Home
http://www.faz.net/-gtm-rx1k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Sven-Göran Eriksson Wenn ein „Scheich“ die Zunge lockert

Als Nationaltrainer ist Sven-Göran Eriksson in England ein gefragter Mann. Schön, wenn sich dann in Dubai ein reicher Scheich Zeit für ein gemütliches Fußball-Gespräch nimmt. Dumm nur, wenn der Scheich nicht echt ist.

© picture-alliance / dpa/dpaweb Vergrößern Freundlicher Plauderer: Sven-Göran Eriksson

Falsche Scheichs sind, etwa im Rheinland, um diese Jahreszeit kein seltener Anblick. In England hat man weniger Erfahrung mit solch karnevalistischer Tradition. Dort übernimmt die Boulevardpresse die Rolle des Karnevals, ganzjährig übrigens. Gern findet sie dabei solch freundliche Mitstreiter wie Sven-Göran Eriksson.

Der englische Nationaltrainer ließ sich in Dubai von einem „Scheich“ zum Gespräch laden. Es ging um einen Beraterjob für eine Fußballakademie. Und um ein Investment in der Premier League. Das lockerte die Zunge. Eriksson sprach davon, aufzuhören, wenn England den WM-Titel gewinnen sollte. Um vielleicht Trainer von Aston Villa zu werden, falls die Araber den Klub übernehmen und - nach Chelsea-Vorbild - mit Öl-Millionen überhäufen sollten.

Mehr zum Thema

Dann plauderte Eriksson von seinen Stars. Davon, daß Owen in Newcastle unglücklich sei und Beckham in Madrid auch, Rooney zu impulsiv und Ferdinand zu faul. So jedenfalls stand das später in „News of the World“, dem Blatt, das falsche Scheichs als Reporter beschäftigt. Diese Idee ist in der deutschen Presse seit Günter Wallraff zwar außer Mode gekommen. Aber warum eigentlich? Hallo, Herr Eriksson, falls Sie das lesen und Rosenmontag noch nichts vorhaben: Wir hätten da ein Angebot.

Quelle: F.A.Z., 17.01.2006, Nr. 14 / Seite 32; cei.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Dubai Riesiger Wolkenkratzer in Flammen

In Dubais Wolkenkratzer The Torch (die Fackel) hat ein Feuer gewütet. 20 Stockwerke standen in Flammen, Tausende Menschen flüchteten aus dem Hochhaus. Mehr

21.02.2015, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Kölner Karneval 83 Jahre alte Trainerin macht den Funkenmariechen Beine

Im Rheinland sind Funkenmariechen während des Karnevals nicht wegzudenken. Wer da an lockeres Unterhaltungsprogramm denkt, liegt falsch. Vor allem wenn sie von der Mutter der Mariechen", der 83 Jahre alten Biggi Fahnenschreiber trainiert werden. Mehr

13.02.2015, 16:25 Uhr | Gesellschaft
Reaktion auf den Terror Die Härte danach

Nach dem Attentat von Kopenhagen diskutiert auch das liberale Dänemark über den Extremismus. Und darüber, wie viel Multikulti die Einwanderungspolitik in Zukunft noch möglich machen sollte. Mehr Von Matthias Wyssuwa, Kopenhagen

20.02.2015, 23:45 Uhr | Politik
Rosenmontag Bunte Kostüme und bissige Satire auf Karnevalsumzügen

Am Rosenmontag haben die Jecken in Mainz, Düsseldorf und Köln mit bunten Kostümen, Konfetti und bissiger Satire auf ihren Motto-Wagen Karneval gefeiert. Mehr

16.02.2015, 15:48 Uhr | Gesellschaft
Autofreie Quartiere Vor dem Einzug muss das Auto weg

Immer mehr Bauträger und Städte entwickeln autofreie Quartiere. Das Interesse an dieser Wohnform ist groß. Die Gefahr zu scheitern aber auch. Mehr Von Nadine Oberhuber

18.02.2015, 09:46 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.01.2006, 17:36 Uhr

Zeit, zu reden

Von Evi Simeoni

Der Missbrauch von Hormonen war in den achtziger Jahren schon genauso schädlich wie heute. Und Doping ebenso verwerflich. Aber kaum einer störte sich daran, vor allem nicht im Fußball. Höchste Zeit, dass die Opfer Klartext reden. Mehr 4