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Trendwende im Profifußball Die Bundesliga setzt auf die „deutsche Welle“

05.08.2005 ·  Noch kommen fast die Hälfte der Bundesligaprofis aus dem Ausland. Doch der Trend geht zur Verpflichtung von deutschen Spielern. Das liegt vor allem an den Sparzwängen der Klubs.

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Ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land setzt die Bundesliga wieder mehr auf deutsche Spieler. Von den 467 im Oberhaus beschäftigten Profis kommen nur noch 199 (42,61 Prozent) aus dem Ausland - das sind immerhin 62 weniger als in der Vorsaison.„Ich glaube, nach der Kirch-Krise haben die Vereine ihre Lektion gelernt. Sie haben die Investitionen in Nachwuchs- und Leistungszentren erhöht. Es kommen dadurch mehr Spieler aus der eigenen Jugend“, sagt Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu der Trendwende.

Diese erfolgte jedoch nicht ganz freiwillig, denn in erster Linie sind die finanziellen Zwänge der Klubs dafür verantwortlich. Beim Wettbieten auf dem internationalen Markt kann die Bundesliga mit den führenden Ligen aus England, Spanien und Italien nicht mithalten. Die Stars machen daher zumeist einen großen Bogen um Deutschland. In der Sommerpause konnten lediglich der VfB Stuttgart mit Jon Dahl Tomasson (AC Mailand) sowie der Hamburger SV mit Rafael van der Vaart (Ajax Amsterdam) namhafte Spieler verpflichten. Vizemeister FC Schalke 04 mußte dagegen im Poker um Liverpools Torjäger Milan Baros passen - die geforderten acht Millionen Euro waren zu viel.

Bei den Bayern können sich deutsche Talente kaum durchsetzen

Branchenprimus FC Bayern München, der vor einigen Jahren mit den Verpflichtungen von Sebastian Deisler und Michael Ballack die „deutsche Welle“ ausgelöst hatte, sucht indes wieder in fremden Gefilden nach Verstärkungen. „Es gibt nicht viele deutsche Spieler, die auf dem für die Bayern notwendigen Niveau spielen können“, erklärt Trainer Felix Magath, warum der deutsche Rekordmeister überwiegend auf Stars aus dem Ausland baut.

Nur wenige deutsche Talente wie Sebastian Schweinsteiger können sich bei den Bayern durchsetzen. Die meisten suchen ihre Chance bei anderen Vereinen. Einige, wie der in Stuttgart zum Nationalspieler aufgestiegene Philipp Lahm, werden ausgeliehen und später zurückgeholt. „Das wird auch in Zukunft der Weg für deutsche Talente sein“, sagt Magath. Einen Ausländeranteil von über 50 Prozent (13 von 24 Spielern) weist neben den Bayern nur noch Borussia Mönchengladbach auf, das mit 16 (von 27) die meisten ausländischen Profis beschäftigt.

Die meisten Legionäre kommen aus Brasilien

Aufsteiger MSV Duisburg hat mit fünf die wenigsten Spieler aus dem Ausland im Kader. „Das ist purer Zufall und mir noch gar nicht aufgefallen. Wir achten bei unseren Verpflichtungen auf die spielerische Klasse, nicht auf die Nationalität“, sagt MSV-Trainer Norbert Meier. Bei Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt hat dies dagegen Methode. „Bei uns spricht man deutsch“, lautet die Vereinsphilosophie von Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Alle zehn ausländischen Spieler sind der deutschen Sprache mächtig.

Die größte Ausländerfraktion stellt Brasilien. 17 Profis vom Zuckerhut verdienen ihr Geld in der Bundesliga, die meisten davon bei Bayer Leverkusen (3). Gefragt sind auch die Profis aus Kroatien, Tschechien und Dänemark (jeweils 13). Den größten Schnitt machte Hannover 96. Standen im Vorjahr noch 21 ausländische Spieler im Aufgebot, sind es in dieser Saison nur noch elf.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa.
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