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Fußball-Nationalmannschaft : Löw und die heikle Personalie Thomas Müller

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Wie geht es weiter im DFB-Team? Thomas Müller und Joachim Löw (rechts) Bild: Picture-Alliance

Joachim Löw nominiert den Kader für die letzten Länderspiele des miserablen WM-Jahres. Es geht gegen den Abstieg aus der Nations League. Vor allem die Besetzung der Offensive wird spannend.

          Diese heikle Situation ist auch für Joachim Löw total neu. Zum Abschluss des verkorksten WM-Jahres braucht der Rekord-Bundestrainer Spieler mit guten Nerven für den Abstiegskampf. Bei seiner Personalauswahl für den Test gegen WM-Gastgeber Russland am 15. November in Leipzig (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und bei RTL) und das Abstiegsendspiel in der Nations League vier Tage später gegen die Niederlande in Gelsenkirchen (20.45 Uhr im F.A.Z.Liveticker zur Nations League und in der ARD) wird Löw seinen Erneuerungskurs nach dem WM-Debakel wohl nur in dosierter Form fortsetzen. Radikale Veränderungen wird es am Freitag nicht geben, wenn Löw seinen Kader für den Jahresabschluss bekanntgibt.

          „Logischerweise ist ein Abstieg in der Nations League nicht unbedingt wünschenswert. Das wollen wir verhindern“, sagte Löw nach der großen Oktober-Enttäuschung mit dem 0:3 im Hinspiel in Amsterdam gegen die Niederlande und dem folgenden 1:2 in Frankreich, bei dem Löw mit dem Turbo-Sturm um Leroy Sané und Serge Gnabry notgedrungen Mut zum Wandel zeigte. Löws Überzeugung bleibt: „Die jungen Spieler haben Potential, aber sie brauchen Zeit.“

          Als Rückkehrer einplanen kann der DFB-Chefcoach Ilkay Gündogan von Manchester City und BVB-Offensivmann Marco Reus. Beide hatten im Oktober angeschlagen passen müssen. Bayern-Verteidiger Jérome Boateng, der sich in Holland mit Muskelproblemen durch das Spiel schleppte und dann für Paris absagen musste, steht auch wieder zur Verfügung.

          Spannung verspricht die Personalie Thomas Müller. Mit zwei Einsätzen könnte der Bayern-Profi beim anstehenden Länderspiel-Doppelpack den Sprung in den illustren 100er-Klub schaffen. Doch setzt Löw noch auf ihn? „Thomas Müller hat sich vielleicht zuletzt nicht so gezeigt. Aber er ist ein Antreiber, der mit den jungen Spielern spricht. Von daher ist Thomas weiter absolut wichtig“, sagte Löw nach dem Holland-Debakel und setzte Müller in Frankreich 88 Minuten auf die Bank. Auf einen Nostalgie-Bonus kann Müller nicht mehr setzen.

          Als Neulings-Kandidat gilt der Gladbacher Jonas Hoffmann. Ein Rückkehrer könnte nach langer Verletzungspause der Leipziger Marcel Halstenberg sein. Auf den Augsburger Linksverteidiger Philipp Max hatte Löw zuletzt trotz dessen konstant guter Leistungen verzichtet und dem Hoffenheimer Nico Schulz vertraut. Läuft es für die DFB-Auswahl schlecht, könnte der Abstieg aus der Gruppe der Topnationen schon vor dem Duell gegen Oranje besiegelt sein. Gewinnt Holland am 16. November gegen Frankreich, ist Deutschland definitiv Letzter der Gruppe 1 und müsste bei der nächsten Auflage des Wettbewerbs im Jahr 2020 gegen Teams der Kategorie Tschechien und Österreich antreten.

          Verlieren die Niederländer gegen den Weltmeister, wäre die Löw-Elf mit einem eigenen Sieg gegen Oranje gerettet. Spielt Holland zuvor gegen Frankreich Remis, müsste ein eigener Sieg mit vier Toren Vorsprung her. Bei einem 0:0 zwischen Holland und Frankreich und einem 3:0 Deutschlands gegen Holland würde die Fair-Play-Wertung über den Klassenverbleib entscheiden.

          Auch bei einem Scheitern in der neuen Nations League und der Abstufung in die zweitklassige B-Liga kann Löw offenbar auf das Vertrauen von DFB-Chef Reinhard Grindel bauen. „Wir haben uns im Präsidium nach der WM im Sommer die Frage gestellt, wer der Richtige ist, um den Neuaufbau einer neuen Mannschaft voranzutreiben. Wir trauen Joachim Löw absolut zu, dass er das bis 2020 schafft“, sagte Grindel am Mittwochabend bei einem Termin im südhessischen Traisa. „Er wird dabei aber nicht auf den ein oder anderen erfahrenen Spieler verzichten können, sondern Stück für Stück eine neue Mannschaft bilden“, beschrieb der DFB-Boss den von der Verbandsspitze abgesegneten Löw-Kurs: „Ich denke, beim jüngsten Spiel in Paris gegen Frankreich ist das eingeleitet worden.“

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