Home
http://www.faz.net/-gtm-75ma3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Schalke 04 Königsblau wankt schon wieder

Ein Testspieldesaster mit Folgen: Nach der 0:5-Niederlage gegen Bayern München im Trainingslager in Doha steht Trainer Jens Keller unter Druck.Zu allem Überfluss melden sich noch eine Reihe Spieler krank.

© dpa Vergrößern Krisengespräche: Trainer Jens Keller (r.) mit Kapitän Benedikt Höwedes

Ob im Sommer oder im Winter: Testspielergebnisse während der Vorbereitung sind oft nur Schall und Rauch. Wenn sich eine namhafte Mannschaft blamiert, ist das in der Regel rasch vergessen. Es handelt sich ja nur um einen Probelauf, abseits des wahren Wettkampfs, zumal wenn ein Klub wie der FC Schalke 04 noch in der Findungsphase steckt; wenn die Mannschaft sich erst an einen neuen Trainer gewöhnen muss, in diesem Fall an Jens Keller.

Ein solcher Klub scheint aber nicht gut beraten, gegen den Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern seine noch nicht vorhandene Form zu überprüfen. Dieses Unterfangen ist den Gelsenkirchenern gründlich misslungen. In Qatar unterlagen sie dem deutschen Rekordmeister am Dienstagabend 0:5, mit einem Ergebnis also, das die vermeintliche Aufbruchstimmung nach dem Trainerwechsel - Huub Stevens wurde nach der Hinrunde entlassen - empfindlich konterkariert.

Testspiel FC Schalke 04 - FC Bayern München in Doha © dpa Vergrößern In die Krise gestürzt: Bayern München und Thomas Müller (l.) machen Schalke und Roman Neustädter das Leben mit einem 5:0-Testspielsieg schwer

Bayern führte schon zur Pause mit vier Toren Unterschied und hatte auch nach zahlreichen Auswechslungen keine Mühe, den harmlosen Gegner auf Distanz zu halten. „Die Einstellung hat mir nicht gefallen“, sagt Keller. Er könne es nicht akzeptieren, „dass die Mannschaft sich so ergibt“. Solch ein Ergebnis wirkt in alle Ebenen des Klubs hinein. Fans, Medien und auch die Mannschaft bleiben nicht unbeeindruckt davon.

Angeschlagener Trainer

Mannschafts-Kapitän Benedikt Höwedes zeigte sich entsetzt: „So darf man sich in einem Testspiel nicht präsentieren. Gegen Bayern darf man sich keine 0:5-Klatsche leisten.“ Der Trainer, in den Manager Horst Heldt große Hoffnung setzt, wirkt gut eine Woche vor dem Rückrundenstart gegen Hannover 96 angeschlagen. Es scheint ihm schwer zu fallen, die Königsblauen zu wecken. Schon Kellers Pflichtspielpremiere, im DFB-Pokal daheim gegen Mainz 05, war missraten.

FC Schalke 04 - Wintertrainingslager in Doha © dpa Vergrößern Gute Stimmung sieht anders aus: Schalke hat Redebedarf

Während der Winterpause wollte Schalke sich neu sortieren - und orientieren. Doch das Durcheinander scheint größer denn je. Keller hatte versucht, die Defensive zu stärken, die sich zuletzt als anfällig erwiesen hatte, auch bei der Heimniederlage gegen Mainz. Gegen Bayern versuchte Schalke es mit einem sogenannten Gegenpressing, jener Spielart, die der Erzrivale Borussia Dortmund seit mehr als zwei Jahren mit großem Erfolg vorführt, nicht zuletzt gegen Bayern. Höwedes indes sieht Schalke in dieser Hinsicht noch ganz am Anfang.: „Wir haben etwas probiert, was gegen die Bayern nicht spielbar ist“, sagte er.

