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Real Madrid Noch ein „Galaktischer“ für die „Königlichen“?

22.07.2005 ·  Wochenlang ging es hin und her zwischen Real Madrid und dem FC Santos. Nun sollte Robinho, der sogar in den Trainingsstreik trat, endlich nach Spanien wechseln. Das verkündeten zumindest die „Königlichen“.

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Das wochenlange Tauziehen um den Wechsel des neuen brasilianischen Fußball-Stars Robinho zu Real Madrid ist nun trotz anderer Meldungen doch noch nicht perfekt. Die „Königlichen“ überwiesen zwar nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Euro auf das Konto von Brasiliens Nationalverband CBF, aber dieser widersprach dem spanischen Rekordmeister, der damit seine Verpflichtungen als erledigt angesehen hatte.

„Die Art und Weise der Zahlung der Auflösungs-Strafe durch Real verletzt die Regeln des Weltverbands FIFA und auch brasilianische Transfergesetze“, sagte der Chef der CBF-Rechtsabteilung Carlos Lopes. Der brasilianische Meister FC Santos müsse den „Wunder- Stürmer“ nun freigeben, da mit dieser Summe der Clubanteil der Vertragsauflösungsstrafe gedeckt sei, hatte am Donnerstag auch Robinhos Manager Wagner Ribeiro behauptet.

„Ich habe das geld nicht gesehen“

„Robinho will gehen, also darf Santos auf 50 Millionen bestehen“, versichert nun Lopes. Er drohte, die FIFA könne Robinho monatelang sperren, falls der Profi die geltenden Regeln verletze. „Der Vertrag geht bis 2008, und Robinho darf diesen nicht einseitig brechen“. Santos-Präsident Marcelo Teixeira erklärte nur, er wisse von keiner Zahlung der Auflösungsstrafe. „Ich habe das Geld nicht gesehen“.

Obwohl der einstige Pelé-Club den Transfer weiterhin als nicht vollzogen betrachtet, feierte die spanische Presse Robinho am Freitag bereits als „fünften Galaktischen“ nach den Weltstars Luis Figo, Zinedine Zidane, Ronaldo und David Beckham. Robson de Souza, so sein richtiger Name, werde einen Fünfjahres-Vertrag unterzeichnen, hieß es weiter. Möglicherweise wird der „Schwarze Teufel“, wie ihn eine Zeitung nannte, schon am Wochenende nach China reisen, wo Real Madrid derzeit seine Werbetour bestreitet. Offiziell soll der Nationalspieler aber erst am 1. August in Madrid vorgestellt werden.

Nummer 10 - wie einst sein Idol Pelé

Ronaldo, Teamkollege in der brasilianischen Auswahl, freut sich auf den neuen Torjäger an seiner Seite: „Er ist ein cleverer Bursche und wird sich schnell anpassen. Wir werden mit ihm viel Spaß haben.“ Da paßt es bestens, daß ein weiterer Brasilianer in Diensten der Madrilenen, Abwehrspieler Roberto Carlos, gerade die spanische Staatsbürgerschaft angenommen hat und keinen Ausländerplatz mehr bei Real belegt. Damit war die Tür für Robinho endgültig offen.

Nach zwei Jahren ohne Titelgewinn hoffen die „Königlichen“ mit ihrem Neuzugang auf bessere Zeiten. „Er ist genau der Spieler, den Real Madrid brauchte, um für frischen Wind zu sorgen und das Image eines alternden Vereins abzustreifen“, meinte das Sportblatt „As“. Sollte Figo den Verein gen Liverpool oder Inter Mailand verlassen, wird Robinho das Trikot mit der 10 erhalten - wie einst sein Idol Pelé.

Komplizierter Vertragspoker

Um den Transfer des „Dribbelkünstlers“ hatte es ein wochenlanges Hin und Her gegeben, da Santos Robinho behalten wollte und mehrere Real-Angebote zurückwies. Aus Protest gegen Santos' Widerstand war der Stürmer dem Training in den vergangenen Wochen ferngeblieben. Er wurde auch nicht in der laufenden brasilianischen Meisterschaft eingesetzt.

Die sogenannte „Strafe“ für die Auflösung des bis 2008 laufenden Vertrags zwischen Robinho und Santos beträgt 50 Millionen Dollar. Da sich Robinho bei früheren Verhandlungen aber einen Anteil von 40 Prozent der Transfersumme gesichert hatte und der Spieler nun auf die ihm zustehenden 20 Millionen verzichtete, müsste der CBF-Verband nun in der Theorie Santos zur Freigabe des Spielers auffordern. Ein Klubsprecher bestritt allerdings, daß der Wechsel beschlossene Sache sei. Nötig sei weiterhin die Zahlung von 50 Millionen Dollar.

Sprungbrett Confederations Cup

Der schmächtige, aber sehr flinke und technisch starke Robinho wurde mit dem Pelé-Club FC Santos 2002 und 2004 brasilianischer Meister. Einen Stammplatz im Nationalteam eroberte er mit starken Leistungen beim Confederations Cup im Juni in Deutschland, den die Brasilianer durch ein 4:1 gegen Erzfeind Argentinien gewannen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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