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Torlinientechnologie : „Die sollten dann auch nicht mehr lamentieren“

  • Aktualisiert am

Ball im Netz, aber wie kam er rein? Auch in Zukunft werden Schiedsrichter-Augen alles sehen müssen - und „Phantomtore“ wie das von Kießling werden fallen Bild: dpa

Die Befürworter der Torlinientechnologie haben eine überraschende Niederlage hinnehmen müssen. Die Entscheidung gelte es zu akzeptieren, wirklich einsehen konnten sie sie nicht.

          Die Deutsche Fußball Liga wird vorerst keine Torlinientechnologie einführen. Die Meinungen zu dieser Entscheidung gehen ziemlich auseinander.

          Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender FC Bayern: „Wir bedauern diese Entscheidung. Es ist eine Entscheidung der gesamten Liga. Als Demokraten haben wir das zu akzeptieren. Wir werden in Zukunft weiter mit Fehlentscheidungen leben müssen. Diejenigen, die gegen die Torlinientechnik gestimmt haben, sollten dann aber auch nicht mehr lamentieren.“

          Jörg Schmadtke, Geschäftsführer 1. FC Köln: „Die Kosten sind so exorbitant, dass das nicht tragbar ist.“

          Horst Heldt, Sportvorstand FC Schalke: „Wir haben dagegen gestimmt, weil das System noch nicht ausgereift ist und es einen großen finanziellen Aufwand bedeutet. Wir können dieses Geld zwar aufbringen, andere Clubs aber nicht. Ich persönlich halte den Videobeweis für sinnvoller - nicht nur bei Torentscheidungen.“

          Peter Rettig, Vorsitzender der Geschäftsführung bei 1899 Hoffenheim: „Es wurde eine Chance vertan. Es geht um die Essenz des Fußballs: Tor oder nicht Tor. Da sollten Kosten- und Nutzenüberlegungen nicht die zentrale Rolle spielen.“

          Thoms Tuchel, Trainer Mainz 05: „Für mich ist das eine völlig unverständliche Entscheidung. Den Grund dafür will ich gar nicht wissen und würde ihn auch nicht verstehen.“

          Max Eberl, Sportdirektor Borussia Mönchengladbach: „Ich hätte es gut gefunden, wenn die Sache durchgegangen wäre und auch gedacht, dass es dazu kommt. Jetzt müssen wir leider damit leben.“

          Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt: „Der Fußball soll überall unter gleichen Bedingungen gespielt werden. Es war eine pragmatische und basisdemokratische Entscheidung, die man zu akzeptieren hat. Ich glaube nicht, dass es ein Nein für alle Zeiten war.“

          Mirko Slomka, Trainer des Hamburger SV: „Diese Frage (nach der Torlinientechnik) ist für mich nicht ganz einfach zu beantworten, weil ich weiß, dass unser Vorstand sich dagegen ausgesprochen hat. Dies ist allerdings aus Kostengründen erfolgt. Ich persönlich bin tendenziell dafür, weil man doch wissen will, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht.“

          Jürgen Klopp, Trainer Borussia Dortmund: „An dem Tag, an dem es bezahlbar ist und für alle leicht zu kriegen, an dem Tag, an dem es nicht in der Bundesliga wichtig scheint und in der zweiten und dritten Liga nicht, bin ich sofort dabei. Grundsätzlich halte ich alles, was es den Entscheidern leichter macht, für absolut sinnvoll.“

          Robin Dutt, Trainer Werder Bremen: „Ich bin dafür, weil im Fußball eine Entscheidung Tor oder Nicht-Tor neben der sportlichen auch eine wirtschaftliche Bedeutung haben könnte. Wir geben so viel Geld in die Technik aus, da kann ich nicht einsehen, warum wir das bei so einer wichtigen Sache nicht machen. Wenn man diese Technik hinzuzieht, hat sie viel weniger Einfluss als beispielsweise die fünf Schiedsrichter in Champions-League-Spielen. Dies finde ich viel nerviger als eine Kamera. Dies ist aber alles unter der Voraussetzung, dass die Technik auch zu einhundert Prozent funktioniert.“

          Christian Seifert, Geschäftsführer Deutsche Fußball Liga: „Die ersten Untersuchungen liegen schon fast zwei Jahre zurück. Alle Argumente, die man dafür oder dagegen haben kann, wurden entsprechend aufgearbeitet. Dann ist das ein demokratisches Votum, das es zu akzeptieren gilt.“

          Quelle: dpa

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