http://www.faz.net/-gtl-8y7zh

TV-Ausraster von Trainer Fink : „Ja, weil Sie keine Ahnung haben“

Austria-Wien-Trainer Thorsten Fink verliert die Contenance im Fernsehen. Bild: Picture-Alliance

Es sollte nur die Analyse eines Fußballspiels werden. Doch als Trainer Thorsten Fink von Austria Wien zur Niederlage gegen Salzburg befragt wird, ist er kaum bremsen in seiner Wut – und wird persönlich.

          Interviews im Anschluss an Fußballspiele sind bisweilen eine heikle Angelegenheit. Vor allem nach einer Niederlage. Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht konnte im Anschluss an das 0:1 im Hinspiel der Bundesliga-Relegation in Wolfsburg nach einem sehr umstrittenen Elfmeter seinen Ärger kaum an sich halten, als er wenig später vor die TV-Kameras trat. In Österreich nahm kurz zuvor Thorsten Fink gar kein Blatt vor den Mund. Der deutsche Trainer von Austria Wien griff nach der 2:3-Heimniederlage – nach 2:0-Führung – im Ernst-Happel-Stadion gegen Salzburg ORF-Moderator Rainer Pariasek und Experte Peter Hackmair frontal an – live im Fernsehen!

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Schon als er an den Stehtisch am Rande des Spielfelds kam, sah man Fink seine Erregung an. Als der Moderator fragte, warum es nichts mit dem Sieg wurde, platzte es aus dem Trainer heraus: „Weil wir ein Abseitstor bekommen haben.“ Seine Wut entzündete sich am 2:2-Ausgleich Salzburgs von Hee-Chan Hwang. Pariasek sah in der Analyse ein reguläres Tor: „Aus unserer Sicht war das kein Abseits.“ Da war der Deutsche nicht mehr zu bremsen. „Ja, weil Sie keine Ahnung haben“, entgegnete er dem Moderator direkt. Der sagte nur: „Okay, danke.“

          Einmal in Fahrt legte der Neunundvierzigjährige nach: „Von Ihnen lasse ich mir nicht die Regeln erklären, Sie kommen aus dem Skisport. Wollen Sie mir erklären, was Abseits ist? Das war klar Abseits!“ Der Moderator blieb ruhig und hakte nach, was Finks Erregung nicht minderte. Zwischenzeitlich lachte er laut auf. „Der Mann braucht auch noch eine Brille. Ist ja nicht schlimm. Ich sage nur, dass ihr keine Ahnung habt.“ Gegen Ende wurde Fink noch einmal richtig persönlich: „Ist die Skisportsaison vorbei oder warum sind Sie wieder hier?“. Pariasek entgegnete nur: „Ja, die ist schon wieder vorbei.“ Nach gut vier Minuten war auch das Interview vorbei.

          Sportlich hätte es gar nicht so großen Grund zur Aufregung geben müssen. Salzburg steht lange als Meister fest. Austria Wien ist punktgleich Zweiter mit Sturm Graz vor dem letzten Spieltag. Die Ränge zwei und drei führen in die Europa-League-Qualifikation. Eingeholt werden können beide Teams vom Vierten nicht mehr. Fink, der als Spieler mit dem FC Bayern die  Champions League, vier Mal den deutschen Meistertitel, drei Mal den DFB-Pokal und den Weltpokal gewann, aber kann sich nun einreihen in die großen emotionalen Wutreden der Fußball-Geschichte, wie sie einst von Giovanni Trapattoni, Rudi Völler oder Thomas Doll gezeigt wurden:

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Ein ganz großer Wurf

          Unser täglich Buch (5) : Ein ganz großer Wurf

          Die Zeiten, in denen sich der Handball, in denen sich der Sport abseits des Fußballs ins kollektive Gedächtnis einbrennen konnte, scheinen vorbei. Ein Buch erinnert an eine Zeit, als das noch anders war.

          Topmeldungen

          Irakische Soldaten dringen am Montag nach Angaben des Staatsfernsehens in das von kurdischen Peschmerga-Einheiten kontrollierte Gebiet der Provinz Kirkuk vor.

          Regierung gegen Kurden : Trump: Bleiben im Irak-Konflikt neutral

          Die militärische Eskalation im Nordirak weckt Ängste vor einem neuen Bürgerkrieg in der Region. Deutschland bricht seine Ausbildungsmission ab, Amerikas Präsident Trump will seine Soldaten aus den Gefechten raushalten. Beide fürchten, dass der eigentliche Gewinner der IS sein könnte.
          Jordi Ciuxart, Vorsitzender des katalanischen Kulturvereins Omnium Cultural, und ANC-Chef Jordi Sànchez vor dem Gerichtstermin in Madrid.

          Krise in Katalonien : Führende katalanische Separatisten inhaftiert

          Die spanische Staatsanwaltschaft hat zwei katalanische Separatistenführer festnehmen lassen. Auch gegen Polizeichef Josep Lluís Trapero wurde Untersuchungshaft beantragt, er kam gegen Kaution jedoch vorerst frei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.