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Skandaltor von Paris Fifa schließt Wiederholungsspiel aus

20.11.2009 ·  Eine Neuauflage des Relegationsspiels zwischen Frankreich und Irland wird es nicht geben. Der irische Fußballverband hatte nach dem Handspiel des Franzosen Henry einen Präzedenzfall gefordert. Frankreichs Nationaltrainer Domenech hatte „keine Mogelei“ gesehen.

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Der Fußball-Weltverband Fifa lehnt eine Wiederholung des WM-Qualifikationsspiels zwischen Frankreich und Irland ab. Wie die Fifa am Freitag mitteilte, kann das Ergebnis nicht mehr verändert oder annulliert werden. Frankreich hatte am Mittwoch durch ein umstrittenes Tor in der Verlängerung gegen die Iren ein 1:1 erreicht und sich damit für die WM im kommenden Jahr in Südafrika qualifiziert. Stürmer Thierry Henry hatte den spielentscheidenden Ausgleichstreffer durch William Gallas in der Verlängerung mit der Hand vorbereitet. Der Schiedsrichter hatte dies nicht geahndet. Der irische Verband forderte daraufhin eine Wiederholung des Spiels.

„In den Fußball-Regeln ist eindeutig festgelegt, dass Entscheidungen während des Spiels vom Schiedsrichter getroffen werden und dass diese Entscheidungen endgültig sind“, schrieb die Fifa in ihrer Begründung. Trotz wütender Proteste der irischen Spieler noch auf dem Feld hatte der schwedische Unparteiische Martin Hansson im Pariser Stade de France den Treffer für gültig erklärt. Dem Tor war zudem eine vermeintliche Abseitsstellung Henrys vorausgegangen, die der Unparteiische ebenfalls übersah.

„Wenn die Regeln schlecht sind, dann muss man sie eben ändern“

Die Aktion - von vielen Zeitungen unter Berufung auf den Argentinier Maradona als zweite „Hand Gottes“ bezeichnet - beschäftigt mittlerweile auch höchste politische Kreise. Sogar in der „Grande Nation“ mehren sich die Stimmen, die eine Wiederholung der Partie fordern. Die französische Wirtschaftsministerin Christine Legarde sagte dem Sender RTL: „Es wäre gut, das Spiel zu wiederholen.“ Gleichzeitig übte Legarde Kritik am Vorgehen des Weltverbands. „Die Fifa muss ihre Regeln beachten. Und wenn die Regeln schlecht sind, dann muss man sie eben ändern.“

Sogar beim französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy stieß die irische Empörung auf Verständnis. „Ich habe Irlands Ministerpräsident Brian Cowen erklärt, wie leid es mir für die Iren und ihre Fans tut“, sagte Sarkozy am späten Donnerstagabend nach dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Sarkozy lehnte allerdings entgegen seines bekannten Drangs zur Einmischung in allerlei Themen eine Intervention beim Weltverband Fifa ab: „Man will mich schon wieder als Hyper-Präsidenten darstellen. Bitten Sie mich aber nicht, mich an die Stelle des Schiedsrichters oder des französischen Verbandes oder der internationalen Verbände zu setzen. Lassen Sie mich in der Rolle, die ich habe.“ Cowen und Sarkozy hatten am Rande des Gipfels über das Handspiel Henrys gesprochen. Cowen sagte allerdings, dass eine Wiederholung der Begegnung kein Gegenstand der Unterhaltung auf höchster politischer Ebene gewesen wäre.

Domenech sah „keine Mogelei“

Irlands Verband stützte seinen Protest gegen die Wertung des Matches und seine Forderung nach einer Neuansetzung auf eine Präzedenzfall von 2005 in der Asien-Qualifikation zur WM 2006. Damals hatte die Fifa das Play-off-Hinspiel zwischen Usbekistan und Bahrain wiederholen lassen, weil der Schiedsrichter ein Tor der Gastgeber nach einem Strafstoß wegen zu frühen Hereinlaufens von Spielern in den Strafraum zunächst nicht anerkannt und den Elfmeter nicht wiederholen lassen hatte.

Angesichts von Frankreichs Ablehnung eines Wiederholungsspiel machten Fifa-Vertreter den Iren allerdings von vorneherein nur wenig Hoffnung auf einen Erfolg ihres Einspruchs. Laut Angaben britischer Medien verwiesen sie darauf, dass alleine für die Erörterung einer Wiederholung das Einverständnis beider betroffenen Verbände eine Voraussetzung wäre. Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech hatte zwar eingeräumt, dass das Tor in der Verlängerung durch einen Fehler des Schiedsrichters zustande gekommen ist. Dies sei aber eine Tatsachenentscheidung gewesen, „und keine Mogelei“, so der umstrittene Trainer: „Ich verstehe deshalb nicht, wieso wir uns für irgendetwas entschuldigen müssen. Wir werden nicht Harakiri begehen, weil eine Fehlentscheidung eines Schiedsrichters einmal zu unseren Gunsten ausgefallen ist.“

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Von Peter Heß

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