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Kapitän vs. Sportdirektor : Der Streit beim VfL Bochum eskaliert

  • Aktualisiert am

Felix Bastians: „Ich möchte der Mannschaft helfen und bin über die Suspendierung maßlos enttäuscht“ Bild: dpa

Die Krise beim Fußball-Zweitligaklub VfL Bochum wird immer eklatanter. Nun erwägt der Kapitän rechtliche Schritte gegen seine Bestrafung. Auch die Trainersuche gestaltet sich schwierig.

          Der VfL Bochum kommt nach der Trennung von Trainer Ismail Atalan und der Suspendierung von Felix Bastians nicht zur Ruhe. Nach Informationen der „Funke Mediengruppe“ erwägt VfL-Kapitän Bastians sogar rechtliche Schritte gegen den Fußball-Zweitligisten, weil er seine Bestrafung nicht akzeptieren will. Den Angaben zufolge hat der 29-Jährige einen Anwalt mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt. „Ich möchte der Mannschaft helfen und bin über die Suspendierung maßlos enttäuscht“, sagte Bastians.

          Der Abwehrchef war am Montag für zwei Wochen vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt und mit einer Geldstrafe belegt worden. Sportvorstand Christian Hochstätter verteidigte die Strafe, weil sich Bastians „in einer nicht hinnehmbaren Art und Weise“ beleidigend gegenüber dem Trainerteam geäußert haben soll. Bastians hatte wegen einer allergischen Reaktion nach dem Essen im Teamhotel die Auswärtspartie beim 1. FC Nürnberg im September verpasst und die Clubführung dafür verantwortlich gemacht. Später hatte Bastians sich für seine Wortwahl entschuldigt.

          Der Streit mit Bastians kommt zur Unzeit. Zudem gestaltet sich die Suche nach einem Atalan-Nachfolger offenbar schwierig. Und Hochstätter gerät nicht nur wegen der Fehleinschätzung mit Atalan, sondern auch wegen des Krisenmanagements unter Druck.

          Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

          Dazu kommt die sportliche Schieflage des derzeitigen Tabellen-13, der in dieser Saison um den Bundesligaaufstieg mitspielen wollte. Vor dem Spiel am Samstag gegen den Überraschungsdritten SV Sandhausen sind der bisherige U19-Trainer Jens Rasiejewski und Co-Trainer Heiko Butscher bemüht, ein schlagkräftiges Team zu formen. Und sie müssen dafür sorgen, dass sich das Theater der letzten Tage nicht negativ auf die Leistung der Mannschaft auswirkt.

          Butscher glaubt, dass das Team nach der desolaten Vorstellung beim 0:3 in Kiel „selbstkritisch“ mit der Situation umgeht und gegen Sandhausen Moral beweist. „So etwas wie in Kiel darf nicht mehr passieren“, betonte der ehemalige Profi. Hochstätter verlangt eine positive Reaktion: „Sportlich gesehen klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander.“ Unabhängig davon muss der Sportvorstand so bald wie möglich einen tragfähige Lösung in der Trainerfrage präsentieren. Einen weiteren Fehlgriff kann sich der VfL kaum leisten.

          Ausgerechnet jetzt sieht es auch personell nicht gut aus. Neben Bastians fehlt auch der verletzte Innenverteidiger Tim Hoogland. Für das Abwehrzentrum bleiben neben Patrick Fabian nur Maxim Leitsch und U19-Spieler Tom Baack übrig. Für Rasiejewski ist momentan nur eines wichtig: „Ruhe einkehren zu lassen und eine ordentliche Balance zu finden. Es geht jetzt nur über den Teamgeist.“

          Quelle: dpa

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