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Spanischer Fußball Der FC Valencia geht unter

 ·  400 Millionen Euro Schulden. Ein Stadionneubau als Bauruine. Das Versinken ins sportliche Mittelmaß und nun auch noch ein 0:5 gegen Real Madrid. Um den FC Valencia steht es denkbar schlecht.

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© dpa Mitleid vom Gegner: Valencias Goncalves (links) bekommt Trost von Real Madrids Casillas

Manchmal nimmt die spanische Wirtschafts- und Finanzkrise komische Züge an, auch wenn keiner der Beteiligten das lustig findet. Die hochverschuldete Comunitat Valenciana muss voraussichtlich Mehrheitsaktionär des hochverschuldeten FC Valencia werden, weil eine vereinseigene Stiftung die fälligen Zinsen für einen 81-Millionen-Euro-Kredit nicht aufbringen kann. Die Region Valencia hatte vor drei Jahren beim Geldinstitut Bankia, das 2012 verstaatlicht wurde, die Bürgschaft für das Darlehen übernommen, um den Klub durch eine Kapitalerhöhung vor dem Ruin zu retten. Ist die Stiftung zahlungsunfähig, fällt ihr Aktienpaket von 70,4 Prozent an die Comunitat Valenciana.

Zwar ist der Stichtag für die Zahlung von 4,8 Millionen Euro Kreditzinsen erst der 31. Januar, doch die Verantwortlichen haben längst abgewunken, weil sie das Geld nicht haben. Von der Rückzahlung der Millionen zu schweigen. Und von der mehr als 400 Millionen Gesamtschulden des Klubs erst recht. Zu schweigen ebenfalls von der Bauruine des steckengebliebenen Stadions „Neues Mestalla“, in das schon 150 Millionen geflossen sind, den Pfiffen gegen den Vereinspräsidenten Manuel Llorente und dem Versinken eines früheren Spitzenklubs im sumpfigen Fußballmittelmaß. Die bittere Ironie der Geschichte ist, dass die Steuerzahler der spanischen Mittelmeerregion für die grobe Misswirtschaft aller Beteiligten zahlen müssen - die der heruntergewirtschafteten und von Korruptionsskandalen geschüttelten Regionalregierung, die des bankrotten Fußballvereins und die einer abgestürzten Großbank, die ihrerseits mit großem Trara als Fusion nicht überlebensfähiger Sparkassen angetreten war.

Über die Aussicht, Mehrheitsaktionär beim größten Fußballklub der Region zu werden, schlug die Comunitat Valenciana leise bis lustlose Töne an. „Uns gefällt das nicht“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident José Císcar, „aber wir werden uns damit auseinandersetzen.“ Die Regierung habe nicht vor, sich in die Vereinsführung einzumischen. Das darf sie auch nicht, denn die Region ist ebenfalls Mehrheitsaktionär beim maroden Zweitligaverein FC Elche, und zwei Klubs zugleich zu führen, ist laut Sportgesetz verboten. Demnächst könnte noch Hércules Alicante dazukommen.

Die Fußballprofis des FC Valencia schienen von der Lage so bedrückt, dass sie sich im Heimspiel gegen Real Madrid willenlos auseinandernehmen ließen. Der Endstand von 0:5 durch Tore von Higuaín (8. Minute), Di María (34. und 45.) sowie Cristiano Ronaldo (36. und 41.) war schon zum Pausenpfiff hergestellt. Viele der fünfzigtausend Valencia-Fans traten in diesem Augenblick den Heimweg an. Unter dem Kommando eines enorm spielfreudigen Mesut Özil, den das Sportblatt „Marca“ zum Star der Partie ausrief, lieferte Real in den ersten 45 Minuten mitreißenden Konterfußball - die beste Vorbereitung auf das Pokalrückspiel an diesem Mittwoch gegen denselben Gegner und am selben Ort. Das Hinspiel entschied Real 2:0 für sich.

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Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid.

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