07.06.2006 · Magenta wird zur Farbe des Fußballs - und das nicht nur zu WM-Zeiten. Voraussichtlich von 2007 an trägt die Fußball-Bundesliga den Namen „T-Com-Liga“. 25 bis 30 Millionen Euro pro Saison soll der Telekom das Namensspielchen wert sein.
„Der Anstoß des T-Com-Bundesligaspiels zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen im Signal-Iduna-Park wird Ihnen präsentiert von Bitburger“. Wem sich hier der Eindruck einer störenden Dauerwerbesendung unangenehm aufdrängt, der sollte sich als Zuschauer vielleicht lieber sponsorenfreien Randsportarten zuwenden. Denn die Kommerzialisierung des Fußballs dringt mittlerweile auch hierzulande bis in die letzten Ritzen vor. Erstmals verkauft nun die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Namen Bundesliga: Die Deutsche Telekom, ohnehin schon Sponsor von Rekordmeister Bayern München, hat im Rahmen eines komplizierten Geschäfts am Mittwoch auch eine Option auf die Namensrechte der Liga gekauft. Und Telekom-Vorstand Walter Raizner ließ am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München keinen Zweifel daran, daß er die Option nutzen will.
25 bis 30 Millionen Euro je Saison soll sie der Telekom wert sein, wie diese Zeitung aus Verhandlungskreisen erfuhr. Die Option gilt zunächst nur bis 2009, doch hat die Telekom offenbar die Möglichkeit zu verlängern. „Eine langfristige strategische Partnerschaft“, sei der Bund, sagt Ligapräsident Werner Hackmann.
Erster Schritt: T-Logo auf Trikotärmeln
Kommende Saison werden die Fans noch schonend auf die Neuerungen vorbereitet: Für mehr als 5 Millionen Euro darf die Telekom ihr Logo auf die Trikotärmeln aller Bundesliga-Spieler setzen. Die Suche nach einem Namensgeber für die Liga war offenbar schwierig, weil Vereine und DFL schon ein Sammelsurium von Dutzenden zahlender Sponsoren haben. Und zwei Sponsoren aus der derselben Branche in der höchsten deutschen Fußball-Klasse - das gelte es wegen drohender „Kannibalisierungseffekte“ zu vermeiden, berichten Kundige. Das aber schränkte die Auswahl der Kandidaten für das Namenssponsoring der Liga offenbar ziemlich ein. Die Postbank und die Deutsche Bahn winkten ab, weshalb nun die Telekom den zahlungskräftigen Patenonkel spielt.
Für Dirk Kall, Partner bei der Unternehmensberatung BBDO Consulting, ergibt das Engagement der Telekom durchaus einen Sinn. „Erstens ist die Marke T-Com noch nicht sehr etabliert, zweitens kann der als technokratisch geltende Telekom-Konzern seine Marke emotional aufladen“, sagt der Sport-Sponsoring-Spezialist. Doch nicht nur Kommunikationsziele ließen sich so erreichen. Interessant seien zudem neue Vertriebsmöglichkeiten. „Zu einem solchen Paket gehören Logen in allen Stadien der ersten und zweiten Bundesliga.“ Und in denen ließen sich vortrefflich Geschäfte machen.
Keine Dauerwerbesendung?
Eine Tendenz zur nervenden Dauerwerbesendung sieht Kall - im Gegensatz zum Deutschen Journalisten Verband (DJV) - nicht: „Im Gegensatz zur Weltmeisterschaft ist in der Bundesliga noch Platz für Werbebotschaften.“ Und im Ausland sei dergleichen längst Normalität. In Frankreich trägt die Fußball-Eliteklasse den Namen „Ligue 1 Orange“, die Premiere League in England heißt „Barcleys Premiership“, in Belgien tritt die Jupiler-Brauerei als Namenssponsor auf. Und: In Österreich gibt es die „T-Mobile Bundesliga“.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |