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Sven-Göran Eriksson Wenn ein „Scheich“ die Zunge lockert

Als Nationaltrainer ist Sven-Göran Eriksson in England ein gefragter Mann. Schön, wenn sich dann in Dubai ein reicher Scheich Zeit für ein gemütliches Fußball-Gespräch nimmt. Dumm nur, wenn der Scheich nicht echt ist.

© picture-alliance / dpa/dpaweb Freundlicher Plauderer: Sven-Göran Eriksson

Falsche Scheichs sind, etwa im Rheinland, um diese Jahreszeit kein seltener Anblick. In England hat man weniger Erfahrung mit solch karnevalistischer Tradition. Dort übernimmt die Boulevardpresse die Rolle des Karnevals, ganzjährig übrigens. Gern findet sie dabei solch freundliche Mitstreiter wie Sven-Göran Eriksson.

Der englische Nationaltrainer ließ sich in Dubai von einem „Scheich“ zum Gespräch laden. Es ging um einen Beraterjob für eine Fußballakademie. Und um ein Investment in der Premier League. Das lockerte die Zunge. Eriksson sprach davon, aufzuhören, wenn England den WM-Titel gewinnen sollte. Um vielleicht Trainer von Aston Villa zu werden, falls die Araber den Klub übernehmen und - nach Chelsea-Vorbild - mit Öl-Millionen überhäufen sollten.

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Dann plauderte Eriksson von seinen Stars. Davon, daß Owen in Newcastle unglücklich sei und Beckham in Madrid auch, Rooney zu impulsiv und Ferdinand zu faul. So jedenfalls stand das später in „News of the World“, dem Blatt, das falsche Scheichs als Reporter beschäftigt. Diese Idee ist in der deutschen Presse seit Günter Wallraff zwar außer Mode gekommen. Aber warum eigentlich? Hallo, Herr Eriksson, falls Sie das lesen und Rosenmontag noch nichts vorhaben: Wir hätten da ein Angebot.

Quelle: F.A.Z., 17.01.2006, Nr. 14 / Seite 32; cei.

 
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