Heldt blickt auf den Transfermarkt

Verletzungen und Sperren erschweren den Start in die zweite Serie zusätzlich. Ibrahim Afellay und Christoph Moritz fallen länger aus, Verteidiger Kyriakos Papadopoulos (Knie-Operation) fehlt noch etwa einen Monat. Dazu sind Antreiber Jermaine Jones und Torjäger Klaas-Jan Huntelaar zum Auftakt der Rückrunde gegen Hannover gesperrt. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten schaut sich Heldt nun auf dem Transfermarkt um.

Mehr zum Thema

„Wir werden versuchen, zu agieren“, sagt er. Schalke, aktuell Siebter der Bundesligatabelle, strebt weiterhin die unmittelbare Qualifikation für die Champions League an. „Es ist sicher realisierbar“, behauptet Keller. Der Trainer und der Manager brauchen einen solchen Erfolg dringend.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
2:0 gegen Hertha BSC Di Matteo startet bei Schalke mit Sieg

Der neue Trainer Roberto Di Matteo ändert sein Team personell und taktisch – und hat Erfolg: Durch den 2:0-Sieg über Hertha BSC nach Toren von Huntelaar und Draxler hält Schalke Kontakt zu den oberen Plätzen. Mehr Von Richard Leipold, Gelsenkirchen

18.10.2014, 20:27 Uhr | Sport
Roberto Di Matteo Neuer Schalke-Trainer bittet um Geduld

Seit rund einer Woche hält Roberto Di Matteo auf Schalke das Heft in der Hand. Der Italo-Schweizer war nach dem Rauswurf von Jens Keller als neuer Chef-Trainer bei den Königsblauen verpflichtet worden. Nicht viel Zeit, um neue Akzente zu setzen. Mehr

19.10.2014, 15:18 Uhr | Sport
Benedikt Höwedes Lob für den Malocher

Trainer Di Matteo macht Benedikt Höwedes zum Anführer bei FC Schalke. Gegen Sporting Lissabon (20.45 Uhr) soll mit dem Kapitän endlich der erste Sieg in der Champions League gelingen. Mehr Von Richard Leipold, Gelsenkirchen

20.10.2014, 17:25 Uhr | Sport
Schalke trennt sich von Keller

Seit seinem Amtsantritt als Cheftrainer stand Jens Keller immer wieder in der Kritik. Letztlich kostete die aus Clubsicht fehlende Konstanz Keller den Job. Neuer Trainer wird Ex-Chelsea-Coach di Matteo. Mehr

07.10.2014, 14:48 Uhr | Sport
Di Matteos Vorstellungen Es wird eng auf Schalke

Strenge Regeln in der Kabine, klare Ansagen an Boateng und Draxler: Der neue Trainer Roberto Di Matteo versucht, dem FC Schalke seinen Stempel aufzudrücken – ohne den aus London gewohnten Luxus. Mehr Von Richard Leipold, Gelsenkirchen

17.10.2014, 16:48 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.01.2013, 16:36 Uhr

Was soll da verschwiegen werden?

Von Anno Hecker

Die Untersuchung der Vergangenheit der Uniklinik Freiburg wird behindert. Geht es womöglich gar nicht nur um die Doping-Kapitel? Denn die Kommission hat, ganz nebenbei, sogar eine Plagiatsaffäre aufgedeckt. Mehr 3

Umfrage

Welcher ist Ihr Fußballspruch des Jahres 2014?

0 Stimmen wurden abgegeben.

100%
„So wie ich die Fifa kenne, haben die das verboten.“
100%
„Da mach’ ich mir vom Kopf her keine Gedanken.“
100%
„Wir sind freundlich begrüßt worden – von Menschen, Frauen und Kindern.“
100%
„Hoffe, ich werde 90. Dann sage ich, ich hätte 100 werden können. Habe aber in Nürnberg gearbeitet.“
Die Umfrage ist geschlossen. Alle Umfragen
Ergebnisse, Tabellen und Statistik