Home
http://www.faz.net/-gtm-73tfn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

So ist Fußball Hoeneß lobt Löw

Rolle rückwärts von Uli Hoeneß: plötzlich lobt der Bayern-Präsident Joachim Löw - und attackiert stattdessen Felix Magath. Wenigstens einem Feindbild bleibt der „Abteilungsleiter Attacke“ aber treu: Jürgen Klinsmann.

© dpa Vergrößern Dampf ablassen muss sein: Uli Hoeneß sortiert sein Freund-Feind-Schema

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat die Auseinandersetzung mit Joachim Löw entschärft und den Bundestrainer sogar gelobt. „Er ist ein Mann, dessen Arbeit ich sehr schätze. Er hat vier oder fünf Jahren phantastisch gearbeitet“, sagte Hoeneß am Montagabend vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft in Düsseldorf. „Nach dem Griechenland-Spiel bei der Fußball-EM in diesem Jahr wurde er mit Gott verglichen. Jetzt soll gar nichts mehr sein. Das stört mich“, ergänzte der Bayern-Chef versöhnlich.

Hoeneß rückte zwar nicht von seiner Kritik am Führungsstil bei der deutschen Nationalmannschaft ab, wollte aber nach dem bitteren 4:4 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden keine weitere Schelte betreiben. „Wenn jemand am Boden liegt, trete ich nicht drauf“, erklärte Hoeneß. „Ich habe Löw vorher gewarnt, dass man die Spieler anhalten muss, etwas härter zu spielen, dass er sie härter anpacken muss.“Mit einer „flachen Hierarchie“ und „Arm in Arm über den Platz“ gewinne man nichts.

Mehr zum Thema

Löw hatte nach dem Schweden-Spiel betont, dass er immer offen für sachliche und ehrliche Kritik sei. „Wenn die Vorschläge in eine völlig andere Richtung gehen, dann setzen wir uns auch damit intern auseinander und besprechen diese Ratschläge in unserem Trainerteam. Wir gehen nicht über alles hinweg“, sagte der Bundestrainer. Er würde es gut finden, „wenn man es mir persönlich sagt und nicht über die Medien“.

Uli Hoeneß © dpa Vergrößern Keine Gnade für Klinsmann: „Er ist Feind“

Kritik übte Hoeneß dagegen an dem früheren Bayern-Cheftrainer Felix Magath, der mit dem VfL Wolfsburg auf den letzten Bundesliga-Tabellenrang abgestürzt ist. „Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer.“ Auch beim Magath-Engagement in München (2004 bis 2007) hatte es trotz großer Erfolge einen Stimmungsumschwung gegeben. „Wenn du es mit zwei Titeln in Folge schaffst, 80 Prozent der Spieler gegen dich zu kriegen, dann muss da was nicht stimmen“, sagte Hoeneß. „Das scheint auch das Problem in Wolfsburg zu sein.“

Noch harscher äußerte sich der Abteilungsleiter Attacke über den ehemaligen Münchner Trainer Jürgen Klinsmann, der im Frühjahr 2009 nach nur zehn Monaten wieder gehen musste: „Der ist ein Feind.“

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fußball-Nationalmannschaft Thomas Schneider heißt der neue Mann an Löws Seite

Zuletzt beim VfB Stuttgart entlassen, demnächst Assistent von Bundestrainer Joachim Löw: der 41 Jahre alte Thomas Schneider wird ab Oktober der „neue Hansi Flick“ beim DFB. Mehr

02.09.2014, 12:51 Uhr | Sport
Weltmeister Deutschland Zurück von den Sternen

Und jetzt das große Flick-Werk: Wie geht es weiter mit dem DFB-Team. Vom Fußball-Weltmeister wird schnelles Umschalten verlangt. An diesem Dienstag soll zunächst die Frage nach dem neuen Kapitän beantwortet werden. Mehr

02.09.2014, 05:06 Uhr | Sport
Bastian Schweinsteiger „Das Ziel ist ganz klar der EM-Titel 2016“

Im Gegensatz zu Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker will Bastian Schweinsteiger weiter in der DFB-Elf spielen und hat hohe Ziele. In einem Interview spricht der Weltmeister zudem über seine Verletzungsprobleme. Mehr

21.08.2014, 10:58 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.10.2012, 15:05 Uhr

Umfrage

Wer soll Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft werden?

7514 Stimmen wurden abgegeben.

23%
Manuel Neuer
34%
Bastian Schweinsteiger
7%
Thomas Müller
8%
Sami Khedira
23%
Mats Hummels
5%
ein anderer
Die Umfrage ist geschlossen. Alle Umfragen

Eher eine Zwischenstation

Von Michael Horeni

Die Entscheidung des Bundestrainers, Bastian Schweinsteiger zum neuen Kapitän der Nationalelf zu befördern, ist keine Überraschung. Sie ist aber auch kein Zeichen für die Zukunft. Ein Kommentar. Mehr 13 6

Ergebnisse, Tabellen und Statistik