http://www.faz.net/-gtl-73tfn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 23.10.2012, 15:05 Uhr

So ist Fußball Hoeneß lobt Löw

Rolle rückwärts von Uli Hoeneß: plötzlich lobt der Bayern-Präsident Joachim Löw - und attackiert stattdessen Felix Magath. Wenigstens einem Feindbild bleibt der „Abteilungsleiter Attacke“ aber treu: Jürgen Klinsmann.

© dpa Dampf ablassen muss sein: Uli Hoeneß sortiert sein Freund-Feind-Schema

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat die Auseinandersetzung mit Joachim Löw entschärft und den Bundestrainer sogar gelobt. „Er ist ein Mann, dessen Arbeit ich sehr schätze. Er hat vier oder fünf Jahren phantastisch gearbeitet“, sagte Hoeneß am Montagabend vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft in Düsseldorf. „Nach dem Griechenland-Spiel bei der Fußball-EM in diesem Jahr wurde er mit Gott verglichen. Jetzt soll gar nichts mehr sein. Das stört mich“, ergänzte der Bayern-Chef versöhnlich.

Hoeneß rückte zwar nicht von seiner Kritik am Führungsstil bei der deutschen Nationalmannschaft ab, wollte aber nach dem bitteren 4:4 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden keine weitere Schelte betreiben. „Wenn jemand am Boden liegt, trete ich nicht drauf“, erklärte Hoeneß. „Ich habe Löw vorher gewarnt, dass man die Spieler anhalten muss, etwas härter zu spielen, dass er sie härter anpacken muss.“Mit einer „flachen Hierarchie“ und „Arm in Arm über den Platz“ gewinne man nichts.

Mehr zum Thema

Löw hatte nach dem Schweden-Spiel betont, dass er immer offen für sachliche und ehrliche Kritik sei. „Wenn die Vorschläge in eine völlig andere Richtung gehen, dann setzen wir uns auch damit intern auseinander und besprechen diese Ratschläge in unserem Trainerteam. Wir gehen nicht über alles hinweg“, sagte der Bundestrainer. Er würde es gut finden, „wenn man es mir persönlich sagt und nicht über die Medien“.

Uli Hoeneß © dpa Vergrößern Keine Gnade für Klinsmann: „Er ist Feind“

Kritik übte Hoeneß dagegen an dem früheren Bayern-Cheftrainer Felix Magath, der mit dem VfL Wolfsburg auf den letzten Bundesliga-Tabellenrang abgestürzt ist. „Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer.“ Auch beim Magath-Engagement in München (2004 bis 2007) hatte es trotz großer Erfolge einen Stimmungsumschwung gegeben. „Wenn du es mit zwei Titeln in Folge schaffst, 80 Prozent der Spieler gegen dich zu kriegen, dann muss da was nicht stimmen“, sagte Hoeneß. „Das scheint auch das Problem in Wolfsburg zu sein.“

Noch harscher äußerte sich der Abteilungsleiter Attacke über den ehemaligen Münchner Trainer Jürgen Klinsmann, der im Frühjahr 2009 nach nur zehn Monaten wieder gehen musste: „Der ist ein Feind.“

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fußball-Transferticker Zaza zieht es nach England

Neuer Verein für Italiens Elfmeter-Fehlschütze +++ Leipzig holt zwei Spieler +++ Dost verlässt Wolfsburg +++ Deutscher für 41 Millionen Euro zu Arsenal +++ Alle Infos im Transferticker bei FAZ.NET. Mehr

28.08.2016, 20:08 Uhr | Sport
Premier League Liverpool verspielt den Sieg noch

Liverpool kommt nicht so richtig in Schwung in der Premier League. Bei Tottenham führt das Team von Trainer Klopp, muss sich am Ende aber mit einem Punkt begnügen. Die Höhepunkte der Partie im Video. Mehr

28.08.2016, 22:40 Uhr | Sport
Trotz Werders Debakel Baumann stützt Skripnik

Untergang in der Liga nach Blamage im Pokal: Schon muss Werder-Sportchef Baumann Treueschwüre für Trainer Skripnik leisten. Ganz anders die Gemütslage bei Bayern-Trainer Ancelotti. Mehr

27.08.2016, 10:45 Uhr | Sport
Serie A Khedira schießt das goldene Tor für Juventus

Sami Khedira wird in Turin in dieser Saison zum Torjäger. Der deutsche Nationalspieler trifft auch im zweiten Spiel der Serie A und beschert Juventus einen Sieg bei Lazio Rom. Die Höhepunkte des Spiels im Video. Mehr

28.08.2016, 13:04 Uhr | Sport
Ralf Rangnick im Gespräch Mich schrecken die Gehälter

RB Leipzig ist der umstrittenste Verein der Fußball-Bundesliga. Vor dem ersten Spiel bei Hoffenheim spricht Sportdirektor Ralf Rangnick über den Transfermarkt, Abstiegsangst und Joshua Kimmich. Mehr Von Michael Horeni

28.08.2016, 10:22 Uhr | Sport

Ein Topspiel als Anti-Werbung

Von Peter Penders

Was bleibt nach dem Start der Fußball-Bundesliga? Das Duell Bayern gegen Bremen vor TV-Zuschauern in 210 Ländern war – wie zu erwarten – keine gute Idee. Doch es passierte auch Überraschendes. Mehr 9