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U17 gewinnt EM Mit geballter Energie zum Titel

18.05.2009 ·  Der Aufschwung im deutschen Nachwuchsfußball ist nicht mehr zu übersehen. Im Vorjahr hatte die „U19“ die Europameisterschaft gewonnen Nun tat es ihr die „U17“ gleich, mit dem 2:1 n.V. im Finale in Magdeburg gegen die Niederlande.

Von Michael Horeni
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In der letzten Minute der Verlängerung mussten die Deutschen noch einmal bangen. Fast alle Spieler hatten sich zum Eckball im Strafraum versammelt, doch auch die letzte Chance konnten die Niederlande im Finale der Europameisterschaft nicht nutzen. Sekunden später jubelten die „U17“ des Deutschen Fußball-Bundes und 22.000 Zuschauer in Magdeburg über den ersehnten Titelgewinn. DFB-Präsident Theo Zwanziger überreichte den Siegerpokal an Kapitän Reinhold Yabo als Lohn für ein starkes Finale und einen insgesamt beeindruckenden Auftritt bei der Europameisterschaft. Im Endspiel siegten die Deutschen durch einen herrlichen Freistoßtreffer des Bremers Florian Trinks in der 97. Minute mit 2:1 nach Verlängerung. In der regulären Spielzeit hatte Luc Castaignos die Niederlande in der achten Minute noch in Führung gebracht, doch der andere Bremer Lennart Thy konnte mit seinem dritten Turniertor noch vor der Pause ausgleichen (34. Minute). „Wir haben für den Titelgewinn alles getan in den letzten Monaten. Physisch waren wir brutal stark. Über das gesamte Turnier gesehen, haben wir verdient gewonnen“, sagte ein hochzufriedener Trainer Marco Pezzaiuoli.

„Die Anfangsphase ein bisschen verpennt“

Die geballte Energie, mit der die Deutschen den Titel anstrebten, zeigte sich im entscheidenden Treffer. Trinks erzielte mit einem ebenso wuchtigen wie plazierten Freistoß aus 25 Metern das 2:1. Der Ball landete exakt im Winkel. „Ich habe mir vor dem Schuss gedacht: No risk, no fun“, sagte der Torschütze des Tages über einen Volltreffer mit großem Selbstbewusstsein. Trinks wollte rund vier Minuten vor dem nahenden Elfmeterschießen einfach „alles oder nichts“ – und belohnte sich und sein Team mit der Europameisterschaft. Zusätzlich schaffte es sein Treffer, den Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff im Stadion miterlebten, auch gleich in die Auswahl für das „Tor des Monats“. Denn die ARD, auch dies ein Zeichen für die gestiegene Bedeutung der Junioren, übertrug das Endspiel live. „Wir haben die Anfangsphase ein bisschen verpennt.

Der Aufschwung im deutschen Nachwuchsfußball ist nach dem EM-Gewinn von Magdeburg jedenfalls nicht mehr zu übersehen. Im Vorjahr hatte die „U19“ ebenfalls die Europameisterschaft gewonnen – nach einer zuvor schier endlosen erfolglosen Zeit von 16 Jahren bei Europa- und Weltmeisterschaften. „Es ist natürlich wichtig, dass wir jetzt erfolgreich sind. Die Spieler sollen durch die Erfolge eine gewisse Gier entwickeln, auch später weitere Titel gewinnen zu wollen. Irgendwann sollen sie bei Jogi Löw mit seiner Truppe den Pokal in den Händen halten“, sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nach dem zweiten Titelgewinn innerhalb eines knappen Jahres.

Vorbild Spanien

„Wir haben jetzt schon eine gewisse Konstanz gezeigt“, sagte Sammer mit Blick auf die letzten Turniere. „Wir haben Ausrufezeichen gesetzt.“ An seinem Ziel – der Weltspitze – sieht der ehemalige Dortmunder Meistertrainer die Nachwuchsarbeit des DFB aber noch nicht. Dazu bedürfe es regelmäßigerer Erfolge. Das große Vorbild ist Spanien – aus der Elf des Europameisters haben zehn Spieler die Auswahlmannschaften durchlaufen. „Die Spieler fallen nicht mit 18 Jahren vom Himmel. Sie brauchen eine breite und kontinuierliche Förderung. Ich möchte den Titel nutzen, damit die Bedeutung der Entwicklung in den Altersstufen besser verstanden wird. Da haben wir Nachholbedarf“, sagte Sammer.

Sorge um U21-Team

Der Erfolg von Pezzaiuolis Team kann jedoch als weiterer Beleg für die immer erfolgreichere Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball gelten. Alle 18 Spieler aus dem aktuellen EM-Kader erhielten Förderung durch den DFB und die DFL. „Bei den Leistungszentren und Vereinen ist eine bessere Zusammenarbeit zu erkennen. Unser in sich geschlossenes Fördersystem bietet den Spielern optimale Möglichkeiten zur Entwicklung. Es ist erkennbar, dass wir heute die Spieler besser ausbilden“, sagte Sammer.

Die Betreuung der Auswahlmannschaften wurde in den letzten Jahren durch den DFB immer weiter professionalisiert. Pezzaiuoli, der das Team im Sommer 2007 übernahm, testete in zwei Jahren über 60 Talente. Sammer weiß die Akribie, mit der sich der Trainer und sein Team auf das große Ziel vorbereiteten, sehr zu schätzen. „Das war ein Mannschaftserfolg“, sagte Sammer und blickte schon besorgt zur EM der U21 im kommenden Monat in Schweden. „Da haben wir gute Spieler, aber keine Mannschaft. Wenn wir das nicht ändern, werden wir bei der EM nicht erfolgreich sein.“

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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