10.04.2008 · Die Glasgow Rangers und der AC Florenz stehen im Halbfinale des Uefa-Pokals. Bayer Leverkusen gewann zwar beim russischen Meister Zenit St. Petersburg mit 1:0, konnte aber die 1:4-Schlappe aus der Vorwoche nicht wettmachen.
Überraschung verpasst, aber Ehre gerettet: Bayer Leverkusen hat sich beim Ausflug nach St. Petersburg mit Anstand von der Europapokal-Bühne verabschiedet. Die Rheinländer verbuchten mit einer besseren B-Elf im Viertelfinal-Rückspiel des Uefa-Pokals einen 1:0 (1:0)-Sieg bei Zenit St. Petersburg und betrieben nach der 1:4-Pleite im Hinspiel ein wenig Wiedergutmachung. Damit war für Bayer aber dennoch wie im Vorjahr Endstation im Viertelfinale, während sich der russische Meister erstmals in der Vereinsgeschichte für ein europäisches Halbfinale qualifizierte.
Vor 17.000 Zuschauern, darunter 40 Anhänger aus Leverkusen, erzielte der russische Einkauf Dimitri Bulykin den Siegtreffer für die Werkself. Zudem parierte Bayer-Keeper Rene Adler einen Foulelfmeter von Anatoli Timostschuk. Für ein Wunder reichte es indes nicht, dafür war die Hypothek nach der derben Hinspiel-Niederlage vor Wochenfrist zu groß.
Glasgow Rangers gegen AC Florenz im Halbfinale
Die Glasgow Rangers haben erstmals seit 36 Jahren wieder ein Halbfinale des Fußball-Europapokals erreicht und treffen dort auf den AC Florenz. Der schottische Rekordmeister gewann nach dem 0:0 im Hinspiel bei Sporting Lissabon mit 2:0 (0:0) und trifft in der Vorschlussrunde des Uefa-Cups am 24. April und 1. Mai auf die Italiener, die bei der PSV Eindhoven mit 2:0 (1:0) gewannen. Das Hinspiel hatte 1:1 geendet.
Der Franzose Jean-Claude Darchville (60.) und Steven Whittaker (90.+2) schossen die Rangers in die nächste Runde und stürzten die mitgereisten Fans in einen Freudentaumel. Zuletzt stand Glasgow in der Saison 1971/72 im Halbfinale des Pokals der Pokalsieger, den sie später auch gewannen.
Der niederländische Meister aus Eindhoven hatte nach dem Remis im Hinspiel zwar die bessere Ausgangsposition, musste sich aber vor eigenem Publikum von der internationalen Bühne verabschieden. Der rumänische Nationalspieler Adrian Mutu (38./53.) erzielte beide Treffer für die Italiener.
Schneider war wie verwandelt
„Wir haben uns selbst aus dem Sumpf gezogen. Der Sieg war wichtig für den Kopf und für das Spiel am Sonntag gegen Stuttgart“, sagte Bayer-Coach Michael Skibbe und ergänzte: „Wir hätten ein zweites Tor benötigt, um Zenit nervös zu machen, aber St. Petersburg ist in der Summe der beiden Spiele verdient weitergekommen.“
Auch für Adler war das Spiel „eine Art Wiedergutmachung“. „Nach dem Hinspiel waren wir schon in unserer Ehre gekränkt. Wir wollten zeigen, dass wir besser Fußball spielen und vor allem auch kämpfen können“, sagte der Keeper weiter und Simon Rolfes ergänzte: „Heute haben wir gesehen, wie man es besser machen kann. Es war für uns wichtig, das Spiel vernünftig und mit einem Sieg zu Ende zu bringen.“
Auf fünf Stammkräfte verzichtet
An die Sensation hatte offenbar auch Trainer Michael Skibbe nicht mehr geglaubt. Der Bayer-Coach schonte im Vergleich zum letzten Spiel bei Borussia Dortmund (1:2) am vergangenen Sonntag gleich fünf Stammkräfte. So nahmen die Nationalspieler Manuel Friedrich, Simon Rolfes, Stefan Kießling genauso wie Torschützenkönig Theofanis Gekas und Mittelfeldspieler Sergej Barbarez auf der Bank Platz. Dafür durften die Ergänzungsspieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Sascha Dum, Dimitri Bulykin und Paul Freier Europacup-Luft schnuppern. Und auch der zuletzt formschwache Nationalspieler Bernd Schneider erhielt von Skibbe eine Bewährungschance.
Wider Erwarten spielte Bayer munter nach vorne und präsentierte sich in deutlich besserer Verfassung als in den letzten vier Pflichtspielen, die allesamt verloren gingen. Insbesondere Schneider, seit Wochen außer Form, war wie verwandelt. Der 81-malige Nationalspieler war auch an fast allen gefährlichen Aktionen der Gäste beteiligt. So hatte Bulykin auf Zuspiel von Schneider schon in der vierten Minute die große Chance zur Führung, doch der Stürmer scheiterte freistehend an Zenit-Keeper Wjatscheslaw Malafejew (4.). In der 18. Minute machte es Bulykin besser. Nach einer feinen Flanke von Gonzalo Castro köpfte der Stürmer mit seinem zweiten Treffer im laufenden Wettbewerb Bayer in Führung.
Beim russischen Meister, der Bayer vor Wochenfrist noch eine Lehrstunde erteilt hatte, lief dagegen wenig zusammen. Torchancen waren auf Seiten der Advocaat-Elf im ersten Durchgang Fehlanzeige. Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Gastgeber dann das Tempo und ließen die Leverkusener kaum mehr zur Entfaltung kommen.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |