannschaft nicht von der Stelle gekommen. Wenn die Mannschaft am 3.Januar für ein Wintertrainingslager nach Belek in der Türkei fliegt, soll zum wiederholten Male ein Neuaufbau eingeleitet werden. In den Trainingsplänen, die die Spieler auf ihrem Weg in den Weihnachtsurlaub ausgehändigt bekamen, war der Name von Schuster zur Vorsicht noch nicht vermerkt.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
2:0 gegen Sporting Lissabon Wolfsburg siegt dank Dost-Doppelpack

Sechs der letzten sieben Treffer des VfL Wolfsburg gehen auf sein Konto: Bas Dost schießt die Niedersachsen auch gegen Sporting Lissabon zum Sieg. Nach dem 2:0 hat der VfL beste Chancen aufs Weiterkommen. Mehr

19.02.2015, 22:15 Uhr | Sport
Bayer Leverkusen Trainer Roger Schmidt im Interview

Roger Schmidt ist nach einem knappen halben Jahr als Bundesliga-Trainer von Bayer Leverkusen weit gekommen. Ein Gespräch über seine berufliche Vergangenheit und die Arbeit als Trainer. Mehr

09.12.2014, 14:12 Uhr | Sport
1:2 in Wolfsburg Auch Berlin kann Dost nicht stoppen

Wolfsburg bleibt erster Bayern-Verfolger: Gegen Berlin glänzt der VfL nicht, hat aber den Torjäger der Stunde in seinen Reihen. Für Hertha wird die Situation bedrohlich. Mehr

22.02.2015, 19:25 Uhr | Sport
VfL Wolfsburg Weltmeister Schürrle überglücklich nach Wechsel

Bei der Präsentation von Andre Schürrle verteidigt Wolfsburg die hohe Investition in den Weltmeister. Sportchef Klaus Allofs will weitere Stars der Kategorie Schürrle holen – und schreckt auch nicht vor der Kritik aus der Bundesliga zurück. Mehr

04.02.2015, 17:13 Uhr | Sport
Zweite Bundesliga Auch die Fortuna wechselt den Trainer

Nächster Trainerwechsel in der zweiten Liga: Nach Frank Kramer in Fürth muss auch Oliver Reck seinen Posten in Düsseldorf räumen. Bei seinem Nachfolger folgt die Fortuna einem neuen Trend. Mehr

23.02.2015, 13:46 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.12.2012, 17:09 Uhr

Rote Karte für Astana

Von Rainer Seele

Der Internationale Radsportverband UCI schließt Astana aus der ersten Liga aus. Der Verlust eines Protagonisten wie Tour-Sieger Nibali könnte ein Gewinn sein. Zu verdanken haben es die Kasachen ihrem Vorradler Winokourow. Mehr 2 2