30.07.2010 · Präsident Theo Zwanziger steht vor seiner dritten Amtszeit, und das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes soll unverändert weitermachen. Per Pressemitteilung wird Einigkeit demonstriert. Bundestrainer Löw begrüßt die Kandidatur von Zwanziger.
Theo Zwanziger tritt zur Wiederwahl an die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an. Er hat keinen Gegenkandidaten. „Es muss legitim sein, sich am Ende einer Legislaturperiode intensive Gedanken über die zukünftige Lebensplanung zu machen. Die Gespräche mit meiner Familie, der große Rückhalt aus den unterschiedlichsten Bereichen des Fußballs, der Politik und Gesellschaft sowie die anstehenden Herausforderungen des Verbandes haben mich zu der festen Überzeugung kommen lassen, noch einmal für dieses Ehrenamt kandidieren zu wollen.“
Dieses Zitat des 65 Jahre alten Funktionärs wurde am Freitag nach der DFB-Präsidiumssitzung in Frankfurt vom Verband per Pressemitteilung verbreitet. Zuvor hatte sich Zwanziger entgegen seiner Ankündigungen gegenüber der „Bild“-Zeitung schon auf die Fortführung seines Amtes festgelegt, bevor er auf seine Präsidiumskollegen traf.
Die Vertragsverlängerung des Bundestrainers war ein entscheidender Punkt: „Das Verhalten des Bundestrainers hat mir gezeigt, dass mein Vertrauen in Joachim Löw gerechtfertigt war. Auf dieser Basis können wir weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten“, so Zwanziger in der DFB-Mitteilung. Vor kurzem klang das noch ganz anders. Lange hatte der Jurist aus Altendiez offengelassen, ob er sich beim Verbandstag am 21. und 22. Oktober in Essen für eine dritte Amtsperiode zur Wahl stellen würde. Zwanziger sprach von Amtsmüdigkeit, einer Sehnsucht nach dem Privatleben, und er reagierte immer dünnhäutiger auf Kritik.
„Ich freue mich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit“
Der DFB ist mit rund 6,7 Millionen Mitgliedern der größte Sportfachverband. „Ich will den Fußball nicht überhöhen, aber er leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft“, hatte Zwanziger nach seiner Wahl zum zehnten DFB-Präsidenten am 8. September 2006 gesagt. Seit 2004 steht der Mann aus dem Westerwald an der Spitze des DFB – zunächst gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder und seit 2006 als alleiniger Präsident.
Zwanziger war lange unumstritten und respektiert, griff geschickt populäre Themen auf, musste sich zuletzt aber in der schlecht begleiteten Schiedsrichter-Affäre Amerell/Kempter teils harsche Kritik anhören. Von autoritärer Amtsführung und kommunikativer Krise war zu lesen. „Das trifft mich sehr, da ich bei aller Kritikfähigkeit vieles als absolut ungerecht empfunden habe“, sagte Zwanziger Anfang Juni. In seine Amtszeit fielen der Wett- und Schiedsrichterskandal um Robert Hoyzer, der Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke, die zunächst geplatzte Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw sowie die Affäre um den ehemaligen DFB-Funktionär Manfred Amerell und Schiedsrichter Michael Kempter.
Bundestrainer Löw begrüßt laut DFB die Kandidatur von Zwanziger. „Ich freue mich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein gesellschaftspolitisches Engagement kommt auch unserer Nationalmannschaft zugute. Der Präsident hat uns immer den Rücken gestärkt. Gemeinsam wollen wir unseren Erfolgsweg fortsetzen.“ Teammanager Oliver Bierhoff wird vom DFB so zitiert: „Es ist eine gute Nachricht, dass sich Dr. Zwanziger wieder als DFB-Präsident zur Wahl stellt. In den vergangenen sechs Jahren hatte er für alle Wünsche der Nationalmannschaft stets ein offenes Ohr und damit maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Teams.“
„Integration, Prävention, Gleichberechtigung, Umweltschutz“
Zwanziger will das gesellschaftliche Engagement des Verbandes nachhaltig etablieren. „Die hohe Identifikation der Menschen mit dem Fußball muss für uns Verpflichtung und Auftrag sein, soziale Verantwortung wahrzunehmen. Integration, Prävention, Gleichberechtigung, Umweltschutz, all diese Themenfelder werden auch für den Verband immer wichtiger. Auf dem kommenden Bundestag werden wir ein erstes Nachhaltigkeitskonzept vorstellen, dessen konsequente Umsetzung ein zentrales Anliegen von mir sein wird.“ Auch die Vertreter von Profi- und Amateurfußball unterstützen nach Angaben des DFB Zwanziger.
Auch alle anderen Mitglieder des DFB-Präsidiums werden sich auf dem Bundestag in Essen zur Wiederwahl stellen. Dem Gremium gehören 19 Mitglieder an, darunter zwei sogenannte 1. Vizepräsidenten, Hermann Korfmacher für die Amateure und Reinhard Rauball als Ligaverbandschef für die Profis. Vertreter der Nationalmannschaft im DFB-Präsidium ist Oliver Bierhoff, den Platz für Jugend- und Talentförderung nimmt Sportdirektor Matthias Sammer ein. Im Präsidium sitzen unter anderem auch Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer („Vertreter für internationale Aufgaben“).
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 20 | 31 | 43 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 20 | 33 | 41 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 20 | 21 | 41 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 20 | 19 | 40 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 20 | -1 | 32 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 20 | 1 | 31 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 20 | -2 | 30 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 20 | -2 | 24 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Köln | 20 | -11 | 24 | ![]() |
| 11. | ![]() |
VfB Stuttgart | 20 | -2 | 23 | ![]() |
| 12. | ![]() |
Hamburger SV | 20 | -9 | 23 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 20 | -6 | 22 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 20 | -12 | 21 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 20 | -6 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 20 | -9 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 20 | -14 | 17 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 21 | -20 | 17 | ![]() |