18.06.2009 · Im zweiten Spiel der U21-Europameisterschaft haben die deutschen Nachwuchskicker endlich den Weg zum Torerfolg gefunden. Nach dem 2:0-Sieg gegen Finnland ist der Weg ins Halbfinale offen. Gegen England genügt nun ein Unentschieden.
Von Gregor Derichs, HalmstadSie beglückwünschten sich am Vorabend des großen schwedischen Mittsommerfestes gegenseitig zum Arbeitssieg. Ohne Glanz haben die deutschen Junioren das Tor zum Halbfinale bei der U-21-Europameisterschaft aufgestoßen. Mit dem 2:0 gegen Finnland im zweiten Gruppenspiel in Halmstad schuf das Team von Trainer Horst Hrubesch die Voraussetzung zur Teilnahme an der Runde der besten vier Juniorenteams in Europa, aber kam nicht ansatzweise an die gute Leistung beim 0:0 gegen Spanien zum EM-Start heran (siehe: 0:0 gegen Spanien: Deutsche Junioren vergeben den Sieg). Im letzten Vorrundenspiel am kommenden Montag (20.45 Uhr/ live im ZDF) genügt den deutschen Nachwuchsspielern zur Halbfinalqualifikation ein Unentschieden gegen England, das gegen Spanien mit 2:0 gewonnen hat. Je nach Ausgang der gleichzeitig ausgetragenenen Begegnung zwischen Spanien und Finnland dürfen sich die DFB-Kicker möglicherweise sogar eine knappe Niederlage leisten.
Gegen Außenseiter Finnland erzielten nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit der Schalker Benedikt Höwedes (59.) und der Wolfsburger Askan Dejagah (62.) die Tore im zweiten Durchgang, in dem die Mannschaft konzentrierter, aber nicht überzeugender agierte. Wenn die Schwelle zum Semifinale am Montag an gleicher Stelle gegen England überschritten werden soll, müssen sich die DFB-Junioren deutlich steigern. „Wir treten jetzt mit breiter Brust gegen England an. Wir wollen gewinnen, um Gruppensieger zu werden“, sagte Höwedes. Verhaltener beurteilte Hrubesch das Ergebnis: „Ich bin heilfroh, dass wir gewonnen haben. Dass das Spiel so schwer wird, habe ich nicht erwartet.“
Vorbereiter Özil
Mesut Özil bereitete beide Tore der Deutschen vor. Beim Führungstreffer bediente der Bremer seinen früheren Gelsenkirchener Teamkameraden mit einem perfekten Freistoß. Höwedes, der die Mannschaft schon mit seinem Tor in der Nachspielzeit zum 1:0 im Play-off-Spiel in Metz gegen Frankreich zum Turnier geführt hatte, erzielte per Kopf das erste Turniertor. Drei Minuten später schlug Kapitän Sami Khedira einen Steilpass auf Özil, der überlegt auf Askan Dejagah weiterpasste, der mit einem Flachschuss das 2:0 herstellte. Die Pflicht war erfüllt, danach baute die deutsche Elf wieder ab.
Anders als gegen Spanien in Göteborg kam im Stadion „Örjans Wall“ mit dem Charakter einer größeren Bezirkssportanlage nie das Fluidum großen Fußballs auf. Das DFB-Team fand nie in einen Spielfluss. Die Finnen eroberten mit biederen Mitteln eine klare Dominanz. Die Mehrzahl der 5000 Zuschauer waren finnische Fans. Finnland nimmt in Schweden zum ersten Mal an einem großen Turnier teil. Mit der zweiten Niederlage nach dem 1:2 gegen England steht fest, dass die Finnen nach den Gruppenspielen ausscheiden.