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Südafrika Freund Beckenbauers erschossen

25.11.2007 ·  Während Fifa-Präsident Blatter jeden Zusammenhang zwischen der Ermordung eines Österreichers in Durban und der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2010 leugnet, wurde der Ermordete nach FAZ.NET-Informationen von Fifa-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer eingeladen und hatte VIP-Karten für die Auslosung.

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Der ehemalige österreichische Profi-Fußballer Peter Burgstaller ist unmittelbar vor der WM-Auslosung in der südafrikanischen Hafenstadt Durban erschossen worden. Seine Leiche war auf einem luxuriösen Golfplatz nahe der Stadt mit einem Brustschuss entdeckt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Das österreichische Außenministerium bestätigte der nationalen Nachrichtenagentur APA die Todesumstände. Der mutmaßliche Raubmord an dem 43-Jährigen löste erneut Diskussionen über die hohe Kriminalitätsrate im WM-Gastgeberland Südafrika aus.

Fifa-Präsident Joseph Blatter dementierte jedoch eine Verbindung zu dem sportlichen Großereignis - das Opfer sei nicht für die Auslosung nach Südafrika gereist. „Er ist ein Tourist. Er ist kein Mitglied der Delegation. Wir beklagen den Tod, so wie wir in unserer Organisation jeden Tod beklagen“, sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes. Man könne das Verbrechen nicht in Beziehung zu den Vorbereitungen auf die erste Fußball-WM in Afrika setzen. „Eine Parallelität herzustellen, wäre eine unzulässige Antwort“, sagte der Schweizer. Weltweit gebe es Verbrechen, sagte Blatter und verwies auf einen Überfall auf ein 16 Jahre altes Mädchen in Zürich.

Beckenbauer tief betroffen

Nach FAZ.NET-Informationen besteht jedoch durchaus ein Zusammenhang zur Auslosung. Burgstaller war auf Einladung von Franz Beckenbauer in Durban. Der einstige Torwart von Austria Salzburg, der eine Event-Agentur leitete, hatte vom deutschen Mitglied der Fifa-Exekutive VIP-Karten für die Auslosung erhalten. Beckenbauer soll vom Tod seines Bekannten tief betroffen sein.

Burgstaller befand sind seit Freitag in Südafrika und war nach dem Einchecken im Hotel auf den mit einem Elektrozaun gesicherten Golfplatz gegangen. Als Sicherheitspersonal die Leiche des zweifachen Vaters fand, waren Handy und Golfausrüstung verschwunden. Der Erschossene hatte nach APA-Angaben eine Event-Agentur in Salzburg geführt, wo der zweifache Vater und begeisterte Golfspieler einst Torwart bei Austria Salzburg war.

19.202 Morde pro Jahr

Sein Tod belebte die Sicherheits-Debatte im künftigen WM-Gastland Südafrika, wo nach der jüngsten offiziellen Polizeistatistik im vergangenen Jahr 19.202 Morde pro Jahr registriert wurden - mehr als 52 Morde pro Tag. Hinzu kommt eine ebenso hohe Zahl versuchter Morde. Die Zahl der schweren Raubüberfälle lag 2006/07 (31. März) bei 126.558. Auch die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen erreicht mit mehr als 50.000 pro Jahr traurige Rekordwerte. Nach den Erkenntnissen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses enden gerade mal 30 Prozent aller Straftaten mit einer Verurteilung der Täter.

Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) sprach von einem „Weckruf“ für die Polizei. Sie müsse endlich effektiver gegen Verbrechen vorgehen. Der Präsident der südafrikanischen Golfanlage, auf der Burgstaller erschossen wurde, forderte in der Zeitung „Sunday Tribune“ angesichts der Unfähigkeit der Regierung bei der Kriminalitätsbekämpfung zum WM-Boykott auf.

Bierhoff beim Frühstück beklaut

In Durban sind über das Wochenende mehr als 3.000 Sportfunktionäre und Journalisten zu Gast, um die in weltweit 200 Ländern übertragene Vorrundenauslosung für die Fußball-WM zu verfolgen. In der Stadt patrouillieren daher mehr als 1.000 zusätzlichen Soldaten und Polizisten. Zusätzlich sind diverse Armee- und Polizeihelikopter aufgeboten.

Die Organisatoren hatten betont, dass sich kein Auslosungs-Gast Sorgen um seine Sicherheit machen müsse. Oliver Bierhoff erlebte unterdessen eine unangenehme Überraschung. Auf dem Weg zum Frühstücksbuffet wurde dem Nationalmannschaftsmanager des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Hotel die Aktentasche geklaut. Darin befanden sich neben Unterlagen für die Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen auch der Reisepass und das Mobiltelefon des Ex-Profis. Seit der Vergabe der WM an Südafrika im Mai 2004 wird die hohe Kriminalitätsrate im Kap-Staat als großes Problem für das Turnier im Jahr 2010 gesehen.

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Von Peter Heß

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