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Veröffentlicht: 23.12.2012, 13:32 Uhr

Verstoß gegen Financial Fairplay Qatar plant Megadeal

Die Tourismusbehörde Qatars möchte offenbar inklusive diesen Jahres bis 2016 per anno zwischen 150 und 200 Millionen Euro an Paris St.-Germain zahlen. Verwirklicht der französische Klub den Sponsorenvertrag, würden wohl wichtige Regeln des Financial Fairplay gebrochen.

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© AFP Gut und verdammt teuer: der Pariser Stürmer Zlatan Ibrahimovic

Der europäische Klubfußball könnte vor eine schwere Probe gestellt werden. Setzt der französische Klub Paris St-Germain seinen Plan mit dem Abschluss eines Sponsorenvertrages in bisher einmaliger Größenordnung um, würden wohl wichtige Regeln zum sogenannten Financial Fairplay gebrochen werden. In Zugzwang käme die Europäische Fußball-Union (Uefa). Sie müsste dann eigentlich eine Prüfung vornehmen. Die Tourismusbehörde Qatars ist offenbar bereit, inklusive diesen Jahres bis 2016 per anno zwischen 150 bis 200 Millionen Euro an den Verein zu zahlen. Ein bisher in der Fußballbranche einmaliges Sponsorengeschäft.

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Offiziell geht es bei dem angestrebten Werbevertrag darum, den Fremdenverkehr für das kleine ambitionierte Wüstenemirat zu promoten. Doch hinter dem weit gediehenen, aber noch nicht bestätigten Megadeal steht vor allem das gewaltige Interesse der Qatarer, aus dem französischen Hauptstadtklub so schnell wie möglich eine Weltmarke des Fußballs zu machen. Dafür muss Geld fließen, über welche Kanäle aus dem Emirat auch immer. Auch die Qatar National Bank war schon mal als neuer Werbepartner in Paris im Gespräch.

Rund 250 Millionen Euro in Spieler investiert

Eine zentrale Funktion im Hintergrund übernimmt der Staatsfonds Qatar Investment Authority, bei dem auch die Industriebeteiligungen an VW, Porsche oder Hochtief angesiedelt sind. Die Übernahme von Paris St-Germain im Jahr 2011 lief über die kleinere, untergeordnete Qatar Sports Investment. Diese übernahm erst 70 Prozent vom amerikanischen Investor Colony Capital, dann im März dieses Jahres noch die letzten 30 Prozent. Paris St-Germain hat unter seinen qatarischen Besitzern bisher rund 250 Millionen Euro in Spieler investiert. Zum Verein wechselte auch der Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic. Mit einem Tor war der Schwede am Freitagabend am 3:0 gegen Brest beteiligt. Der Klub steht damit nach dem letzten Hinrundenspieltag an der Tabellenspitze der französischen Liga - und ist auch noch in der Champions League vertreten.

Kommt der atemraubende Vertrag mit der Tourismusbehörde Qatars in den kolportierten Dimensionen zustande, stünde er wohl nicht im Einklang mit den neuen Finanzregeln der Uefa. Hiernach müssen sich die Fußball-Unternehmungen selbst tragen - die Ausgaben dürfen nur noch aus den operativen Einnahmen und nicht mehr aus Zuwendungen reicher Eigentümer bestritten werden. Dass Eigner oder Gönner ihre überhöhten Zuwendungen als Sponsoring tarnen, was in diesem Fall durchaus angenommen werden könnte, wäre ebenso ausgeschlossen wie die Gabe eines zinslosen Kredites. Das Financial Fairplay besagt, dass Sponsoringverträge in ihrer Höhe marktüblichen Preisen entsprechen müssten. Die Uefa spricht von einem „fairen Wert“.

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Das ist ein dehnbarer Begriff. Aber zum Vergleich: In den vergangenen Jahren sportlich weitaus attraktivere Fußballmarken als Paris St-Germain erzielen aus der Vermarktung mit einem Hauptsponsor weit weniger. Der FC Barcelona (Qatar Foundation) führt das Ranking mit 30 Millionen Euro vor Manchester United (Aon) mit 25 Millionen Euro an. Der FC Bayern (Telekom) liegt bei rund 23 Millionen Euro. Genaugenommen riskiert Paris St-Germain einen Regelverstoß.

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