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Streit in der Nationalmannschaft Rummenigge und Matthäus greifen Ballack an

23.10.2008 ·  Die früheren Nationalmannschaftskapitäne Karl-Heinz Rummenigge und Lothar Matthäus haben Michael Ballack für seine Kritik an Bundestrainer Löw scharf angegriffen. Rummenigge fordert eine Entschuldigung von Ballack, der Bereitschaft zu einem Gespräch mit Löw signalisierte.

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Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus haben Michael Ballack scharf für seine Kritik an Bundestrainer Löw kritisiert. Rummenigge forderte von Ballack eine Entschuldigung gefordert. „Es geht nicht, dass der Bundestrainer in der Öffentlichkeit kritisiert wird. Wenn einem Kapitän etwas nicht passt, dann muss man das hinter verschlossenen Türen machen. Das ist ein Unding“, sagte er.

Nationalmannschaftskapitän Ballack hatte zuvor im Streit mit Joachim Löw seine Bereitschaft zu einem Vier-Augen-Gespräch erklärt. Allerdings müsse der Deutsche Fußball-Bund einen Termin mit seinem Arbeitgeber Chelsea absprechen, sagte Ballack zu der Forderung Löws, möglichst schnell zu einem Gespräch nach Deutschland zu kommen. „Ich freue mich, dass der Trainer wieder den Dialog mit mir sucht.“ Der 32 Jahre alte Ballack hatte am Dienstag in einem Interview mit der F.A.Z. den Führungsstil Löws kritisiert (siehe: Michael Ballack im F.A.Z.-Interview: „Frings' Rücktritt wäre schlimm“. Daraufhin hatte auch Torsten Frings seine Kritik an Löw erneuert (siehe: Kritik an Joachim Löw: Frings legt nach).

„So etwas kann sich kein Trainer gefallen lassen“

Der frühere Nationalmannschaftskapitän Rummenigge sieht in dem Streit „fast schon zu einen offenen Konflikt“. Michael Ballack müsse einsehen, dass er weit übers Ziel hinausgeschossen sei, und sich beim Bundestrainer entschuldigen, sagte Rummenigge. Er könne nur an alle appellieren eine vernünftige Lösung zu finden: „Wir können auf Ballack als Kapitän nicht verzichten, aber Michael muss ganz schnell das Gespräch mit Joachim Löw führen, denn so etwas kann sich kein Trainer gefallen lassen.“

Auch Matthäus empfahl Löw, im Umgang mit der Kritik von Ballack eine konsequente Haltung an den Tag legen. „Die öffentliche Einmischung von Ballack kann sich der Bundestrainer nicht gefallen lassen. So etwas gehört nicht in die Öffentlichkeit. Ich verstehe nicht, warum der Kapitän so etwas macht. Er kann es doch anders“, sagte Matthäus im Interview mit „ZDFonline“.

Matthäus: „Alles über die Medien - so geht Vertrauen verloren“

Aus seiner Sicht - Matthäus war 1996 selbst nach einem Streit mit dem damaligen Bundestrainer Berti Vogts wegen Veröffentlichung von „Tagebüchern“ ungeachtet seines Kapitäns-Amtes aus dem Kader für die EM in England gestrichen worden - hat Ballack gegen einen Verhaltenskodex verstoßen: „Alles, was es an Gesprächsbedarf zwischen einem Führungsspieler und dem Trainer gibt, sollte hinter verschlossenen Türen passieren. Daran scheint sich Ballack jedoch nicht mehr zu halten. Es läuft alles über die Medien. So geht das Vertrauen verloren.“

Matthäus sieht für Ballack dennoch weiter Chancen auf eine Zukunft im Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Ballack ist momentan Deutschlands einziger Fußballer von Weltrang. Wenn wir etwas ganz Großes erreichen wollen, geht es nicht ohne ihn. Ballack macht den Unterschied. Allerdings zeigt er aktuell leider mehr Aktivitäten neben dem Platz als auf dem Platz. Das schadet ihm und der ganzen Mannschaft“, sagte Matthäus und ließ darüber hinaus Angriffe des gebürtigen Görlitzers gegen seine Person unkommentiert. Ballack hatte im F.A.Z.-Interview gesagt, er warte beinahe stündlich auf Kritik „von Lothar Matthäus und seinen Lohnschreibern“ an einigen Nationalspielern.

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