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Robin Dutts DFB-Konzept Einfach miteinander reden

Sportdirektor Robin Dutt will beim DFB vorhandene Stärken bündeln, um die Spanier eines Tages einzufangen. Alle Beteiligten sollen mehr miteinander reden. Die Frage zum Leistungszentrum lässt er allerdings offen.

© dpa Vergrößern „Es wird sich inhaltlich nicht viel ändern zu dem, was wir bisher tun“: Robin Dutt

Die Vorstellung eines neuen Konzepts - das klingt nach Optimierung von Strukturen, nach komplexen Schaubildern, Flip-Charts und Power-Point-Präsentation. Speziell im Fußball auch nach aufgemalten Taktiken, nach Pfeilen, die in leere Räume vorstoßen, und Punkten, die dieselben zumachen. Als Robin Dutt am Mittwoch sein Konzept zur Nachwuchsförderung vorstellte, war von alledem nichts zu sehen. Dem Sportdirektor der Deutschen Fußball-Bundes (DFB) reichten im Verbandszentrum in Frankfurt dreißig Minuten freie Rede, um sein Konzept der Öffentlichkeit dazulegen.

Die Taktiktafel eines Coaches, das stellte der frühere Trainer mehrfach fest, ist kein Arbeitsgerät, auf das er in seiner neuen Funktion zurückgreifen möchte. „Ich kann nicht Deutschland vorschreiben, wie es Fußball spielen soll“, sagte er. Sein Konzept mit dem Namen „Erfolg sind Alle“ macht denn auch keine Aussagen zur inhaltlichen Ausgestaltung des Fußballspiels und der Fußballausbildung vor allem für den Elite-Nachwuchs. „Es wird sich inhaltlich nicht viel ändern zu dem, was wir bisher tun.“

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Das klang recht genau nach jenem Dutt, der das Amt des DFB-Sportdirektors im Sommer des vergangenen Jahres vom zum FC Bayern gewechselten Matthias Sammer übernommen hatte und bei seiner Vorstellung mehr an harmonischer Kontinuität denn an der Benennung kritischer Punkte und eigener Akzentsetzung bemüht war. „Es kann nicht meine Aufgabe sein, irgendwelche Konzepte in Frage zu stellen. Meine Arbeit kann nur sein, die Arbeit fortzuführen“, sagte Dutt, zuvor Trainer bei Bayer Leverkusen, damals.

Seitdem ist rund ein halbes Jahr vergangen. Die Zeit nutzte Dutt, sich in seine Position einzuarbeiten, Spiele und Spieler zu sehen und vor allem, um an seinem Konzept zu arbeiten. Bei der Einschätzung, dass die Bestandwahrung darin eine große Rolle einnehmen wird, ist es geblieben. „Deutschland, und das muss man sehen, ist die Nummer zwei in der Welt“, sagte Dutt. „Das ist kein Zufall.“

„Diese Strukturen hat kein anderes Land dieser Welt“

Ursächlich für den Erfolg der Nationalmannschaft nannte Dutt die Strukturen rund um Leistungszentren, Eliteschulen, Landesverbände und den DFB. „Diese Strukturen hat kein anderes Land dieser Welt“, sagte er. „Wenn wir es schaffen, dieses komplette Wissen zu bündeln, dann können wir eine Qualitäts-Dynamik bekommen. Dann wird uns keiner einholen, dann ist das die Chance, die goldene Generation der Spanier vielleicht doch zu knacken. Dann ist vielleicht die Qualität da, dass Titel gar nicht zu verhindern sind.“

Was Robin Dutt vorschwebt, um das Wissen zu bündeln und Sehnsucht nach einem internationalen Titel zu stillen, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Beteiligten sollen mehr miteinander reden. Ein „Sportkompetenzteam“ aus Auswahltrainern, Trainerausbildern und weiteren Spezialisten soll laut Dutt für die verbesserte Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen sorgen. Zu Wochenbeginn soll das Team Spiele analysieren, in der zweiten Wochenhälfte soll es raus zu den Vereinen gehen. So könnten Trainer aus Vereinen und verschiedenen Nationalteams gemeinsam Trainingspläne für die Spieler aufstellen, sodass sich die Einheiten hier und dort ergänzen.

Es fehlt nicht viel: Dutt und U-21-Nationaltrainer Rainer Adrion © picture alliance / dpa Vergrößern Es fehlt nicht viel: Dutt und U-21-Nationaltrainer Rainer Adrion

Ein klares Bekenntnis, ob ein zentrales Leistungszentrum für die DFB-Teams, wie es zur Diskussion steht, bei der Umsetzung der Pläne helfen könnte, gab Dutt nicht. „So ein Sportkompetenzzentrum kann viele wichtige Funktionen wahrnehmen“, sagte Dutt, es könne etwa „eine sportliche Heimat für die Spieler, für die Ausbilder“ werden. Gleichzeitig lobte er aber auch das derzeitige dezentrale Fördersystem.

DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock, der Dutts Plänen die volle Unterstützung des DFB-Präsidium zusagte, stellte klar, dass der Bau des Leistungszentrums nach wie vor nicht beschlossen sei. Bis Herbst will der DFB einen Projektplan erarbeiten und dann dem Bundestag des Verbandes in Nürnberg zur Entscheidung vorlegen. Die Frage, wann das Zentrum, sollte es denn kommen, stehen könnte, wollte Sandrock nicht beantworten: „Ich werde jetzt keinen Zeitpunkt nennen.“

Quelle: F.A.Z.

 
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