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Schiedsrichter-Skandal „Schlecht für den deutschen Fußball“

23.01.2005 ·  Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und führende Fußballgrößen reagierten mit Bestürzung auf den Manipulationsverdacht gegen den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird von einem Manipulationsverdacht erschüttert. Der Kontrollausschuß hat Ermittlungen gegen Schiedsrichter Robert Hoyzer aus Berlin wegen unsportlichen Verhaltens aufgenommen. Es besteht der Tatverdacht, daß er im Zusammenhang mit Sportwetten Einfluß auf Ergebnisse von ihm geleiteter Spiele genommen und sie damit möglicherweise manipuliert hatte. Die Reaktion von Betroffenen im Überblick:

Oliver Bierhoff (Teammanager der deutschen Nationalmannschaft): „Dieser Fall ist schlecht für den Wettbewerb und den ganzen deutschen Fußball. Nun werden viele Schiedsrichter-Entscheidungen in Frage gestellt werden. Ich bin aber überzeugt, daß dieser Fall ein Einzelfall ist.“

Bernd Hoffmann (Vorstandsvorsitzender Hamburger SV): „Als Werner Hackmann mich am Samstagnachmittag anrief, bin ich fast aus den Schuhen gekippt. Einen solchen Fall hätte ich für völlig ausgeschlossen gehalten. Wir lagen in der Partie klar vorne und haben gut gespielt. Wenn man dann verliert, gehört es sich nicht, nach dem Spiel nachzukarten, aber heute sieht das ganz anders aus. Wir sind stark betroffen und hoffen in erster Linie auf eine lückenlose Aufklärung und in zweiter Linie auf wirtschaftliche Wiedergutmachung. Es ist nicht auszuschließen, daß Klaus Toppmöller bei einem anderen Ausgang heute noch Trainer bei uns wäre. Kein Mensch weiß, wie die Saison verlaufen wäre, wenn wir das Spiel gewonnen hätten. Hier ist dem HSV und dem deutschen Fußball erheblicher Schaden zugefügt worden. Wir werden alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen.“

Klaus Toppmöller (Ex-Trainer Hamburger SV): „Der Schiri hat mich den Job gekostet. Wir waren gut drauf bis zur Partie in Paderborn. Aber dann ging's abwärts. Die Vorwürfe standen schon nach dem Spiel. Jede Kleinigkeit wurden gegen uns gepfiffen und es war offensichtlich, dass irgendwas im Busch ist. Die Spieler haben mir dann auch gesagt, nach dem Spiel sind Worte gefallen in der Paderborner Kabine 'Die können spielen wie sie wollen, die haben hier keine Chance'. Ich habe immer gehofft, daß der Fußball sauber ist. Aber jetzt muss man echte Zweifel haben, daß alles immer korrekt läuft.“

Theo Zwanziger (Geschäftsführender DFB-Präsident): „Dies ist ein bedauernswerter und durch nichts zu entschuldigender Vorfall. Ich begrüße es ausdrücklich, daß Horst Hilpert in Abstimmung mit Schiedsrichter-Obmann Volker Roth sofort reagiert hat. Eine abschließende Bewertung muß der endgültigen Sachverhalts-Aufklärung vorbehalten bleiben. Ich gehe davon aus, daß die Angelegenheit konsequent verfolgt und lückenlos aufgeklärt wird. Nach unserem jetzigen Kenntnisstand handelt es sich um einen Einzelfall, der nicht zu pauschaler Kritik an unseren Schiedsrichtern führen darf.“

Horst Hilpert (Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses): „Ich werde am Montag erst das Präsidium von den Vorgängen informieren, bevor ich wieder vor die Presse trete. Aber es ist natürlich immer die Pflicht des Kontrollausschusses, schnell zu Ergebnissen zu kommen, vor allem bei so einem belastenden Vorfall.“

Harald Stenger (DFB-Pressechef): „Auf dem DFB-Pokal liegt ein dunkler Schatten durch diese Situation. Hoyzer hat vor dem Kontrollausschuss die Vorwürfe bestritten. Wir werden alles daran setzen, den Fall lückenlos aufzuklären.“

Michael Born (Geschäftsführer SC Paderborn): „Wir sind von der Entwicklung natürlich völlig überrumpelt worden. Es ist schlimm für den Verein als Erster und Einziger mit dem Fall in Verbindung gebracht zu werden. Aber es steckt möglicherweise noch mehr dahinter als nur das Spiel in Paderborn.“

Hans-Georg Felder (Pressechef Hertha BSC Berlin): „Solange es noch keine Beweise gibt, wollen wir uns dazu nicht äußern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, entsteht natürlich ein großer Schaden für den Fußball.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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