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SC Freiburg Doppelpass der Generationen

„Es geht immer nur um Qualität“ - Seit einem Jahr steht Trainer Christian Streich an der Spitze des SC Freiburg. Die Ausbildung und Frühförderung junger Spieler ist für ihn und den Klub eine Frage der Überzeugung und der Selbstbehauptung.

© REUTERS Enge Bande: Von Trainer Streich ausgebildet, ist Torhüter Baumann heute ein gestandener Profi

Wenn das Wochenende nicht mehr weit ist, hat Christian Streich mit Fragen zu tun, wie jeder andere Trainer der Fußball-Bundesliga auch. Standard so weit. Wen er aufstellt, wer auf die Bank oder die Tribüne muss, wem er was ermöglichen oder zumuten muss - das ist Teil des Spiels. Eine Frage allerdings gehört nicht gerade zum Standardrepertoire im Fach Pädagogik für Fußballlehrer: „Wie geht es den Alten?“ Streich formuliert sie mit einem Schmunzeln. Etwas ernster sagt der Trainer des SC Freiburg: „Natürlich gibt es die latente Gefahr, dass Spieler mir misstrauen.“ Er meint ältere, erfahrene Spieler.

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Und so natürlich ist es deshalb, weil kaum einer in der Bundesliga so konsequent auf junge Spieler baut wie er. Und weil sich kein Verein so sehr über seine Talentförderung definiert, so stark von ihr abhängig ist, sie zur eigenen Identität gemacht hat. Dass Streich in der Bundesliga Woche für Woche viele frühere Spieler aus der Freiburger Fußballschule in seine Startelf nimmt, ist üblich, es können schon mal fünf oder sechs sein. Eine bemerkenswerte Quote. Er nennt diese Schule „ein Symbol“, sie sei „ein besonderer Ort“. Er war ihr Sportlicher Leiter, bevor er Ende 2011 in größter sportlicher Not zu den Profis kam.

Kleines Stadion, kleines Budget, eingeschränkte Möglichkeiten

Das Symbol liegt am Stadtrand von Freiburg, der hier gleichzeitig Waldrand ist, ein idyllischer Ort. Und fußballhistorisch wichtiges Terrain, denn den modernen, etwa 12 Millionen Euro teuren Bau ließ der Sportclub 2001 auf dem Geländes des früher mal viel bedeutenderen Freiburger FC bauen, das ist der deutsche Meister von 1907. Damals bekamen die Freiburger viel Lob für ihr Nachwuchsleistungszentrum, der Deutsche Fußball-Bund nannte es ein Vorbild, es war nach Ausstattung und Konzept ein Muster an Nachhaltigkeit. Eine Investition in „Steine statt Beine“, wie der damalige Trainer Volker Finke sagte, der dem Verein mit dem kleinen Stadion, dem kleinen Budget und den eingeschränkten Möglichkeiten auf dem Transfermarkt ein Fundament für den Existenzkampf im Profifußball geben wollte.

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Zum Bau war „ein bisschen Geld da“, wie Streich sagt, eingenommen in der Bundesliga und im Europapokal, den der Sportclub zweimal erreichte. Fortan war er einer der ersten Klubs im deutschen Profifußball, der sich explizit als Ausbildungsverein definierte. Lange bevor sich die TSG Hoffenheim dafür feiern ließ, dass sie ein ähnliches Ausbildungszentrum errichtete und es wie eine Revolution in der Nachwuchsförderung inszenierte, machten sie in Freiburg schon ernst mit dem Thema. Mit einer massiven Investition in qualifizierte Trainer, Internatsplätze, eine duale Ausbildung auf Fußballplatz und Schulbank. In eine Infrastruktur also, die dem Verein Wettbewerbsvorteile gegenüber weniger entschlossenen Vereinen gab und eine regionale Antwort auf die Ausbildungsmisere im deutschen Fußball war. Inzwischen muss jeder Verein aus der ersten und zweiten Liga ein solches Zentrum haben, der Deutsche Fußball-Bund vergibt zusammen mit der Deutschen Fußball Liga alle drei Jahre Sterne zur Belohnung, drei für die Besten. Freiburg hatte noch nie nur zwei. Der Sportclub lässt sich seine Fußballschule 3,3 Millionen Euro im Jahr kosten, er war deutscher Meister mit den A-Junioren und dreimal Junioren-Pokalsieger des DFB. Der Trainer hieß Christian Streich.

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