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Schalke 04 Königsblau wankt schon wieder

Ein Testspieldesaster mit Folgen: Nach der 0:5-Niederlage gegen Bayern München im Trainingslager in Doha steht Trainer Jens Keller unter Druck.Zu allem Überfluss melden sich noch eine Reihe Spieler krank.

© dpa Vergrößern Krisengespräche: Trainer Jens Keller (r.) mit Kapitän Benedikt Höwedes

Ob im Sommer oder im Winter: Testspielergebnisse während der Vorbereitung sind oft nur Schall und Rauch. Wenn sich eine namhafte Mannschaft blamiert, ist das in der Regel rasch vergessen. Es handelt sich ja nur um einen Probelauf, abseits des wahren Wettkampfs, zumal wenn ein Klub wie der FC Schalke 04 noch in der Findungsphase steckt; wenn die Mannschaft sich erst an einen neuen Trainer gewöhnen muss, in diesem Fall an Jens Keller.

Ein solcher Klub scheint aber nicht gut beraten, gegen den Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern seine noch nicht vorhandene Form zu überprüfen. Dieses Unterfangen ist den Gelsenkirchenern gründlich misslungen. In Qatar unterlagen sie dem deutschen Rekordmeister am Dienstagabend 0:5, mit einem Ergebnis also, das die vermeintliche Aufbruchstimmung nach dem Trainerwechsel - Huub Stevens wurde nach der Hinrunde entlassen - empfindlich konterkariert.

Testspiel FC Schalke 04 - FC Bayern München in Doha © dpa Vergrößern In die Krise gestürzt: Bayern München und Thomas Müller (l.) machen Schalke und Roman Neustädter das Leben mit einem 5:0-Testspielsieg schwer

Bayern führte schon zur Pause mit vier Toren Unterschied und hatte auch nach zahlreichen Auswechslungen keine Mühe, den harmlosen Gegner auf Distanz zu halten. „Die Einstellung hat mir nicht gefallen“, sagt Keller. Er könne es nicht akzeptieren, „dass die Mannschaft sich so ergibt“. Solch ein Ergebnis wirkt in alle Ebenen des Klubs hinein. Fans, Medien und auch die Mannschaft bleiben nicht unbeeindruckt davon.

Angeschlagener Trainer

Mannschafts-Kapitän Benedikt Höwedes zeigte sich entsetzt: „So darf man sich in einem Testspiel nicht präsentieren. Gegen Bayern darf man sich keine 0:5-Klatsche leisten.“ Der Trainer, in den Manager Horst Heldt große Hoffnung setzt, wirkt gut eine Woche vor dem Rückrundenstart gegen Hannover 96 angeschlagen. Es scheint ihm schwer zu fallen, die Königsblauen zu wecken. Schon Kellers Pflichtspielpremiere, im DFB-Pokal daheim gegen Mainz 05, war missraten.

FC Schalke 04 - Wintertrainingslager in Doha © dpa Vergrößern Gute Stimmung sieht anders aus: Schalke hat Redebedarf

Während der Winterpause wollte Schalke sich neu sortieren - und orientieren. Doch das Durcheinander scheint größer denn je. Keller hatte versucht, die Defensive zu stärken, die sich zuletzt als anfällig erwiesen hatte, auch bei der Heimniederlage gegen Mainz. Gegen Bayern versuchte Schalke es mit einem sogenannten Gegenpressing, jener Spielart, die der Erzrivale Borussia Dortmund seit mehr als zwei Jahren mit großem Erfolg vorführt, nicht zuletzt gegen Bayern. Höwedes indes sieht Schalke in dieser Hinsicht noch ganz am Anfang.: „Wir haben etwas probiert, was gegen die Bayern nicht spielbar ist“, sagte er.

Heldt blickt auf den Transfermarkt

Verletzungen und Sperren erschweren den Start in die zweite Serie zusätzlich. Ibrahim Afellay und Christoph Moritz fallen länger aus, Verteidiger Kyriakos Papadopoulos (Knie-Operation) fehlt noch etwa einen Monat. Dazu sind Antreiber Jermaine Jones und Torjäger Klaas-Jan Huntelaar zum Auftakt der Rückrunde gegen Hannover gesperrt. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten schaut sich Heldt nun auf dem Transfermarkt um.

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„Wir werden versuchen, zu agieren“, sagt er. Schalke, aktuell Siebter der Bundesligatabelle, strebt weiterhin die unmittelbare Qualifikation für die Champions League an. „Es ist sicher realisierbar“, behauptet Keller. Der Trainer und der Manager brauchen einen solchen Erfolg dringend.

Quelle: F.A.Z.

 
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