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Schiedsrichterskandal HSV will wieder in den Pokal - Toppmöller erwägt Klage

28.01.2005 ·  Der HSV sieht sich als „Hauptgeschädigter“ des Skandals um Robert Hoyzer und setzt den DFB mit seiner Forderung nach Wiedergutmachung unter Druck. Der Klub will wieder im Pokal spielen, was der Verband bisher ausgeschlossen hatte.

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Der Hamburger SV hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgefordert, das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal rückgängig zu machen. „Wir können jetzt mit Sicherheit davon ausgehen, daß unser Pokalspiel in Paderborn verschoben wurde und wir durch Betrug ausgeschieden sind. Ich gehe davon aus, daß dieses Spiel und das Ergebnis für null und nichtig erklärt werden und wir weiterhin am DFB-Pokal teilnehmen können“, sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann. Wenige Stunden zuvor hatte Schiedsrichter Robert Hoyzer Manipulationen von Spielen zugegeben.

Die Hamburger waren im August vergangenen Jahres in der ersten Pokalrunde durch ein 2:4 beim Drittligisten SC Paderborn ausgeschieden. Hoyzer hatte unter anderem zwei unberechtige Elfmeter gegen den Bundesligisten gepfiffen und Stürmer Emile Mpenza vom Platz gestellt. Mit einem späteren Sieg über den MSV Duisburg erreichte der SC Paderborn gar das Pokal-Achtelfinale und scheiterte dort am SC Freiburg. Die Freiburger treffen im Viertelfinale auf Bayern München.

„Erwarten flexible, angemessene Reaktion des DFB“

Hoffmann, der sich zudem zivilrechtliche Schritte gegen Hoyzer vorbehält, sieht den HSV als „Hauptgeschädigten in dieser Angelegenheit“. Der DFB hatte in den vergangenen Tagen jedoch mehrfach eine Wiederholung des Pokalspiels ausgeschlossen. „Das ist die Meinung des DFB-Präsidiums. Das ist aber keine Entscheidung, die das Präsidium fällen kann, sondern nur das Sportgericht“, sagte Hoffmann. „Der Betrug ist eine einmalige, außergewöhnliche Situation, die eine außergewöhnliche Reaktion erfordert. Bis zum Viertelfinale am 1. März erwarten wir eine flexible, angemessene Reaktion des DFB.“

Die Art und Weise einer Rückkehr in den Pokal-Wettbewerb ließ Hoffmann offen: „Ich warte auf Vorschläge des DFB.“ Er räumte allerdings ein, das es sich um „ein schwieriges Verfahren“ handele. Der HSV-Chef kann sich als Alternative auch die Zahlung eines Schmerzensgeldes, dessen Höhe er noch nicht beziffern will, vorstellen. Dennoch betont er: „Ein sportlicher Ausgleich ist wichtiger als eine finanzielle Entschädigung.“

„Der Schiri hat mich den Job gekostet“

Unterdessen erwägt Klaus Toppmöller rechtliche Schritte gegen Hoyzer und den DFB. „Mein Anwalt hat mir geraten, Robert Hoyzer und den DFB zu verklagen. Diesbezüglich werde ich mich am Wochenende mit meinem Anwalt zusammensetzen und über die weitere Vorgehensweise entscheiden“, sagte der ehemalige Trainer des Hamburger SV.

Toppmöller, der zum Zeitpunkt der von Hoyzer geleiteten Pokal-Partie noch Chefcoach der Hanseaten war und knapp zwei Monate später entlassen wurde, sieht sich vor allem als Opfer Hoyzers. „Der Schiri hat mich den Job gekostet. Wir waren gut drauf bis zur Partie in Paderborn. Aber dann ging's abwärts“, hatte Toppmöller bei Bekanntwerden des Skandals erklärt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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