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Streit um DFB-Ausrüster Bierhoff droht Bayern-Spielern mit Sperre durch Fifa

24.01.2007 ·  Der Streit um den den künftigen DFB-Ausrüster und das Angebot von Nike spitzt sich zu. Bierhoff attackiert Rummenigge, der sich Bayern-Spieler im Nike-Dress nicht vorstellen kann, und bekommt ausgerechnet Hilfe von Franz Beckenbauer.

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Der Streit um den zukünftigen Ausrüster der Nationalmannschaft zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Rekordmeister Bayern München droht zu eskalieren. Nachdem Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge zuletzt erklärt hatte, dass er sich nicht vorstellen könne, „dass ein Spieler von Bayern München jemals in einem deutschen Nationaltrikot von Nike auflaufen“ werde, erwägt Nationalmannschafts- Manager Oliver Bierhoff nun für den Fall der Fälle, die Bayern-Profis durch den Weltverband Fifa für Klubeinsätze sperren zu lassen.

„Ich verstehe seine Aussage nicht. Rein faktisch bleibt dem FC Bayern gar keine Wahl. Laut Statuten müssen sie jeden Spieler abstellen, den wir für die Nationalmannschaft anfordern. Sonst können wir den Spieler durch die Fifa für Bayern sperren lassen“, sagte Bierhoff der „Sport Bild“. Betroffen wären derzeit die Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Philipp Lahm.

„So ein Angebot kann man nicht wegschmeißen“

Der DFB und Adidas, das rund elf Millionen Euro pro Jahr an den Verband bezahlt, haben noch einen Vertrag bis 2011. Nach Ansicht des Unternehmens aus Herzogenaurauch, dass mit einem Aktienanteil von zehn Prozent auch strategischer Partner des FC Bayern ist, wurde der Kontrakt im vergangenen August im Zuge des Schuhstreits aber bereits vorzeitig bis 2014 verlängert. Liga-Präsident Werner Hackmann hatte zuletzt allerdings mehrfach erklärt, dass es sich nicht um einen Vertrag, sondern nur um eine Absichtserklärung seitens des DFB handelt.

Der amerikanische Sportartikel-Gigant Nike hat dem DFB ein Angebot unterbreitet, 2011 einen Ausrüstervertrag über zunächst acht Jahre abzuschließen. Angeblich will das Unternehmen dafür rund 500 Millionen Euro an den DFB zahlen. „An solch einem Angebot kann man nicht einfach vorbeigehen, nur weil man langjähriger Partner von Adidas ist“, meinte Hackmann. Auch Bayern-Präsident und Adidas-Repräsentant Franz Beckenbauer verlangt eine sorgfältige Prüfung der Sachlage: „Ein Verband kann so ein Angebot nicht einfach wegschmeißen, sonst macht er sich strafbar.“ Beckenbauer, bislang als WM-OK-Präsident Mitglied im DFB-Präsidium, wird auf dem DFB-Bundestag im Herbst auf jeden Fall wieder im Präsidium vertreten sein. Somit kann er direkt Einfluss auf die Verhandlungen mit Adidas und Nike nehmen.

Beckenbauer für Aufstockung der Bundesliga

Vor seiner Wahl als europäischer Vertreter in das Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa auf dem Uefa-Kongress in Düsseldorf hat sich Beckenbauer auch für eine Aufstockung der Bundesliga von 18
auf 20 Vereine stark gemacht. „Wir sind das bevölkerungsreichste Land unter den fünf großen Verbänden, aber sind die einzigen, die noch mit 18 Mannschaften spielen. Und dann leisten wir uns noch den Luxus einer Winterpause, nach der man wieder von vorne anfangen muss. Zumindest sollte man sich mit dieser Frage befassen“, erklärte der 61-Jährige.

Der „Kaiser“ äußerte sich auch zur Situation bei seinem FC Bayern München. Spätestens zur neuen Saison sieht Beckenbauer dringenden Bedarf für die Verpflichtung eines Spielmachers. „Ich glaube, dass im Mittelfeld etwas passieren muss“, sagte der Vereinspräsident. Nach dem Fortgang von Michael Ballack zum FC Chelsea sowie dem Rücktritt von Sebastian Deisler stehe der Rekordmeister vor einem „Umbruch“. „Es wäre schön, wenn der eine oder andere kommen würde“, sagte er.

„So einen wie Deco oder Diego haben wir nicht“

Wichtig sei das Engagement eines kreativen Kopfes für den Spielaufbau. „Ein Spieler vom Typ Deco, Diego oder Messi, so einen haben wir nicht, einen jungen Mehmet Scholl“, sagte Beckenbauer. Den von den Bayern schon offiziell umworbenen Franck Ribéry von Olympique Marseille bezeichnete Beckanbauer als interessanten Akteur. Die Investitionssumme sei dabei nicht maßgeblich. „Man kann das nicht an einer Zahl festmachen“, sagte er. In der Winterpause hatte der FC Bayern eine Verpflichtung eines Stars für bis zu 30 Millionen Eurofür möglich erklärt.

In Angriff und Abwehr sieht Beckenbauer hingegen keinen Handlungsbedarf. „Da haben wir genug Spieler.“ Neben Ballack und Deisler verliert der FC Bayern im Sommer auch Hasan Salihamidzic an Juventus Turin. Owen Hargreaves wird derweil weiter von Clubs aus England umworben. Bastian Schweinsteiger und Roque Santa Cruz hatten in der Bundesliga-Hinrunde als Ballack-Ersatz in der zentralen Mittelfeldposition nicht überzeugen können.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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