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Schiedsrichterskandal Kontakte zur kroatischen Mafia?

26.01.2005 ·  Die Vorwürfe gegen Schiedsrichter Robert Hoyzer haben eine neue Qualität erreicht: Er soll laut einem Bericht des „Stern“ regelmäßig Kontakt zur kroatischen Mafia gehabt haben.

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Die Manipulationsvorwürfe gegen Schiedsrichter Robert Hoyzer haben eine neue Qualität erreicht: Der 25 Jahre alte Berliner soll laut einem Bericht des „Stern“ regelmäßig Kontakt zur kroatischen Mafia gehabt haben.

Der Pressechef des Deutschen Fußballbundes (DFB), Harald Stenger, sagte der Zeitschrift: „Diese Erkenntnisse haben wir auch.“ Hoyzer wird verdächtigt, unter anderem das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV (4:2) manipuliert zu haben. Mindestens fünf Partien soll der Beschuldigte verschoben haben - um damit Ergebnisse zu erzielen, auf die er zuvor gewettet hatte. Hoyzer bestreitet bislang die Vorwürfe.

„Das kommt ja einer Hinrichtung gleich“

Hoyzers Rechtsbeistand, der Essener Rechtsanwalt Stefan Holthoff-Pförtner, übt derweil heftige Kritik am DFB. Bisher finde eine Vorverurteilung seines Mandanten in der Öffentlichkeit statt. „Das kommt ja einer Hinrichtung gleich“, sagte Holthoff-Pförtner, der als Anwalt von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl bekannt geworden war, im Gespräch mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.
Die Beweislage sei dürftig, so könne man mit einem Schiedsrichter nicht umgehen, der vor kurzem noch als große Hoffnung in Deutschland gehandelt wurde. Wenn es stichhaltige Beweise gäbe, müßten die nun endlich öffentlich gemacht werden.
Der Jurist hatte ein vierstündiges Gespräch mit dem 25 Jahre alten Hoyzer in Berlin geführt und sich danach entschlossen, die Verteidigung zu übernehmen. „Ich habe von ihm eine völlig andere Geschichte gehört, die sich nicht unplausibel anhört. Wenn er mich nicht belogen hat, werde ich ihn verteidigen“, sagte Holthoff-Pförtner.

Schily fordert „schnelle und lückenlose Aufklärung“

Bundesinnenminister Otto Schily hat unterdessen eine „schnelle und lückenlose Aufklärung“ der Affäre gefordert. „Deutsche Schiedsrichter haben international einen hervorragenden Ruf. Den dürfen sie nicht aufs Spiel setzen“, schrieb der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für die „Bild-Zeitung“.

„Alle Schiedsrichter der Fußball-Ligen müssen DFB und Staatsanwaltschaft unterstützen, die Verdachtsfälle schnell aufzuklären“, forderte der Minister von den Unparteiischen. Trotz der Betrugsvorwürfe an den Berliner Robert Hoyzer ist Schily überzeugt: „Die große Mehrheit der Schiedsrichter ist ehrlich und hoch professionell. Ein Generalverdacht gegen alle ist unfair.“

„Fall Hoyzer“ nach Berlin weitergegeben

Der „Fall Hoyzer“ beschäftigt mittlerweile die Berliner Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat den Fall nach Berlin weitergegeben. Alle Unterlagen zu den Vorermittlungen seien an die Berliner Kollegen mit der Bitte um Übernahme geschickt worden, teilte Klaus Ziehe, der Sprecher der Braunschweiger Anklagebehörde mit.

Bei den Ermittlungen sei die Tatort-Zuständigkeit primär entscheidend und nicht der Wohnort, sagte Ziehe. Hoyzer, der die Vorwürfe hat seit vier Monaten einen Wohnsitz in Salzgitter.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid und dpa
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