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Untreue-Verdacht Affäre um Calmund: Ermittler müssen nachsitzen

20.08.2006 ·  Die Ermittlungen gegen den früheren Manager von Bayer Leverkusen, Reiner Calmund, sind mit der vereinbarten Zahlung einer Geldbuße doch noch nicht beendet. Das Landgericht Köln will wissen, wo die vermißten 580.000 Euro aus der Bayer-Kasse geblieben sind.

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Die Finanz-Affäre um den ehemaligen Bundesliga-Manager Reiner Calmund ist anscheinend noch nicht zu den Akten gelegt. Das Landgericht Köln hat nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ die Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft Köln und den Anwälten von Calmund in dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue zurückgewiesen.

„Wir wissen davon nur vom Hörensagen“, sagte dazu Calmunds Anwalt Stefan Seitz am Sonntag. „Doch selbst wenn es Nachermittlungen geben sollte, werden wir sie zu hundert Prozent unterstützen. Am Ergebnis wird das nichts ändern.“

Verfahren gegen Geldbuße zunächst eingestellt

Im Juni hatte sich die Ermittlungsbehörde mit dem ehemaligen Manager des Fußball-Erstligisten Bayer Leverkusen verständigt, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 25.000 Euro einzustellen. Es ging um die Frage, wo 580.000 Euro geblieben waren, die Calmund im Juni 2003 aus der Kasse von Bayer genommen und in bar zunächst an den Spielervermittler Volker Graul ausgezahlt hatte. Calmund wie Graul versicherten, daß das Geld für vermeintliche Kaufoptionen des Clubs auf Profis vom Balkan vorgesehen war.

Die Erklärungen, für die sich in der Bayer-Buchhaltung keine Belege fanden, reichten dem Landgericht angeblich nicht aus. „Offenbar gibt es da noch ein paar Fragen, die geklärt werden müssen“, sagte Günther Feld, der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Graul hatte bei seiner Vernehmung behauptet, daß Calmund und er sich am 17. Juni 2003 mit dem Spielervermittler Fali Ramadani und zwei Männern aus dem ehemaligen Jugoslawien in einem Restaurant in Hamburg getroffen und einen Teil der 580.000 Euro (rund 380.000 Euro) in bar an diese übergeben hätten. Graul sei damals eingeschüchtert und nervös gewesen, sagte Calmund. Namen wollte der ehemalige Bayer-Manager gegenüber den Fahndern nicht nennen, da Graul sich persönlich gefährdet sehe.

Wo ist das Geld?

Der Spielervermittler will von den beiden Kroaten nur die Vornamen gekannt haben: Dino und Branko. Auch könne er sich nicht mehr erinnern, welchem der beiden er das Geld übergeben und welcher die Quittung unterschrieben habe.

Während der ermittelnde Staatsanwalt sich mit dieser Version zufrieden gab und nicht einmal Ramadani als Zeuge vernahm, verlangt das Kölner Gericht laut „Spiegel“ weitere Recherchen. Nun müßten die Ermittler nachsitzen und herausfinden, wo die 580.000 Euro aus der Bayer-Kasse tatsächlich gelandet sind. Calmund-Anwalt Stefan Seitz erklärte, er sei über den angeblichen Klärungsbedarf des Landgerichts nicht informiert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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