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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Schwere Vorwürfe von Pieth DFB stellt sich gegen Reformprozess

 ·  Fifa-Chef-Reformer Mark Pieth erhebt Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund. Der DFB und die Uefa stellten sich gegen Kernforderungen der Reformbestrebungen innerhalb des schwer in Verruf geratenen Fußball-Weltverbandes.

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© dapd Kritisiert die europäischen Vertreter innerhalb der Fifa: Chef-Reformer Mark Pieth

Die Befürchtungen, dass die Reformbestrebungen beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) mehr und mehr verwässern, werden immer konkreter. Vorwürfe erhebt nun der Vorsitzende der unabhängigen Governance-Kommission bei der Fifa, Mark Pieth, auch gegenüber dem Deutschen  Fußball-Bund (DFB).  „Ich bin erstaunt über den DFB, von dem ich eigentlich eine klare Haltung zu den Reformschritten erwartet hätte“, sagte der Schweizer Anti-Korruptionsexperte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Zudem kritisiert Pieth auch den englischen Verband, der in der Vergangenheit wie der deutsche stets vorgegeben hatte, besonderes Interesse zu haben an den tiefgreifenden Veränderungen innerhalb des schwer in Verruf geratenen Weltverbandes. Hintergrund für die Kritik Pieths ist die unlängst einstimmig verfasste Deklaration der Europäischen Fußball-Union (Uefa), die von allen europäischen Nationalverbänden getragen wurde und auch vom DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach unterzeichnet worden war. Sie widerspricht Kernforderungen der Reformgruppe bei der Fifa.

Uefa-Deklaration sei „ein Rückschritt“

„Ich bin von der Deklaration enttäuscht, weil sie ein Rückschritt ist“, sagte Pieth der F.A.Z. So hatte sich die Uefa zum Beispiel dagegen ausgesprochen, eine sogenannte Amtszeitbegrenzung für Mitglieder des Fifa-Vorstandes vorzusehen, dem derzeit acht europäische Vertreter inklusive des Uefa-Präsidenten Michael Platini angehören. Zudem stelle man sich in der Deklaration gegen die wichtige Forderung, dass eine unabhängige Stelle bei der Fifa zukünftig die Integrität von Topfunktionären vor deren Einsetzung in Fifa-Gremien überprüfen sollte. Dies entspricht inzwischen dem Vorgehen großer internationaler Wirtschaftskonzerne, die in der Vergangenheit ebenso von Korruption betroffen waren. Uefa-Präsident Michel Platini, der zuletzt wegen seiner undurchsichtigen Verbindungen zum umstrittenen WM-Ausrichter Qatar in die Kritik geraten ist, wird ein Interesse an der Nachfolge des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter nachgesagt. Er, die Uefa und auch der DFB stehen nun erst einmal in einem trüben Licht da.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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