21.03.2006 · Ehrenrettung für den deutschen Fußball und Wiedergutmachung für das Fiasko in Florenz: Die Anforderungen an die deutsche Nationalmannschaft vor dem Länderspiel gegen die Vereinigten Staaten an diesem Mittwoch sind gewaltig.
Ehrenrettung für den deutschen Fußball und Wiedergutmachung für die Schlappe in Italien: Die Anforderungen an die deutsche Nationalmannschaft vor dem Länderspiel gegen die Vereinigten Staaten an diesem Mittwoch in Dortmund (20.30 Uhr, im FAZ.NET-Liveticker) sind groß.
„Die deutschen Klubs haben bis auf Schalke international alle versagt. Jetzt kann nur noch die deutsche Nationalmannschaft etwas retten“, erklärte „Kaiser“ Franz Beckenbauer vor dem letzten Test des WM-Gastgebers vor der Nominierung der 23 WM-Kandidaten am 15. Mai. Damit forderte der WM-OK-Chef zugleich eine Ehrenrettung für den zuletzt nicht nur durch sportliche Fehlleistungen in die Negativschlagzeilen geratenen deutschen Fußball.
„Wir haben uns diese Situation selbst eingebrockt“
Unterdessen verlangten DFB-Kapitän Michael Ballack und sein Vorgänger Oliver Kahn unisono eine „entsprechende Reaktion“ der Mannschaft auf die 1:4-Pleite drei Wochen zuvor in Florenz gegen Italien. Die beiden Bayern-Stars berichteten zudem von einer ungeheuerlichen Anspannung bei den Spielern als auch beim Betreuerstab, die aber gegen die Amerikaner in positive Energie umgesetzt werden soll.
„Wir haben uns oft beklagt, daß wir in der Vorbereitung auf die WM nur Freundschafts- und keine Qualifikationsspiele haben und wir den Druck nicht simulieren können. Jetzt haben wir aber eine vergleichbare Situation, denn der Druck ist sehr, sehr groß. So eine Situation haben wir noch nicht gehabt“, betonte Ballack, der von einem „sehr wichtigen Spiel“ sprach. Der in 62 Länderspielen erprobte Mittelfeldstratege sei sehr gespannt wie vor allem die jüngeren Spieler mit der Anspannung fertig werden: „Es ist die Frage, ob die Mannschaft so verunsichert ist, daß sie ihre Leistung erneut nicht abrufen kann oder ob sie ihr wahres Gesicht zeigt. Wir haben uns diese Situation selbst eingebrockt und müssen sie nun bewältigen, denn bei der WM werden wir ähnliches erleben.“
Stimmungstest
Auch hinsichtlich der weiteren WM-Vorbereitung sei das Match gegen die nicht in Bestbesetzung antretenden Amerikaner ein wichtiger Stimmungstest. „Das ist ein entscheidendes Spiel. Zum einen für unser eigenes Selbstbewußtsein, zum anderen auch für die Stimmung im Land. Es wäre enorm wichtig, mit einem Erfolg in die Vorbereitung zu gehen. Aber ich bin sicher, daß uns diese schwierige Phase formt. Wir werden eine andere Mannschaft als zuletzt in Italien auf dem Platz sehen“, meinte der 29jährige.
Kahn, der noch einmal betonte, daß er keinen Grund habe, daran zu zweifeln, daß er bei Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach wie vor die Nummer eins ist, hofft, daß spätestens mit dem Anpfiff „Druck und Anspannung“ von der Mannschaft abfallen. Unabhängig vom Ergebnis gehe es darum, mit „einer engagierten und leidenschaftlichen Vorstellung den verlorenen Kredit zurückzuerobern“. Ferner müsse man so kurz vor der WM eine „positive Grundstimmung erzeugen, damit wir weiter in Ruhe arbeiten können“.
Daß nach der Pleite von Florenz vor allem die Abwehr in der Kritik stand, paßt Kahn überhaupt nicht. „Es wird vorschnell immer wieder nur die Abwehr kritisiert, aber die ganze Mannschaft muß als Einheit auftreten“, verteidigte der 36jährige seine durch die Bank viel jüngeren Vorderleute. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig, „daß die jungen Spieler Leute um sich herum haben, die diese Drucksituationen schon erlebt haben. Junge Spieler müssen sich anlehnen können“. Nach den ersten Trainingseinheiten, in denen speziell am Defensiv-Verhalten gearbeitet wurde, sieht Kahn aber „einiges in Fluß“.
„Wir müssen die Scharte auswetzen“
Dies bestätigte am Dienstag auch Klinsmann-Assistent Joachim Löw, der von einer sehr konzentrierten Vorbereitung sprach. Mit Videoanalysen vom Italien-Spiel hätten Bundestrainer Jürgen Klinsmann und er vor allem die „vielen Fehler in der Abwehr“ aufgearbeitet. Zudem habe man die Mannschaft eindringlich auf die Stärken und Schwächen der Amerikaner hingewiesen. „Sicherlich fehlen beim Gegner einige Stammspieler. Aber die Mannschaft hat sich zu Beginn des Jahres zu einem siebenwöchigen Trainingslager getroffen, deshalb erwarte ich ein eingespieltes Team.“
„Wenn wir mit viel Herz und Hingabe spielen, dann werden wir die USA aber zu Fehlern zwingen und zudem schnell das Dortmunder Publikum hinter uns bringen“, sagte Löw. Taktisch werde es zudem keine großen Änderungen geben, Ballack bleibt in der Mittelfeldraute der offensive Mann hinter den zwei Spitzen. Ansonsten habe die DFB-Auswahl nur ein Ziel: „Wir müssen die Scharte auswetzen“.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |