23.06.2010 · Der Auftritt des deutschen Schiedsrichters Wolfgang Stark bei der WM ist nicht die Regel. Groß reden will und darf er über seine Leistung nicht. An diesem Mittwoch (16.00 Uhr) leitet er die brisante Partie Englands gegen Slowenien.
Von Roland Zorn, PretoriaKein Tag ohne Vuvuzela. Und so hören die 29 WM-Schiedsrichtergespanne die landestypische Lärmtröte auch, wenn sie trainieren. Das tun sie jeden Tag zwischen neun und halb zwölf auf einem abgewetzten Hochschulgelände am Rande von Pretoria, wo sie ihre Fitness, ihre Entscheidungskraft, ihren Umgang mit den Regeln laufend überprüfen lassen. Von Konditions- und Techniktrainern und von Instruktoren des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa).
Vuvuzela für die Ohren - „auch das gehört im Training mit dazu“, sagt Wolfgang Stark, der deutsche Unparteiische bei der WM. Einmal war der 40 Jahre alte Niederbayer schon mit seinen Assistenten Jan-Hendrik Salver und Mike Pickel im Einsatz. Er hat seine Sache bei der Partie Argentinien gegen Nigeria (1:0) so gut gemacht, dass er an diesem Mittwoch in Port Elizabeth bei der Partie England gegen Slowenien wieder an der Reihe ist (16.00 Uhr / FAZ.NET-WM-Liveticker).
Besonderen Druck verspürt der entspannt anmutende Stark deswegen nicht. „Natürlich“, sagt der Referee aus Ergolding bei Landshut, „ist eine WM was anderes, weil die ganze Welt darauf schaut. Doch mit Druck muss auch ein Schiedsrichter in der Kreisliga A fertig werden.“
„Schiedsrichter sind da, um Regeln Geltung zu verschaffen“
Mit Stark zu reden heißt auch, Hürden zu überspringen, Sperren zu umdribbeln, No-Go-Zonen aufzuhellen, denn die Fifa hat ihren Souveränen auf dem Platz ein Schweigegelübde auferlegt. Der Landshuter Bankkaufmann blockt immer da ab, wo er konkret oder gar kritisch werden müsste. Warum bei der WM mal kleinlich gepfiffen, mal großzügig geleitet werde? „Darüber möchte ich nichts sagen.“
In Südafrika sei er ein Teil der „33. Mannschaft“. Es ist die Fifa-Mannschaft, aus der spätestens nach dem Achtelfinale ein Teil der Belegschaft abreist und nur die Elite übrig bleibt. Das Gespann, das am Ende auserkoren wird, das Finale möglichst unauffällig zu begleiten, hat den großen Schiedsrichterpreis gewonnen. WM-Neuling Stark gehört in dieser Verlosung nicht zu den Favoriten. Trotz des unverkennbaren Ausleseprozesses an der Spitze behauptet der Deutsche unverdrossen, dass es „unter den Schiedsrichtern keinen Konkurrenzkampf gibt. Jeder leidet mit dem anderen, das zeichnet die Schiedsrichter schon immer aus.“ Soll man das glauben?
Vermutlich hat Stark dafür recht, wenn er beim Blick auf das Turnier in Südafrika sagt: „Es gibt keine spezielle Fifa-Anweisung.“ Tatsächlich haben die Spielleiter die Regeln bisher zwischen sehr eng und sehr generös auslegen können. Stark, dessen Vater Rudi schon Linienrichter im Bundesliga-Gespann des Ottobrunners Aaron Schmidhuber war, pfeift schon seit seinem 14. Lebensjahr. Er sagt zum WM-üblichen Diskurs über die Schiedsrichterleistungen natürlich wie verordnet nichts Genaues. Nur so viel: „Schiedsrichter sind dazu da, den Regeln Geltung zu verschaffen.“ Darauf wäre man auch so gekommen.
„Das ist die Meinung von Herrn Merk, die lasse ich so stehen“
Stark steht jetzt nach zuletzt Markus Merk und Herbert Fandel an der Spitze der deutschen Unparteiischen. Merk hat in seiner neuen Unabhängigkeit als ehemaliger Fifa-Schiedsrichter neulich von „Wettbewerbsverzerrung” gesprochen, als er das Kartenfestival des spanischen Schiedsrichters Alberto Undiano beim Spiel Deutschland gegen Serbien mit der dezenteren Spielleitung anderer Schiris bei der WM verglich. Dazu sagt Stark: „Das ist die Meinung von Herrn Merk, die lasse ich mal so stehen.“ Undiano wurde beim Medientag der schwarzen Zunft am Montag schon konkreter. Er habe „keinen Fehler“ in dieser Partie gemacht, hob der stolze Spanier hervor.
Wolfgang Stark will auch bei seinem zweiten WM-Einsatz „die Ruhe selbst bleiben“ und keinesfalls „stressig überreagieren“. Wichtig sei es, sagt er, „dass man nicht voreingenommen ist und jeden Spieler gleich behandelt“. Danach ist es wie zuvor: Es beginnt die Vorbereitung auf einen womöglich weiteren Einsatz im Namen der Fifa. „Von Land und Leuten habe ich noch nicht viel mitbekommen“, gesteht Stark, „aber wir sind ja auch nicht zum Urlaubmachen hier.“
Urlaubsgeld verdient er allerdings - wie es heißt, bekommen die 29 Auserwählten mit der Lizenz zum Pfeifen für ihre WM-Teilnahme pro Mann 50.000 US-Dollar (40.355 Euro). „Ich bin Bankkaufmann, und da gibt es ja das Bankgeheimnis. Also spreche ich nicht über finanzielle Dinge“, sagt Stark. Etwas anderes zu erwarten wäre an diesem Tag der offenen Schiedsrichtertür wohl auch sehr verwegen gewesen.
Es fehlt die Struktur
Andre Delker (erdna)
- 23.06.2010, 14:35 Uhr
Wer hat denn der FAZ weisgemacht, dass die Vuvuzela .......
Rüdiger Noll (krn)
- 23.06.2010, 14:56 Uhr
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |