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Stürmerstar Ibrahimovic Zlatans Geheimnis

Schwedens Fußballstar Zlatan Ibrahimovic ist derzeit der effektivste Stürmer Europas. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland (20.45 Uhr) bringt er selbst seine Gegenspieler ins Schwärmen.

© dpa Beidfüßiger Stürmer mit Schuhgröße 47 - Zlatan Ibrahimovic

In Schweden gibt es ein bekanntes Lied über Zlatan Ibrahimovic, in dem singt ein kleiner Junge: „Wer ist dieser Mann? Was ist sein Geheimnis?“ Sollte die Antwort auf diese Frage vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Auswahl des Svenska Fotbollsförbundet am Dienstag (20.45 Uhr/ live in ARD und im F.A.Z.-Liveticker) auch die deutsche Abwehr interessieren, sei ihr die Lektüre französischer Zeitungen empfohlen. In Frankreich vergeht seit Saisonbeginn keine Woche ohne Titelgeschichte über den schwedischen Stürmerstar, ein Blatt nach dem anderen hievt ihn aufs Cover, selbst die seriöse „Le Monde“ versuchte in seitenlangen Essays, sein Faszinosum zu ergründen.

Fernsehsender schicken Reporter nach Rosengard, jenen tristen Vorort von Malmö, wo der Sohn serbokroatischer Einwanderer aufwuchs und die Häuser hoch und hässlich sind, um die hundert Mal erzählte Geschichte vom sportlich hochtalentierten, aber sozial unterprivilegierten Käfigfußballer neu aufzurollen. Seit Zinédine Zidane hat kein Spieler die Franzosen mehr in dieser Weise elektrisiert, schon jetzt vergleicht man den Selbstdarsteller wegen seiner Lust an der Provokation mit Eric Cantona.

Im Augenblick besser als Messi und Ronaldo

Doch nicht nur Paris ist frisch verliebt in seinen neuen Wunderstürmer. Selbst gegnerische Verteidiger ergehen sich nach Niederlagen in begeisterten Elogen über die Treffsicherheit des Hünen, der momentan mit beeindruckender Effizienz seinen Rang als personifiziertes Titelversprechen bestätigt. Jeder Klub, der Ibrahimovic erwarb, für den - alle Ablösezahlungen zusammengenommen - in den vergangenen zwölf Jahren die internationale Rekordsumme von 173,1 Millionen Euro floss, gewann anschließend den nationalen Meistertitel. Nach Erfolgen mit Ajax Amsterdam, Juventus Turin, Inter sowie AC Mailand und dem FC Barcelona liegt er nun auch mit Paris Saint-Germain auf Kurs. In sieben Spielen erzielte er neun Tore, augenblicklich ist er damit nicht nur der am besten bezahlte, sondern auch der effektivste Stürmer Europas. Besser als Messi, besser als Ronaldo und besser als er selbst je zuvor.

Nicht einmal in seinen Mailänder Jahren, in denen er zweimal die Torjägerkanone der Serie A holte, war seine Auftaktquote derart umwerfend. Und was sagt Ibrahimovic dazu? „Ich habe noch Spielraum. Ich weiß, dass es noch besser geht.“

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Während der Zlatan-Hype in Frankreich mit jedem Treffer in eine neue Runde geht, bietet ihm die Nationalmannschaft derzeit das größtmögliche Kontrastprogramm. Das Trainingsgelände an einer Stockholmer Ausfallstraße, auf dem sein Team während der Länderspielpause zusammentrifft, verströmt den Charme einer Drittliga-Anlage in der Provinz, das Medienaufkommen hat allenfalls Zweitliga-Dimension. Bei einer morgendlichen Übungseinheit erleichtert sich Torwart Isaksson ungeniert an der Seitenlinie, Spaziergänger, Hunde und Jogger laufen ungerührt und ungehindert vorüber. Sicherheitspersonal oder Absperrungen mag es anderswo geben, jedenfalls nicht hier. Auch der Kapitän zeigt sich im Kreis der Mannschaftskollegen frei von Allüren. Von der divenhaften Seite des Stars ist nichts zu spüren, obwohl Ibrahimovic die Aufmerksamkeit der Medien seit Jahren so ausschließlich auf sich zieht, dass sicherheitshalber noch einmal darauf hingewiesen werden sollte, dass im Berliner Olympiastadion noch zehn weitere Spieler für Schweden auflaufen werden. Seit Olof Mellberg und Freddie Ljungberg ihre Karriere beendet haben, ist der 31-Jährige mit den schulterlangen Haaren und dem markanten Profil das alleinige Gesicht dieser Mannschaft.

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