17.05.2007 · Der FC Sevilla hat den Uefa-Pokal verteidigt. Die Andalusier gewannen das Finale in Glasgow gegen den spanischen Liga-Rivalen Espanyol Barcelona 5:3 nach Elfmeterschießen. Zum Held des Abends wurde Torhüter Palop, der die Schüsse von Garcia, Jonata und Torrejon parierte.
Erst mit einem verrückten Kopfball-Tor in der Nachspielzeit den K.o. vermieden, dann im Finale als Elfmeter-Töter zum Helden geworden: Mit einem der ungewöhnlichsten Torhüter will sich der FC Sevilla nach dem zweiten Uefa-Cup-Sieg in Folge in der europäischen Fußball-Spitze etablieren.
„Eigentlich müssten sie Andres Palop jetzt ein Denkmal bauen“, sagte Sevillas deutscher Nationalspieler Andreas Hinkel, nachdem der Keeper den Andalusiern beim 2:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung im Endspiel von Glasgow gegen Espanyol Barcelona mit drei gehaltenen Schüssen den 3:1-Sieg im Elfmeterschießen und damit die erfolgreiche Titelverteidigung beschert hatte.
Hinkel aus Kader gestrichen
Auch die spanische Sporttageszeitung „As“ forderte: „Palop verdient eine Straße in Sevilla.“ Und „Marca“ stellte fest: „Das ist der Cup von Palop!“ Zumal der 33 Jahre alte Schlussmann schon im Achtelfinale gegen Schachtjor Donezk zum Helden geworden war. Im Rückspiel in der Ukraine war er in der vierten Minute der Nachspielzeit nach vorne gestürmt, hatte das 2:2 geköpft und die Verlängerung ermöglicht. „Ohne Andres hätten wir gar nicht erst in diesem Finale gestanden“, betonte Hinkel, der den Frust der kurzfristigen Streichung aus dem Kader nach dem Titelgewinn schnell verdrängt hatte.
Uefa-Pokal-Finale: FC Sevilla verteidigt Titel
„Natürlich hätte ich gerne gespielt“, sagte der 17-malige Nationalspieler: „Aber bei so einem Titel muss man den ganzen Weg sehen. Ich habe achtmal gespielt, und deshalb fühle ich mich voll und ganz als Uefa-Cup-Sieger.“ Dank Palop, der so ganz nebenbei noch das 1:0 durch Adriano (18.) mit einem weiten Einwurf eingeleitet und sich einen für Torhüter unüblichen Scorerpunkt verdient hatte. „Tor geschossen, Tor vorbereitet, drei Elfmeter gehalten: Das war eine perfekte Saison“, meinte der gefeierte Held. Dabei war er lange Zeit nicht einmal unumstrittener Stammtorhüter. „Aber ich hoffe, dass die Menschen ab jetzt mit dem Namen Palop immer einen Elfmeterkiller verbinden“, meinte er schmunzelnd und gab für sein Team ähnlich forsche Ziele aus: „Nun klingt Sevillas Name durch ganz Europa. Und wir werden immer stärker und noch viel mehr Titel holen.“
Warum soll es nicht so weitergehen?
Auch Coach Juande Ramos glaubt angesichts des bevorstehenden Pokalfinales gegen den FC Getafe mit Trainer Bernd Schuster und Platz drei in der Primera Division weiter an das Triple: „Wir haben in einem Jahr drei Endspiele gewonnen. Warum soll es nicht so weitergehen?“ Hinkel stellte zufrieden fest, dass „Europa nun mitbekommen hat, dass wir keine Eintagsfliege sind“. Und der frühere Schalker Christian Poulsen ist sich sicher, „dass wir auch in der Champions League nächstes Jahr für Überraschungen sorgen können. Aber jetzt werden wir erst einmal feiern und Flamenco tanzen.“
Gegner Espanyol war dagegen nicht zu Feiern zu Mute. Die Spieler hatten nicht einmal Nerven, ihren Frust runterzuspülen und lagen zeitig im Bett. Nachdem Albert Rieira (28.) Adrianos Treffer egalisiert und Jonatas (115.) nach der Gelb-Roten Karte gegen Moises Hurtado (68.) und dem erneuten Rückstand durch Frederic Kanoute (105.) in Unterzahl das Elfmeterschießen erzwungen hatte, wurde dieses den Katalanen wie vor 19 Jahren beim „Trauma von Leverkusen“ zum Verhängnis. „Wir haben den Himmel berührt, sind dann aber doch noch gefallen“, meinte Trainer Ernesto Valverde: „Das ist wohl unsere Geschichte im Uefa-Cup.“
Als erstes Team scheiterten die international noch titellosen Spanier zweimal im Uefa-Cup-Finale im Elfmeterschießen und als erstes Team überhaupt blieb ihnen der Titel verwehrt, obwohl sie im gesamten Wettbewerb zuvor ohne Niederlage geblieben waren. „Das tut weh“, meinte Valverde: „Aber wenn ich mir eine Niederlage hätte aussuchen dürfen, dann so. Denn wir gehen erhobenen Hauptes und fühlen uns trotzdem wie Champions.“
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |