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Sportwetten Ein Tipp auf Klinsi bringt 1400 Prozent Gewinn

13.04.2009 ·  Ein Weiterkommen des FC Bayern München gegen Barcelona in der Champions League verspricht eine traumhafte Rendite. Auf Dauer zahlt es sich aber aus, auf die Favoriten zu setzen. Und vor allem die Männer sollten nicht nur ans Prahlen denken.

Von Marion Trimborn
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Ganz Deutschland ist im Fußball-fieber. Bayern München hat an diesem Dienstag (20.45 Uhr / FAZ.NET-Champions-League-Liveticker) eine letzte kleine Chance, ins Halbfinale der Champions League zu kommen. Im DFB-Pokal stehen die Halbfinalen schon an, und auch in der Bundesliga geht es in die heiße Phase bis zur Meisterkür im Mai. In solchen Zeiten herrscht Hochbetrieb in den Wettbüros. Die Wetter hoffen auf den großen richtigen Tipp. Dem Erfolg können sie ein wenig nachhelfen. Der Kniff liegt darin, etwas zu wissen, was in den Wettquoten noch nicht berücksichtigt ist.

Die Quote gibt an, für wie wahrscheinlich die Tipper einen Sieg halten. Je höher, desto unwahrscheinlicher. So gibt es beim Online-Anbieter Bwin satte 15 Euro für einen Euro Einsatz oder 1400 Prozent Gewinn, wenn die Bayern doch noch ins Halbfinale der Champions League einziehen. Normalerweise gewinnt man bei einem richtigen Fußballtipp etwa 1,20 Euro für einen Euro.

Wer mehr Erfolg haben will, sollte häufig mitspielen. Studien zeigen, dass Sachverstand und Erfahrung die Chancen erhöht. Als Vielwetter gelten alle Tipper, die pro Woche auf mindestens drei Spiele wetten. Eine Strategie könnte so aussehen: „Viele Spieler sehen sich an, ob die Mannschaft momentan einen Lauf hat, heim- oder auswärtsstark ist und ob wichtige Spieler verletzt sind“, sagt Thomas Etheber, der seit knapp fünf Jahren auf Fußballergebnisse tippt. Doch auf das Heimspiel zu setzen ist zu einfach, widerspricht der Frankfurter Sportökonom Eberhard Feess. So gewinnt zwar eine Mannschaft beim Heimspiel häufiger, weil sie ihre Fans im Rücken hat. Das ist in den Quoten aber schon eingepreist und bringt keinen Vorteil beim Tippen.

Nur etwa jede 19. Außenseiterwette wird gewonnen

Vielversprechender ist es, auf den Favoriten der Begegnung zu setzen. Den erkennt man an seinem Tabellenplatz, dem Erfolg der vergangenen Jahre und dem Abschneiden in den vergangenen Wochen. Mit dem Setzen auf Favoriten können Spieler das Phänomen des „favorite longshot bias“ nutzen. Nach dieser Regel setzen viele Spieler zu oft auf Außenseiter. Daher sind deren Quoten niedriger, als sie eigentlich sein müssten, sprich, man erhält bei Erfolg vergleichsweise wenig Geld für die riskante Wette. Umgekehrt steigt die Quote für Favoriten, und man bekommt relativ viel Geld für einen nicht so riskanten Tipp.

Das Rechenbeispiel von Bayern München gegen Barcelona zeigt das. Wer auf das Weiterkommen des Außenseiters aus München bei einer Quote von 15:1 setzt, müsste im Schnitt jedes 15. Spiel gewinnen, um kein Geld zu verlieren - die Statistik zeigt aber, dass in den europäischen Top-Ligen nur etwa jede 19. Außenseiterwette gewonnen wird. Der Wetter gewinnt dann zwar 15 Euro - hat aber 19 Euro Wetteinsatz bezahlt. Er verliert also mit jedem eingesetzten Euro durchschnittlich 21 Cent.

„Männer wollen in der Kneipe mit dem Außenseiter prahlen“

Mit Tipps auf den Favoriten Barcelona mit der Quote eins zu 1,01 gewinnt der Spieler laut Statistik in 94 von 100 Fällen. Er gewinnt in 100 Wetten also 94,9 Euro - muss dafür aber 100 Euro Einsatz bezahlen. Der Verlust ist mit fünf Cent pro Euro Einsatz niedriger als bei der Außenseiterwette. Aber es bleibt dennoch ein Verlust, denn die Gebühren der Wettanbieter fressen die Gewinne auf. Das heißt: Sportwetten lohnen sich nie.

Und für Männer noch weniger. Sie setzen besonders gerne auf die Außenseiter. Es ist die Lust am Risiko, aber auch Imponiergehabe: „Männer wollen in der Kneipe damit prahlen, wenn ihr Außenseiter tatsächlich gewinnt“, sagen die Sportökonomen Eberhard Feess und Helge Müller. Frauen setzen hingegen kaum auf Außenseiter. Doch auch sie sind nicht erfolgreicher, denn ihnen fehlt laut Experten der Fußball-Sachverstand, so dass sie sich oft Favoriten aussuchen, die dann doch verlieren - zum Beispiel weil ein Top-Spieler verletzt ist oder die eigentlich favorisierte Mannschaft gegen einen Angstgegner antreten muss.

Auch die richtige Auswahl des Wettanbieters hilft

Wer seine Gewinnchancen verbessern will, sollte auf Mannschaften setzen, bei denen es um viel geht. Der Beleg: Beim letzten Spiel in der Bundesliga-Saison gewinnen fast alle Teams, die gegen den Abstieg kämpfen. Das zeigt Feess' Studie auf Basis von Zahlen der Bundesliga und anderen europäischen Ligen. Die im Mittelfeld liegenden Mannschaften verlieren dagegen überproportional oft - da zeigt sich Lustlosigkeit und fehlende Motivation. In den Quoten zeigt sich das nur unzureichend.

Schließlich hilft auch die richtige Auswahl des Wettanbieters. Beim staatlichen Anbieter Oddset sind die Gewinne im Erfolgsfall deutlich niedriger als bei den Privaten. Vergleiche gibt's im Internet zum Beispiel bei www.betbrain.com. Die privaten Anbieter sind zwar eigentlich verboten, aber sie werden toleriert, solange die EU noch entscheiden muss, ob das staatliche Monopol in Deutschland rechtens ist.

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