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Sicherheitsdebatte Polizei klagt über Politik

 ·  Die Gewerkschaft der Polizisten fordert Taten statt Worten. in der Sicherheitsdebatte will die DFL derweil wieder mehr Dialog mit den Fans. Die Vorfälle in Hannover stören dabei.

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Die Diskussion über Gewalt im deutschen Fußball geht weiter. Sie wurde am Donnerstag durch die Krawalle beim DFB-Pokalspiel zwischen Hannover 96 und Dynamo Dresden verstärkt. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, kritisierte vor allem die Passivität der Politik. „Es ärgert mich, dass die Innenministerkonferenz andauernd Gesetzesvorhaben dagegen ankündigt, aber davon bisher nichts umgesetzt wird. Die Innenminister ziehen sich aus der Verantwortung und schieben der Polizei die Verantwortung zu“, sagte Witthaut nach einem Treffen in Frankfurt mit Repräsentanten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Die ständigen Forderungen aus der Politik nach einem härteren Durchgreifen gegen gewalttätige Fans bezeichnete er als Populismus. Der GdP geht die Verfolgung der Gewalttäter im Fußball, von denen es hierzulande 3500 bis 5000 geben soll, nicht weit genug. „Wir bräuchten bei manchen Spielen zwei, drei Staatsanwälte, die unsere Polizeibeamten wirksamer unterstützten“, sagte Witthaut.

Er kritisierte zudem, dass die Organisatoren des Fan-Kongresses am Donnerstag in Berlin die GdP nicht zu der Veranstaltung eingeladen hätten. Dort signalisierte der neue, für den Spielbetrieb zuständige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig Gesprächsbereitschaft, als er vor den 250 Fan-Vertretern und Fan- sowie Sicherheits-Beauftragten der Vereine die „Gemeinsamkeiten“ betonte.

Schwierigstes Thema

Ligapräsident Reinhard Rauball gab nach den Gesprächen in Frankfurt zu, dass es sich beim Kampf gegen die Gewalt um das „schwierigste Thema“ handele, mit dem sich der Ligaverband bisher beschäftigen musste. Am Rande des DFB-Pokalspiels am Mittwoch in Hannover war es durch gewaltbereite Anhänger des Zweitligaklubs aus Dresden zu massiven Störungen gekommen. Vor dem Spiel war versucht worden, das Stadion über die großen Einlass-Tore zu stürmen.

Etwa 300 Fans durchbrachen schließlich einen Zaun. Während des Spiels wurden auf den Rängen bengalische Feuer gezündet. 18 Personen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen, drei nahm die Polizei wegen Körperverletzung vorläufig fest. Der Dresdner Klub war vor knapp einem Jahr nach Ausschreitungen rund um das Pokalspiel bei Borussia Dortmund ursprünglich vom nun laufenden Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Doch das DFB-Bundesgericht kippte das Urteil und verhängte stattdessen ein „Geisterspiel“ und eine Geldstrafe.

Der DFB hielt sich am Donnerstag bei seiner Beurteilung zurück: „Wir wollen Bilder wie in Hannover nicht sehen“, sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock. Jetzt liege es an der unabhängigen Sportgerichtsbarkeit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Zu möglichen Strafen gegen Dynamo Dresden wollte sich Sandrock nicht äußern. Zuletzt war ein von der DFL erstelltes Diskussionspapier zur Stadionsicherheit von einigen Klubs abgelehnt worden. Das löste in der Liga Unruhe aus. „Wir müssen die Diskussion wieder mehr versachlichen. Dafür sind weitere intensive Gespräche mit allen Beteiligten, darunter natürlich auch Fans und Polizei, elementar“, sagte Rauball.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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