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SV Wehen Wiesbaden : Personal-Roulette in der dritten Liga

Präsident Markus Hankammer: Interne Lösung für die Zukunft Bild: Picture-Alliance

Erst verkündet Sportdirektor Feichtenbeiner die Verpflichtung des neuen Trainers Demandt. Dann wird Interimstrainer Hock zum Sportdirektor ernannt - und Feichtenbeiner entlassen.

          „Wir. Gemeinsam.“ Kurz und prägnant lautet die aktuelle Werbe-Kampagne des SV Wehen Wiesbaden für sich. Die Außenwirkung des Vereins ist allerdings eine andere. Keiner kann sich hier seiner Position sicher sein, so scheint es. Jüngste Entwicklung: Der Drittligaklub hat sich „mit sofortiger Wirkung“ von Sportdirektor Michael Feichtenbeiner getrennt. Dies habe ihm das Führungsgremium in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, heißt es in einer Mitteilung des Vereins vom Mittwoch.

          Feichtenbeiners Nachfolger wird Christian Hock, der derzeitige Interimstrainer und bisherige Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, der zu Zweitligazeiten auch schon mal Trainer war, damals aber entlassen wurde. „Nachdem die Saison 2014/15 deutlich hinter den sportlichen Erwartungen zurückblieb, soll mit der neuen Saison ein vollständiger Neuanfang gestartet werden“, so die Ansage aus Wiesbaden. In der laufenden Spielzeit war der SVWW nach zwischenzeitlicher Tabellenführung ins graue Mittelfeld abgerutscht und hatte zudem die Qualifikation für den DFB-Pokal verspielt. Nächste Saison soll es endlich mit dem Wiederaufstieg in die Zweite Liga klappen - wie jedes Jahr.

          Noch am Dienstag hatte der SV Wehen den früheren Bundesliga-Profi Sven Demandt als neuen Trainer für die kommende Spielzeit präsentiert. Den Transfer des Trainers, derzeit noch für die U23 von Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga verantwortlich, hatte niemand anderes als Feichtenbeiner verkündet und optimistisch kommentiert: „Gemeinsam mit ihm wollen wir unseren eingeschlagenen Weg, eine Mannschaft mit Perspektive zu entwickeln, weitergehen, um in der neuen Saison eine wichtige Rolle zu spielen.“

          In Zukunft bestreite der Verein diesen Weg allerdings ohne hin, wie Feichtenbeiner noch am selben Abend erkennen musste. Vereinspräsident Markus Hankammer fand nach außen freundliche Worte für den Abgeschobenen und lobte den alten Bekannten in der neuen Position: „Christian kennt den Verein, das Umfeld, die Mannschaft und weiß, was in dieser Situation zu tun ist. Er hat eine hohe Identifikation mit dem Verein und hat sich diese Chance verdient.“ Der Beförderte äußerte sich gegenüber dem Wiesbadener Kurier, er sei von der Entwicklung selbst überrascht worden: „Natürlich ist es eine Herkulesaufgabe, aber ich nehme die Herausforderung gerne an.“

          Kienle wurde gleich zweimal die Zukunft verbaut

          Hock und Demandt haben einst gemeinsam beim FSV Mainz 05 gespielt. Demandt erhält einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2017. Auch er nannte die Worte „wir“ und „gemeinsam“ bei seinem Antritts-Statement: „Wir wollen gemeinsam viel bewegen und haben dabei das gleiche Ziel, die dritte Liga nach oben hin zu verlassen.“

          Erst vor einem Monat hatte sich der SV Wehen Wiesbaden von seinem Trainer Marc Kienle getrennt. Ihm war neben Erfolgslosigkeit auch fehlendes Durchsetzungsvermögen attestiert worden, nachdem der Verein ihn ein halbes Jahr zuvor noch unbedingt halten wollte und ihm damit die Chance verbaute, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw zu werden.

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